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TJ Dillashaw: Ich habe betrogen und wurde dabei erwischt

TJ Dillashaw (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de)

Die amerikanische Anti-Doping-Behörde (USADA) sperrte TJ Dillashaw im April für zwei Jahre, nachdem ihm bei einem Dopingtest die Einnahme des verbotenen leistungssteigernden Mittels EPO nachgewiesen wurde. Nun hat sich der ehemalige UFC-Champion erstmals dazu geäußert.

Am vergangenen Wochenende hatte TJ Dillashaw seinen ersten öffentlichen Auftritt seit seiner Dopingsperre. Bei Bellator 222 in New York betreute er seinen Teamkollegen Juan Archuleta. Anschließend war er bei Chael Sonnens Podcast „You’re Welcome“ zu Gast und sprach über seinen positiven Dopingtest.

„Es ist schwer, sich nicht selbst ein bisschen zu hassen“, sagte Dillashaw. „Ich habe betrogen, das will ich nicht kleinreden. Ich wollte etwas tun, was vorher noch niemand getan hatte. Ich wollte beweisen, dass ich der Beste der Welt bin und dass ich dieses Gewichtslimit schaffe. Ich bin ein schlankes Bantamgewicht. Daher dachte ich, der Wechsel ins Fliegengewicht sei kein Problem. Ich habe meinen Körper an seine Grenzen gebracht. Etwa sechs Wochen vor dem Kampf fing mein Körper an, nachzugeben, ich war immerzu müde. Ich wollte nicht mehr aufstehen und zum Training gehen.“

Dillashaw überlässt in der Vorbereitung nichts dem Zufall, er unterzieht sich regelmäßig medizinischen Tests und Untersuchungen, um beispielsweise herauszufinden, ob er Giftstoffe im Körper hat, wie hoch oder niedrig seine Hormonspiegel sind, usw.

Eines Tages stellte man bei ihm einen niedrigen Hämatokritwert (Anteil der Blutzellen am Gesamtvolumen des Blutes) fest. Normalerweise befindet sich dieser Wert bei ihm etwa um 45, die Ergebnisse zeigten aber einen Wert in den 30ern an.

„Ich beschloss daraufhin, etwas einzunehmen, das ich nicht einnehmen darf“, erklärte Dillashaw. „Es heißt Procrit und ist ein Medikament, das man bei Blutarmut einnimmt. Dieses Medikament würde mir nicht nur helfen, das Gewichtslimit zu schaffen – ich würde auch wieder ich selbst sein. Ich bin nicht darüber verärgert, dass ich es genommen habe, denn ich glaube nicht, dass ich sonst gekämpft hätte. Natürlich muss ich jetzt damit zurechtkommen, dass ich betrogen habe und dabei erwischt wurde.“

Das Medikament Procrit enthält Epoetin alfa, einen Wirkstoff aus der Gruppe der Epoetine. Es ist ein sogenanntes rekombinantes Erythropoetin (EPO), das die Bildung roter Blutkörperchen stimuliert. So hilft es zwar bei der Behandlung einer Blutarmut, kann aber bei gesunden Menschen auch als Dopingmittel missbraucht werden.