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TUF Nations Finale: Kennedy und Kanada triumphieren

Tim Kennedy bezwang Michael Bisping nach Punkten (Foto: ZUFFA LLC)

Die UFC ist um zwei weitere "Ultimate Fighter" reicher. Mit Elias Theodorou und Chad Laprise sicherten sich zwei Kanadier in teaminternen Duellen den Titel der "TUF Nations"-Staffel. Im Kampf der Trainer machte Patrick Coté den kanadischen Triumph perfekt. Im Hauptkampf standen sich die Top-Ten-Mittelgewichte Michael Bisping und Tim Kennedy gegenüber.

Michael Bisping vs. Tim Kennedy
Kennedy kam aus der Ecke und holte sich sofort den ersten Takedown des Abends. Am Boden angekommen, bearbeitete Kennedy Bisping die komplette Runde lang unter den Buh-Rufen der Fans mit Schlägen. Nach der verlorenen ersten Runde kam Bisping mit einer guten zweiten zurück in die Begegnung. Der Brite konnte den Kampf im Stehen halten und vereinzelte Treffer setzen. Der dritte Durchgang gehörte dann wieder dem Amerikaner. Nach Abtasten im Stand ging Kennedy mit einer Rechten nach vorne, die Bisping traf und Kennedy den Takedown einbrachte. Kennedy zeigte erneut exzellente Kontrolle aus der Oberlage und konnte nicht nur Schläge anbringen, sondern Bisping auch zweimal im Verlauf der Runde mounten.

Der vierte Durchgang sah anfangs wie ein Spiegelbild der zweiten Runde aus. Bisping konnte die Takedowns stoppen, übte Druck aus und kam mit Händen durch. Aber Kennedy hatte sein Pulver noch nicht komplett verschossen und konnte ebenfalls schwere Hände landen, die Bisping durchrüttelten. In Runde Fünf ging Kennedy auf Nummer sicher und holte sich einen frühen Takedown. Nachdem auf der Matte wenig passierte, wurden die Kontrahenten wieder aufgestellt. Bisping warf noch einmal alles in die Waagschale, es reichte allerdings nicht. Es ging an die Punktrichter, die den Kampf einstimmig für Kennedy werteten.
Tim Kennedy bes. Michael Bisping einstimmig nach Punkten (49-46, 49-46, 50-45)

Patrick Cote vs. Kyle Noke
Noke kam gut in den Kampf und traf mit einem Front Kick. Das sollte auch die einzige gute Offensivaktion des Australiers bleiben, der kurze Zeit später von Coté auf die Matte geworfen und dort aus der Oberlage bis zum Ende der Runde bearbeitet wurde. Der zweite Durchgang begann mit einem Takedown von Coté, bei dem er mit Schwung in einen Kniestoß von Noke rannte.

Noke setzte weitere Treffer, aber der Kanadier konnte die Offensive überstehen und gegen Mitte der Runde Noke erneut auf den Rücken werfen. Erneut arbeitete Coté mit Schlägen aus der Oberlage, erneut konnte sich Noke nicht befreien und musste Schläge einstecken. Kurz vor Rundenende ging es nochmal in den Stand, hier konnte keiner der TUF-Trainer Akzente setzen. In Runde Drei setzte Noke mit zahlreichen Tritttechniken Coté zu, der sich erneut mit einem Takedown zu helfen wusste und Runde und Kampf nach Punkten für sich entscheiden konnte.
Patrick Coté bes. Kyle Noke einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 30-27)

TUF-Nations-Finale im Mittelgewicht: Sheldon Westcott vs. Elias Theodorou
Sheldon Westcott konnte es kaum erwarten, in der UFC anzukommen. Von Beginn an ging er auf den Takedown los und bedrängte seinen kanadischen Teamkollegen. Dabei konnte er sich Mitte der Runde den Rücken Theodorous sichern. Nachdem dieser seinen Widersacher abschüttelte, schien bei Westcott die Luft raus zu sein und Theodorou bestimmte fortan den Kampf.

