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UFC 170: Davis, Assuncao, Koch u.v.m.

Dana White und co. haben für das Programm von UFC 170 eine Menge Kritik einstecken müssen. Ausfälle von Namen wie Rashad Evans, Gilbert Melendez, Khabib Nurmagomedov oder Rafael dos Anjos haben die Starpower des Events drastisch dezimiert, sodass das Scheinwerferlicht am Samstag auf einige weniger bekannte Namen gerichtet sein wird.

Vor allem für das Vorprogramm ist in puncto Stars wenig übriggeblieben. Interessant für die jeweiligen Gewichtsklassen dürften aber die zwei letzten Kämpfe vor Beginn der Pay-per-View-Übertragung sein: zwischen Alexis Davis und Jessica Eye könnte sich entscheiden, wer als nächstes eine Chance auf den Gürtel der bisher einzigen Frauen-Gewichtsklasse in der UFC erhält. Außerdem könnte der brasilianische WEC-Veteran Raphael Assuncao sich mit seinem sechsten Sieg in Folge in eine gute Position für einen Kampf gegen Bantamgewichtschampion Renan Barao bringen.

UFC 170 kann auf ufc.tv verfolgt werden – sowohl Vor- als auch Hauptprogramm sind für Zuschauer aus Deutschland kostenlos.

Alexis Davis vs. Jessica Eye
Im Bantamgewicht der Frauen wird es am Wochenende zu einem Duell kommen, in dem sich die nächste Herausforderin auf Ronda Rouseys Gold herausstellt, falls „Rowdy“ den Gürtel am Sonntagmorgen noch ihr Eigen nennen kann. 

Alexis „Ally-Gator“ Davis (15-5) ist eine der heißesten Kandidatinnen auf die nächste Titelchance – die 29-Jährige konnte sieben ihrer letzten acht Kämpfe für sich entscheiden und musste sich in der einzigen Niederlage während dieser Zeit lediglich Sarah Kaufman knapp nach Punkten geschlagen geben. Im Juni des letzten Jahres debütierte Davis  in der UFC, nachdem sie sich bereits bei Strikeforce mit vier Siegen in fünf Kämpfen einen Namen machen konnte. Auch im Octagon lief es bisher rund für die Kanadierin, die bei UFC 161 zunächst Rosi Sexton auspunktete und diesen Erfolg fünf Monate später gegen Liz Carmouche wiederholte. 

Sie wird im Mandalay Bay Events Center auf Jessica „Evil“ Eye (10-1-0(1)) treffen. Die 27-Jährige trat in der Vergangenheit hauptsächlich für die in ihrem Heimatstaat Ohio ansässige North American Allied Fight Series sowie für Bellator an, wo sie Ende 2012 Zoila Gurtel mit einem Arm Triangle Choke Schlafen schickte. Einem Punktsieg über Carina Damm folgte dann ein Vertrag mit der UFC – im Oktober debütierte „Evil“ mit einem knappen Punktsieg gegen Sarah Kaufman, der jedoch vor kurzem entwertet wurde. Der Grund war einige Zeit lang nicht klar, bis Spekulationen über einen positiven Test auf Marihuana die Runde machten. Eye dementierte, bevor einen Tag später Unterlagen online gingen, die tatsächlich Marihuana als Ursache für den positiven Test angaben. Mit diesem PR-Desaster im Hinterkopf wird es im Falle eines Sieges interessant zu sehen sein, inwiefern dies ihre Chancen auf einen potentiellen Titelkampf beeinflusst – in wenigen Tagen bekommen wir die Antwort.

Raphael Assuncao vs. Pedro Munhoz
Es hätte besser kommen können für Raphael Assuncao (21-4). Der WEC-Veteran hatte nach seinem Sieg gegen T.J. Dillashaw im Oktober noch gehofft, einen Top-Gegner vor die Fäuste zu bekommen, der ihm einen Kampf gegen Champion Renan Barao einbringen könnte. Einen ernstzunehmenden Gegner hat der 31-Jährige nun auch bekommen, allerdings ist UFC-Neuling Pedro „The Young Punisher“ Munhoz (10-0) niemand, der ihn zu einem Titelkampf führen könnte. Eigentlich hätte Assuncao am Wochenende auf Francisco Rivera treffen sollen. Der wilde Kalifornier ist zwar ebenfalls kein allzu bekanntes Gesicht, in der UFC aber immerhin seit 2012 in vier Kämpfen ungeschlagen. 

Rivera verletzte sich jedoch Anfang des Monats und wurde durch Munhoz ersetzt, der nach zehn aufeinanderfolgenden Siegen in der regionalen Szene seine Chance im Octagon bekommt. Der UFC-Neuling hat somit die Möglichkeit, sich auf Kosten Assuncaos selbst einen Namen zu machen, der sich mit Siegen gegen Kämpfer wie Mike Easton, Vaughan Lee und zuletzt Dillashaw bereits in Titelnähe manövrieren konnte. 

Cody Gibson vs. Aljamain Sterling
Ebenfalls im Bantamgewicht werden zwei UFC-Neulinge aufeinandertreffen. Cody „The Renegade“ Gibson (11-3) gibt in seinem 15. Profi-Kampf sein langerwartetes UFC-Debüt, und das mit einer Erfolgsserie von sechs Siegen in Folge im Rücken. Das frühere Federgewicht, das u.a. schon mit den UFC-Veteranen Ulysses Gomez und Walel Watson im Käfig stand, konnte insgesamt sieben seiner elf Siege vorzeitig einfahren.

