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Tyron Woodley: Warum verdient der Champion nicht das meiste Geld?

Tyron Woodley (Foto: ZUFFA LLC)

Am 21. März kehrt Tyron Woodley in London zum ersten Mal seit seiner Niederlage gegen Kamaru Usman wieder in den UFC-Käfig zurück. Der Amerikaner ist nun zum ersten Mal seit Jahren wieder Jäger und nicht als Champion der Gejagte. Daher hat Woodley auch einiges an seiner Vorbereitung verändert und wird nun mit Unterstützung des AKA-Teams in Thailand unter Mike Swick an den Start gehen.

„Es war einfach etwas, das ich gebraucht habe“, erklärte Woodley in Ariel Helwanis MMA Show. „Ich habe schon 15 Pfund abgenommen, seit ich hier bin. Meine Kondition ist Wahnsinn. Ich trainiere mir hier den Arsch ab.“ Ursprünglich nur als Vorbereitung auf das eigentliche Trainings Camp angelegt, will Woodley auch den Rest der Vorbereitung in Thailand verbringen.

„Es fühlt sich einfach gut an, daher habe ich Mike darum gebeten, zurückzukommen. Ich werde ein paar Tage nach Hause zu meiner Familie fliegen und meine Kinder in die Arme schließen, insbesondere nach der Tragödie mit Kobe Bryant. Dann werde ich mir einen Flieger zurück suchen und wieder rausfliegen.“

Woodley plant, anders als früher direkt aus dem Trainings Camp zum nächsten Kampf zu fliegen. Der einstige Champion weiß, dass er sich wieder auf seine Wurzeln zurückbesinnen muss, wenn er wieder auf den Thron der Gewichtsklasse kommen will. Und da er sich in der Vergangenheit nicht immer als einfacher Verhandlungspartner der UFC gegenüber gezeigt hat, ist ihm auch bewusst, dass er mehr als einen Sieg für eine Revanche gegen Usman brauchen wird.

„Ich habe keine Garantie auf einen Titelkampf, wenn ich Leon Edwards besiege. Ich bekomme nicht genug Respekt dafür, dass ich meinen Titel vier Mal verteidigt habe und innerhalb eines Jahres vier Titelkämpfe gewonnen habe. Aber Colby wird dafür gelobt, dass er mit gebrochenem Kiefer weitergemacht hat. Ich habe mir in einem Titelkampf das Labrum in der Schulter gerissen und Takedowns verteidigt, mein Fuß war gegen Kelvin Gastelum kaputt und ich habe den Kampf gewonnen. Es gibt so viel Anerkennung für Niederlagen in unserem Sport, dass es lächerlich ist. In keinem anderen Sport passiert das.“

Woodley lieferte sich in der Vergangenheit regelmäßig verbale Scharmützel mit anderen Kämpfern seiner Gewichtsklasse, will nun jedoch nur noch den sportlichen Teil in den Vordergrund stellen.

„In unserem Sport geht es darum, der Beste zu sein. Wer den Titelgürtel hatte, sollte der Mann an der Spitze sein. Das war noch bevor sie neue Gürtel und andere Sachen gebracht haben. Ein Stephen Curry in der NBA wird nicht besser als die anderen verdienen, weil er Trash Talk betreibt oder weil er sich stylisch für die Pressekonferenz anzieht. Er verdient so viel, weil er dir den Dreier ins Gesicht wirft.“

Der 37-Jährige will sich wieder ins Gedächtnis der Fans zurückkämpfen und sich den Respekt zurückholen, den er für sich beansprucht. Die Würdigung soll sich dann auch auf dem Konto niederschlagen.

„Diese Gewichtsklasse ist so abgedroschen. Es stört mich richtig. Ich muss zurückkommen und die Leute verprügeln. Wer macht das meiste Geld bei uns im Sport? Es ist nicht der Champion Kamaru Usman…Jorge bekommt endlich seinen Zahltag, er steht ganz oben. Die Diaz-Brüder, Conor McGregor. Ein paar von denen haben nie einen Titel gewonnen. Cowboy hat gerade abkassiert und der war nie auch nur nah an einem UFC-Titel dran.“

„Ein Leon Edwards, Kamaru Usman, Colby Covington, keiner von denen wird mich zu einer größeren Legende machen, als ich es schon bin, nachdem ich Carlos Condit, Robbie Lawler, Josh Koscheck oder Dong Hyun Kim besiegt habe. Die Leute, die ich schon geschlagen habe, werden diejenigen sein, die mich in die Geschichtsbücher bringen. Es ist jetzt eine persönliche Sache.“

In London wird Woodley auch zum ersten Mal seit seinem Titelverlust an Usman wieder Geld mit dem Kämpfen verdienen. Das kommt dem Amerikaner gerade recht. Wie er erklärte, habe er den Lifestyle als Champions sehr exzessiv betrieben und nicht wirklich auf seine Ausgaben geachtet.

„Ich habe eine Menge Geld rausgeblasen. Eine große Menge. Schmuck, das VIP-Leben und der ganze Lifestyle als Champion. Dort, wo ich herkomme, ist niemand darauf vorbereitet, viel Geld zu besitzen. Ich habe hart dafür gearbeitet, es war kein Zufall, aber keiner hat mir je beigebracht, mit Geld umzugehen. Der Lohn meiner Mutter war schon verteilt, bevor sie ihn überhaupt hatte, sie musste monatlich entscheiden, welche Rechnung sie dieses Mal nicht bezahlt. Ich dachte als Kind, das wäre normal, das müsste jeder so machen.“

„Als ich angefangen habe, Geld zu verdienen, habe ich sieben Autos und zwei Häuser gekauft und jede Menge Reisen gemacht. Und keiner hat je einen Finger gekrümmt, als wir Essen gegangen sind, zehn bis 15 Leute. Ich war jede zweite Woche in irgendwelchen VIP-Clubs und ich habe mir immer vorgestellt, dass es so weitergeht mit dem Geldverdienen. Aber nichts da. Puff. Verdammt. Das war eine Lektion, die ich lernen musste.“