Dies wurde im zweiten Durchgang noch deutlicher. Die Offensive Westcotts bestand nun nur noch aus erfolglosen Takedowns, während Theodorou seinerseits erst harte Treffer im Stand setzte und dann, nach einem Takedown, mit weiteren Schlägen am Boden weiter machte. Westcott wirkte komplett entkräftet und zeigte kaum noch Gegenwehr, sondern ließ sich von Theodorou am Boden verprügeln bis der Ringrichter kurz vor Ende der zweiten Runde abbrach.
Elias Theodorou bes. Sheldon Westcott via T.K.o. (Schläge) nach 4:41 in Rd. 2

TUF-Nations-Finale im Weltergewicht: Olivier Aubin-Mercier vs. Chad Laprise
Bereits in der ersten Runde zeichnete sich die Dominanz im Stand von Laprise ab. Der Kämpfer aus Ontario zeigte gute Fußarbeit und hielt Aubin-Mercier sehr gut auf Distanz. Der Lokalmatador aus Quebec konnte trotz zahlreicher Versuche nicht in die Nahdistanz kommen, um seine Qualitäten im Grappling auszuspielen. Im zweiten Durchgang kam Aubin-Mercier besser in den Standkampf, konnte ein, zwei Hände landen und den Kampf sogar auf die Matte verlagern.

Nach einer kurzen Schrecksekunde, in der Aubin-Mercier zu einer Guillotine ansetzte, konnte Laprise wieder aufstehen und erneut den Standkampf für sich entscheiden. In der letzten Runde ging Aubin-Mercier erneut auf den Takedown, konnte aber das Ruder nicht mehr herum reißen. Laprise hielt den Kampf im Stand und punktete weiter, ohne den Kampf jedoch beenden zu können.
Chad Laprise bes. Olivier Aubin-Mercier geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 30-27)

Dustin Poirier vs. Akira Corassani
Was für ein Beginn für das Hauptprogramm. Poirier begann im Vorwärtsgang, während Corassani jedes Mal mit weiten Schwingern antwortete, wenn Poirier auch nur in die Nähe kam. Gegen Mitte der Runde kam der Schwede dann vermehrt durch und konnte den unvorsichtigen Poirier gut durchrütteln. Poirier überstand die Attacken und konnte seinerseits harte Treffer landen, bevor er einen Takedown des Schweden abfing und auf der Matte erst einen D'Arce Choke versuchte, bevor er schließlich einen Peruvian Neck Tie anzog, aus dem sich Corassani kurz vor Rundenende befreien konnte.

In der zweiten Runde ließ Poirier dann keinen Zweifel an seiner Favoritenstellung. Eine frühe Kombination kam durch und traf mit einem abschließenden Uppercut. Corassani wich auf die Matte zurück, kauerte sich zusammen und musste harte Körpertreffer einstecken bis der Ringrichter den Kampf abbrach.
Dustin Poirier bes. Akira Corassani via T.K.o. (Schläge) nach 0:42 in Rd. 2

Sam Stout vs. K.J. Noons
Kaum begonnen, war der Kampf auch schon vorbei. Nach kurzem Abtasten tauchte Noons unter einem Schlag Stouts weg und knockte ihn mit einem rechten Haken ans Kinn aus. Stout wusste gar nicht, wie ihm geschah und versuchte, mit dem Ringrichter zu grapplen, bevor er, immer noch benommen, in seine Ecke fiel. Noons darf sich damit rühmen, der erste Kämpfer zu sein, der Sam Stout ausknockt.
K.J. Noons bes. Sam Stout via K.o. (Schlag) nach 0:30 in Rd. 1

Sarah Kaufman vs. Leslie Smith
Die beiden Frauen sorgten drei Runden lang für gute Unterhaltung. Sowohl Kaufman als auch Smith gingen furchtlos in den Infight und warfen mit allem um sich, was der Körper her gab. Mit zunehmender Dauer war es jedoch Kaufman, die die zahlreichen Schlagabtäusche für sich entscheiden und immer wieder mit ihrer Rechten punkten konnte.

