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Thiago Santos hatte Knie-Operation vor Jones-Kampf

Thiago Santos (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de)

Viel hätte nicht gefehlt, und Thiago Santos hätte Las Vegas am Sonntag mit dem UFC-Titel im Halbschwergewicht verlassen. Gegen MMA-Legende Jon Jones zeigte der Brasilianer eine couragierte Leistung, die in einer knappen, geteilten Punktentscheidung endete. Dabei kämpfte Santos fast das gesamte Duell nur mit einem gesunden Bein. Schon seit Monaten soll sich der Brasilianer mit Kniebeschwerden herumschlagen, verriet sein Trainer nun.

„Thiagos Trainingslager startete mit 45 Tagen Verspätung und er hatte nur zwei Monate, um sich auf diesen Kampf vorzubereiten, er wollte aber nicht absagen“, verriet sein Coach Tata Duarte gegenüber MMAFighting.com. „Die Ärzte haben uns einen Zeitplan gegeben, aber es kam zu Komplikationen. UFC-Physiotherapeutin Heather Linden hat das Knie gerichtet. Sie hat im Mai rund um UFC 237 in Brasilien sechs Tage lang an ihm gearbeitet und das Problem gefunden und behoben. Erst danach konnte das Camp starten.“

UFC 237 fand am 11. Mai in Brasilien statt, also gerade einmal acht Wochen vor dem Kampf und sechs Wochen nach der offiziellen Bekanntgabe der UFC. Jones hatte also schon ein paar Wochen Vorsprung in Sachen Vorbereitung, doch Santos wollte den Kampf um keinen Preis absagen. Schon im Februar, als Santos in Prag Jan Blachowicz K.o. schlug, soll das Knie verletzt gewesen sein und Santos mit gerissenem Meniskus gekämpft haben. 

„Wir haben ihm gesagt, dass er absagen soll, aber er war stur und hat sich geweigert. Er wollte es nicht. Wir haben dieses Camp in zwei Monaten durchgezogen. Es hätten mindestens drei Monate sein müssen, aber wir hatten die Zeit nicht mehr. Wenn ihn das Knie nicht gestoppt hätte, bin ich mir sicher, dass er Jones geknackt hätte. Thiago hat Jon gut ausgeguckt, der Gameplan stand fest und nach den ersten Leg Kicks war Jon nicht mehr so mobil. Es wäre ein Leichtes gewesen, ihn dann auszuschalten, aber wir haben dafür auf mehrere Wechsel in der Auslage gesetzt. Er hat die Kombinationen angefangen, aber konnte nicht weitermachen.

Santos begann gut gegen Jon Jones und feuerte immer wieder harte Leg und Body Kicks ab, die Jones sichtlich zusetzten. In der zweiten Runde machte sich dann eine Verletzung beim Brasilianer bemerkbar, die ihn spürbar behinderte und so den Kampf für ihn einschränkte. Der Brasilianer kickte mutig weiter, doch verlor er wiederholt die Balance auf den Beinen. Nichtsdestotrotz lieferte er Jones bis zum Ende einen harten Kampf, der fast für ihn gewertet worden wäre. Entsprechend stolz ist Coach Duarte auf seinen Schützling.

„Ich denke, Thiago ist der Gewinner des Abends gewesen. Als ich ihn aus dem Käfig getragen habe, haben alle für ihn gejubelt, Amerikaner und Brasilianer, während Jon im Interview ausgebuht wurde. Ich bin ganz ehrlich, das ist wertvoller als der Gürtel. So einen Applaus und eine Wertschätzung zu erhalten und das Leute uns als Sieger gesehen haben. Es ist sehr schwer, Jon den Gürtel in Las Vegas abzunehmen. Jon kam verprügelt aus dem Käfig heraus. Die Beine sind geschwollen, der Rumpf, das Gesicht, die Lippen. Wir wussten aber, dass es schwer wird, nach Punkten zu gewinnen.“

Nach so einer Leistung, zumal auf einem gesunden Bein, fordern viele bereits einen Rückkampf gegen Jones, um ein klares Ergebnis zu erhalten. Duarte ist sich jedoch sicher, dass der UFC derzeit nicht daran gelegen ist, ihren Champion erneut einer solchen Tortur im Käfig auszusetzen.

„Das [direkte Rematch] wird nicht passieren“, so Duarte. „Thiago wird bestimmt noch einen Kampf machen müssen und erst dann einen Rückkampf bekommen, wenn der Weg dahin frei ist. Die UFC macht, was sie will. Aber ich sage eins: Wir haben unser Ziel erreicht. Er hat die Welt geschockt. Nach so einer Lebensgeschichte verlässt er Las Vegas als Star. Er weiß, dass er ein kompletter Fighter ist, er kann mit jedem über fünf Runden gehen, er hat es gerade mit jemandem getan, der als unbesiegbar gilt, als Bester aller Zeiten und er hat das auf einem Knie geschafft. Stellt euch nur vor, er hätte beide Beine zur Verfügung gehabt.“