Aljemain Sterling (8-0) verlor seinen ersten Amateurkampf im Jahr 2010 geteilt nach Punkten, ist seitdem aber in zwei Amateur- und acht Profi-Kämpfen ungeschlagen. Fünf seiner Siege kamen darüber hinaus vorzeitig zustande, vier davon per Aufgabe durch Rear Naked Choke – am Samstag bekommt das 24-jährige Talent seine Chance, dies auf der großen Bühne zu wiederholen.

Zach Makovsky vs. Josh Sampo
Der einzige Fliegengewichtskampf des Abends könnte ein Action-Feuerwerk erster Güte werden. Sowohl Zach „Fun Size“ Makovsky (17-4) als auch Josh „The Gremlin“ Sampo (11-2) haben bisher einen Kampf in der UFC auf dem Buckel, konnten beeindruckend gewinnen und stehen sich auf der Suche nach dem zweiten Octagon-Erfolg nun gegenseitig im Weg.

Makovsky debütierte im Dezember vergangenen Jahres kurzfristig als Ersatz für den verletzten John Dodson gegen Scott Jorgensen. Gegen den WEC- und UFC-Veteranen gaben ihm die meisten Fans wenig Cancen, Makovsky allerdings punktete den Favoriten drei Runden lang aus und sicherte sich am Ende der 15 Minuten einen zwar keineswegs dominanten, aber eindeutigen und umso überraschenderen Punktsieg.

Am Samstag wird er auf Josh Sampo treffen, der in der UFC bisher ebenfalls bei 1-0 steht und am Wochenende den zweiten Erfolg im Octagon einheimsen will. Der Kämpfer aus Missouri traf im November auf Ryan Benoit, den Sampo per Rear Naked Choke zum Abklopfen zwang. Mit diesem Erfolg sicherte „The Gremlin“ sich den sechsten Aufgabe-Sieg seiner 2009 gestarteten Karriere. 

Rafaello Oliveira vs. Erik Koch
Fast ganz unten auf dem Vorprogramm versteckt sich ein Gesicht, das man vor nicht allzu langer Zeit beinahe in einem Titelkampf gegen Federgewichtschampion José Aldo gesehen hätte – Erick „New Breed“ Koch (13-3) hätte nach einer erfolgreichen Karriere in der WEC und Siegen gegen Raphael Assuncao und Jonathan Brookins im Octagon bei UFC 149 im Juli 2012 seine Chance bekommen sollen – eine Verletzung Aldos verschob den Kampf jedoch auf UFC 153 im Oktober, den dann jedoch Koch selbst verletzt absagen musste. Stattdessen stieg Koch im Januar 2013 gegen Ricardo Lamas ins Octagon, doch anstatt sich seine Titelchance im dritten Versuch zu sichern, wurde er vom späteren Herausforderer mit hartem Groundandpound in die Matte gestampft. Nach der T.K.o.-Niederlage gegen Lamas sollte im August des gleichen Jahres das Comeback gegen Dustin Poirier folgen, der „Diamond“ sicherte sich jedoch eine einstimmige Punktentscheidung gegen den Duke Roufus-Kämpfer.

Bei UFC 170 wird er gegen Rafaello „Tractor“ Oliveira (15-6) möglicherweise um seinen Job kämpfen, der seinerseits in Vegas um jeden Preis einen Sieg braucht. Der brasilianische BJJ-Schwarzgurt wurde bereits 2010 einmal aus der UFC entlassen, kam ein Jahr später aber als kurzfristiger Ersatz zurück. Vorzeitige Niederlagen gegen Gleison Tibau, Yves Edwards und zuletzt Edson Barboza haben Oliveira allerdings in eine missliche Lage geführt, aus der er sich nur mit einem Sieg am Samstag befreien kann.

Ernest Chavez vs. Yosdenis Cedeno
Der erste Kampf des Abends wurde nach dem Ausfall eines Duells zwischen Rustam Khabilov und Rafael dos Anjos vor zwei Wochen kurzfristig aus dem Boden gestampft. Die beiden Leichtgewichts-Debütanten Ernest „EJ“ Chavez (6-2) und Yosdenis „Pink Panther“ Cedeno (9-2) werden sich freuen, denn sie haben von diesem Wegfall in Form von zwei UFC-Verträgen profitiert.

Chaves hat zuletzt zwei Mal für BAMMA USA gekämpft und jeweils durch (T.)K.o. gewonnen, womit er seine noch unbefleckte Profi-Bilanz auf sechs Erfolge am Stück ausweiten konnte. Der Kubaner Cedeno dagegen ist zwar nicht mehr ungeschlagen, kann aber bereits neun Siege sein Eigen nennen, von denen er sechs durch (T.)K.o. eingefahren hat.


Anbei das gesamte Programm: 

UFC 170: Rousey vs. McMann
Samstag, 22. Februar 2014
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA

Bantamgewichtstitelkampf der Frauen (ufc.tv)
Ronda Rousey (c) vs. Sara McMann

Hauptprogramm (ufc.tv)
Daniel Cormier vs. Patrick Cummins
Rory MacDonald vs. Demian Maia
Mike Pyle vs. TJ Waldburger
Robert Whittaker vs. Stephen Thompson

Vorprogramm (ufc.tv)
Alexis Davis vs. Jessica Eye
Raphael Assuncao vs. Pedro Munhoz
Cody Gibson vs. Aljamain Sterling
Zach Makovsky vs. Josh Sampo

Vorprogramm (ufc.tv)
Rafaello Oliveira vs. Erik Koch
Ernest Chavez vs. Yosdenis Cedeno