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Tim Kennedy hört auf

Das war's: Mit einer 18-6-Bilanz hört Mittelgewicht Tim Kennedy auf (Foto: Florian Sädler).

Das kam mit Ansage: Tim Kennedys Zeit als aktiver MMA-Kämpfer ist vorbei. Das gab das UFC-Mittelgewicht am Dienstag auf seiner Facebook-Seite bekannt. Nach bereits über zwei Jahren Pause kehrte Kennedy im Dezember bei UFC 206 ins Octagon zurück und wurde kurz vor Kampfende von Kelvin Gastelum technisch K.o. geschlagen. Ganz verschwinden wird Kennedy allerdings nicht aus der MMA-Szene.

Schon nach seiner kontroversen T.K.o.-Niederlage gegen Yoel Romero, der bei UFC 178 fast ausgeknockt wurde, in der Rundenpause eine knappe halbe Minute zu lange auf seinem Hocker sitzen blieb und anschließend seinerseits durch Knockout gewann, dachte Kennedy ans Aufhören. Zwei Jahre Pause und eine weitere Niederlage später ist endgültig Schluss für den ehemaligen Special Forces-Soldaten der US-Armee.

„Das war’s“, zitiert Kennedy sich selbst in seinem Facebook-Post, der den Aufenthalt in der Notaufnahme nach seiner Niederlage bei UFC 206 nacherzählt. „Wir sind fertig hier.“

Kennedy, der nach seinem Profi-Debüt 2001 über Jahre bei Strikeforce und in der UFC erfolgreich war und dort gegen Namen wie Robbie Lawler, Luke Rockhold und Michael Bisping angetreten ist, gab als Grund für seinen Schlussstrich sein Alter an. Mit 37 Jahren könne er schlicht nicht mehr die Leistungen abrufen, die er von sich gewohnt sei – beispielsweise, wie früher eine Woche nach Abschluss eines zweimonatigen Militärcamps einen Kampf anzunehmen und zu gewinnen.

„Es hat sich angefühlt, als würde ich mich in Zeitlupe bewegen“, so Kennedy über seine Niederlage im Dezember. „Ich bin zum ersten Mal überhaupt in einem Kampf müde geworden […]. Ich bin der Typ, der immer in Form ist, und das war ich auch für diesen Kampf. Ich habe härter trainiert als je zuvor. Aber das war einfach nicht mehr ich.“

Kennedy dankte in seinem Post seinen Trainern, der Militär-Community, die ihm stets Kraft gegeben habe, seiner Frau sowie allen seinen Gegnern, unter anderem UFC-Mittelgewichtschampion Michael Bisping, den Kennedy 2014 nach monatelanger Rivalität deutlich nach Punkten bezwingen konnte: „Ich wollte nie jemanden verbissener besiegen als dich, und du hast mich dazu motiviert, die beste Version meiner selbst aufzufahren. Alles Gute für die Zukunft, Champ.“

Von nun an will Kennedy sich anderen Dingen widmen, die er, sich bei seiner Frau im Voraus entschuldigend, als „super gefährlich“ einstufte, ohne konkreter zu werden. Ex-Scharfschütze Kennedy, der mehrere Touren für die US-Armee in diversen Krisengebieten absolviert hat, hatte sich während seiner MMA-Pause unter anderem als Cast-Mitglied der History Channel-Serie „Hunting Hitler“ gewidmet sowie der Arbeit für die neu gegründete MMA-Kämpfer-Gewerkschaft „MMA Athletes Association“. Dort will Kennedy dem Sport auch weiter erhalten bleiben.

„So traurig es für mich ist, abzutreten – das einzige, was noch trauriger sein könnte, wäre es, weiterzumachen, weil ich keine andere Option sehe, meine Familie zu ernähren. Eines Tages werden auch die Kelvin Gastelums, Yair Rodriguezs und Paige Van Zants in der Notaufnahme sitzen und […] einsehen, dass es vorbei ist. Und bis dieser Tag kommt, will ich sicherstellen, dass sie auch danach noch eine Zukunft haben."