Kaufman agierte technischer, setzte den Jab, traf mit Kombinationen und bewegte sich immer wieder rechtzeitig nach außen, um den Schwingern Smiths zu entgehen. Die kurzfristig eingesprungene Smith sicherte sich zwar einige neue Fans, allerdings auch im zweiten Aufeinandertreffen mit Kaufman nicht den Punktsieg.
Sarah Kaufman bes. Leslie Smith einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Ryan Jimmo vs. Sean O'Connell
Das erste vorzeitige Ende des Kampfabends besorgte Ryan Jimmo. Nachdem er anfangs von O'Connell  unter Druck gesetzt wurde und am Käfig ein tiefes Knie aus dem Clinch einstecken musste, erwehrte er sich den weiteren Clinch-Versuchen O'Connells.

Nach etwas mehr als vier Minuten ging O'Connell mit einem rechten Haken voraus. Jimmo sah ihn kommen und landete seinerseits eine harte Rechte ans Kinn, die O'Connell umwarf. Zur Sicherheit setzte Jimmo zwei Schläge hinterher, bevor Ringrichter Dan Miragliotta den Kampf abbrach.
Ryan Jimmo bes. Sean O'Connell via K.o. (Schläge) nach 4:27 in Rd. 1

George Roop vs. Dustin Kimura
Roop nutzte von Beginn an seine Reichweite aus und hielt Kimura auf Distanz. Der junge Kimura hatte sichtlich Probleme damit, mit seinen Schlägen an Roop heranzukommen. Kimura schaffte es schließlich, Roop an den Käfig zu clinchen und mit einem Single-Leg-Takedown auf die Matte zu befördern. Roop konnte sich jedoch die Oberlage sichern und das Geschehen bis zum Rundenende kontrollieren. Im zweiten Durchgang kam Kimura besser in das Geschehen, landete Körpertreffer und konnte sich Mitte der Runde den Rücken Roops sichern.

Kimura arbeitete am Rear-Naked Choke, aber Roop konnte sich daraus befreien und wieder in den Stand kommen. Die letzte Runde gehörte dann ganz Roop. Nach einer guten Kombination beförderte Roop den Kampf auf die Matte und tat am Boden gerade so viel, wie nötig war um den Kampf auf dem Boden zu halten. Kimura musste kurze Schläge nehmen, konnte Roop nicht abschütteln und musste schließlich die Niederlage nach Punkten einstecken.
George Roop bes. Dustin Kimura einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)

Mark Bocek vs. Mike De La Torre
Kurzfristig für Evan Dunham eingesprungen, zeigte Mike de la Torre eine gute kämpferische Leistung gegen Mark Bocek. Die beiden Leichtgewichte lieferten sich eine actiongeladene erste Runde. Bocek konnte mit einer Rechten den ersten Treffer setzen und ging sofort auf den Clinch. De la Torre konnte am Käfig den Kampf mit einem Hüftwurf auf die Matte befördern, es ging aber wieder in den Stand, wo beide immer wieder lange Hände austauschten.

Im zweiten Durchgang hatte de la Torre seine Distanz gefunden und sah nun besser aus. Bocek versteifte sich auf die Takedowns, aber de la Torre hielt gut dagegen und konnte sich durch gutes Standup die Runde sichern. Im letzten Durchgang war es dann der erfahrene Bocek, der weiter an Takedowns arbeitete und nun auch im Stand wieder besser in den Kampf kam. De la Torre brauchte zu lange, um sich von Bocek zu lösen und konnte seinerseits keine Akzente setzen.
Mark Bocek bes. Mike de la Torre geteilt nach Punkten (29-28, 30-27, 28-29)

Nordine Taleb vs. Vik Grujic
Im zweiten TUF-Kampf des Abends zeigte der Kanadier Nordine Taleb eine abgeklärte Leistung gegen Vik Grujic. Der Australier wollte mit langen Händen punkten, wurde aber von Taleb ein ums andere Mal zu Boden gerungen und aus der Oberlage mit kurzen Schlägen und Ellenbogen bearbeitet.

