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TUF 22 Finale: Frankie Edgar pulverisiert Chad Mendes in 148 Sekunden

Frankie Edgar gegen Chad Mendes (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Ryan Hall heißt der Sieger der 22. Staffel von The Ultimate Fighter. Der Amerikaner, der eigentlich im Viertelfinale gegen Saul Rogers ausgeschieden war, konnte aufgrund dessen Problemen mit dem Visum im Finale gegen Artem Lobov antreten, machte das Beste aus seiner Möglichkeit und gewann den UFC-Vertrag. Den größeren Preis, nämlich einen möglichen Titelkampf, gab es im Hauptkampf zwischen Chad Mendes und Frankie Edgar zu gewinnen. Das Ende überraschte allerdings. Nach nur 148 Sekunden war alles vorbei.

Viele Szenarien hatte man sich ausgemalt, aber dass Frankie Edgar sein Gegenüber Chad Mendes schon in der ersten Runde ausknocken sollte, damit rechneten wohl nur die wenigsten. Von Beginn an war Edgar das schnellere Federgewicht, zirkelte um Mendes herum und punktete mit seinen Händen. Der Kalifornier verlegte sich auf Leg-Kicks, um die Beweglichkeit Edgars einzuschränken.

Soweit sollte es nicht kommen, denn nach zweieinhalb Minuten feuerte der einstige Leichtgewichtschampion aus dem Nichts eine Rechts-Links-Kombination ab, die perfekt traf und Mendes auf die Bretter schickte. Noch bevor Edgar weitere Schläge anbringen konnte, war der Ringrichter dazwischen und schützte Mendes vor weiterem Schaden. Während Chad Mendes zum zweiten Mal in Folge K.o. ging, feierte der 34-jährige Edgar seinen fünften Sieg in Serie im Federgewicht und forderte anschließend lautstark einen Titelkampf.

Ryan Hall: Vom Ersatzkämpfer zum Turniersieger

Das hatte sich Conor McGregors Teamkollege Artem Lobov wohl anders vorgestellt. Nachdem er und Ryan Hall vor dessen Berufung in den Finalkampf noch gemeinsam trainiert hatten, ließ er sich im Finale vom unerfahrenen Bodenspezialisten drei Runden lang den Schneid abkaufen. Hall nahm in jedem Durchgang den Rücken Lobovs ein und wischte buchstäblich die Matte mit ihm auf.

Der Russe wirkte zu keinem Zeitpunkt entschlossen, selbst offensiv zu agieren. Stattdessen schien er damit zufrieden, nicht in einer Submission zu landen. Die irischen Fans in der Halle quittierten Halls Taktik und Lobovs Passivität mit lauten Buh-Rufen, was nichts an der Tatsache änderte, dass Ryan Hall und damit Team Faber die 22. Staffel "The Ultimate Fighter" für sich entschied.

Tony Ferguson siegt im Kampf des Abends

Den unterhaltsamsten Kampf des Abends lieferten sich erwartungsgemäß Tony Ferguson und Edson Barboza. Dabei zeigte Barboza anfangs eine starke Leistung, brachte seine Konter an den Mann und feuerte brutale Kicks in Richtung Ferguson. Dieser versuchte immer wieder, sich in eine Kneebar hinein zu rollen, musste aber nach einem unerlaubten Tritt am Boden einen Punktabzug hinnehmen. "El Cucuy" ließ sich davon nicht entmutigen und legte weiterhin den Vorwärtsgang ein, attackierte mit Kicks oder eingedrehten Ellenbogen, während er von Barboza permanent mit Treffern eingedeckt wurde.

In der zweiten Runden waren die beiden Leichtgewichte bereits schwer gezeichnet und blutüberströmt. Dann wurde Barboza ein Takedown zum Verhängnis. Ferguson konterte den Brasilianer aus, drehte ihn auf den Rücken und konnte seine Lieblingstechnik, den D'Arce Choke, ansetzen, in welchem Barboza aufgab. Nach zuvor eher fadem Programm ein Höhepunkt der Fight Night.

Evan Dunham und Tatsuya Kawajiri dominieren

Die Erfahrung aus insgesamt 34 UFC-Begegnungen stand sich im Duell zwischen Evan Dunham und Joe Lauzon gegenüber. Lauzon konnte dabei kein erfolgreiches Jubiläum im 20. UFC-Kampf feiern. Dunham war im Stand deutlich überlegen und brachte seine Kombinationen durchgehend ins Ziel. Lauzon traf mit vereinzelten Schlägen, hatte aber im Laufe der drei Runden keine realistische Chance auf den Sieg und wurde von Dunham systematisch auseinander genommen, sodass die Wertung der Punktrichter entsprechend deutlich ausfiel.

Das Hauptprogramm begann mit einem dominanten Tatsuya Kawajiri, der den kurzfristig eingesprungenen Jason Knight auf dem auf der Matte kontrollierte sowie einem engen Duell zwischen den TUF-Halbfinalisten Julian Erosa und Marcin Wrzosek, welches knapp für den Amerikaner gewertet wurde. Auch im Vorprogramm ging der Großteil der Begegnungen an die Punktrichter. Einzig Fliegengewicht Geane Herrera hatte keine Lust darauf und knockte seinen Gegenüber Joby Sanchez im zweiten Durchgang mit einem heftigen linken Haken aus.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

The Ultimate Fighter 22 Finale
11. Dezember 2015
Las Vegas, Nevada, USA

Frankie Edgar bes. Chad Mendes via K.o. (Schläge) nach 2:28 in Rd. 1

TUF-Finale im Leichtgewicht
Ryan Hall bes. Artem Lobov einstimmig nach Punkten (30:27, 30:26, 30:26)

Tony Ferguson bes. Edson Barboza via D'Arce Choke nach 2:54 in Rd. 2
Evan Dunham bes. Joe Lauzon einstimmig nach Punkten (30:26, 30:27, 30:26)
Tatsuya Kawajiri bes. Jason Knight einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Julian Erosa bes. Marcin Wrzosek geteilt nach Punkten (28:29, 29:28, 29:28)

Vorprogramm
Gabriel Gonzaga bes. Konstantin Erokhin einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:28)
Ryan LaFlare bes. Mike Pierce einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)
Geane Herrera bes. Joby Sanchez via K.o. (Schlag) nach 4:28 in Rd. 2
Chris Gruetzemacher bes. Abner Lloveras einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)