Grujic konnte sich in keiner Runde aus der Umklammerung des Kanadiers befreien und kassierte durch einen Ellenbogen in den letzten Sekunden des Kampfes noch eine tiefe Platzwunde mitten auf der Stirn. Die Punktrichter hatten keine Mühe und werteten alle Runden für Taleb.
Nordine Taleb bes. Vik Grujic einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Richard Walsh vs. Chris Indich
Im rein australischen Duell musste Walsh anfangs ein paar Treffer einstecken, bevor er sich in den Clinch vorarbeitete und den Kampf später auf die Matte beförderte. Dabei ließ er sich fast in einer Guillotine einfangen, konnte sich jedoch wieder befreien.

Die zweite Runde sah einen weiter aggressiven Walsh, der das Heft in die Hand nahm und nun sowohl im Stand als auch im Clinch Akzente setzte und Indich mit schweren Treffern bearbeitete. In der dritten Runde nahm Walsh dann Fahrt raus, konnte mit einem Hüftwurf und weiteren Treffern aus dem Clinch punkten. Der Punktsieg war daher nur die logische Schlussfolgerung nach drei deutlichen Runden.
Richard Walsh bes. Chris Indich einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Mitch Gagnon vs. Tim Gorman
Den Kampf eröffnten Mitch Gagnon und TUF-18-Kämpfer Tim Gorman, der nach einer schweren Verletzung ein verspätetes UFC-Debüt feierte. Gagnon hieß seinen amerikanischen Gegenüber mit harten Körpertreffern willkommen und zeigte sich als besserer Standkämpfer.

Der Ringer Gorman versuchte immer wieder, Gagnon auf den Rücken zu legen, aber Gagnon hatte wenig Mühe, die Takedowns abzuwehren und konnte im Stand mehrere Guillotinen ansetzen, aber mit keiner ein vorzeitiges Ende herbeiführen. Mit einem Takedown in der letzten Minute sicherte sich Gagnon den Sieg nach Punkten.
Mitch Gagnon bes. Tim Gorman einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)

Die Ergebnisse im Überblick:

The Ultimate Fighter: Nations Finale
16. April 2014
Quebec City, Quebec, Kanada

Tim Kennedy bes. Michael Bisping einstimmig nach Punkten (49-46, 49-46, 50-45)
Patrick Coté bes. Kyle Noke einstimmig nach Punkten (29-28, 29-28, 30-27)

TUF-Nations-Finale im Mittelgewicht
Elias Theodorou bes. Sheldon Westcott via T.K.o. (Schläge) nach 4:41 in Rd. 2

TUF-Nations-Finale im Weltergewicht
Chad Laprise bes. Olivier Aubin-Mercier geteilt nach Punkten (29-28, 28-29, 30-27)

Dustin Poirier bes. Akira Corassani via T.K.o. (Schläge) nach 0:42 in Rd. 2

K.J. Noons bes. Sam Stout via K.o. (Schlag) nach 0:30 in Rd. 1
Sarah Kaufman bes. Leslie Smith einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Ryan Jimmo bes. Sean O'Connell via K.o. (Schläge) nach 4:27 in Rd. 1
George Roop bes. Dustin Kimura einstimmig nach Punkten (30-27, 29-28, 29-28)
Mark Bocek bes. Mike de la Torre geteilt nach Punkten (29-28, 30-27, 28-29)
Nordine Taleb bes. Vik Grujic einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Richard Walsh bes. Chris Indich einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)
Mitch Gagnon bes. Tim Gorman einstimmig nach Punkten (30-27, 30-27, 30-27)