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The Ultimate Fighter: USA vs. Europa - Episode 4

Urijah Faber und Conor McGregor coachen die 16 Nachwuchs-Kämpfer (Foto: Zuffa LLC).

Knapp zwei Dutzend Staffeln der Reality-Serie “The Ultimate Fighter” hat die UFC im Laufe der letzten zehn Jahre produziert, noch immer hat es aber kein einziger deutscher Kämpfer über die erste Runde hinaus geschafft. Auch in der aktuellen Staffel nicht, in der acht europäische Kämpfer gegen acht Sportler aus den USA antreten – in der letzten Episode schied Sascha Sharma nach Punkten gegen den Ami Chris Gruetzemacher aus.  

Der Kampf erhitzt auch in der vierten Episode immer noch die Gemüter – oder, besser gesagt, Conor McGregors Reaktion auf den Kampf. Der Coach des europäischen Teams war während Sharmas Kampf hemmungslos ausgerastet, weil dieser seine Anweisungen nicht befolgte und sich nicht an die Strategie hielt. Das Resultat waren drei Runden, die Sharma größtenteils auf dem Rücken verbrachte und die auf den Punktrichterzetteln daher an Gruetzemacher gingen.

Zunächst wird eine ausführliche Wiederholung der Schimpftiraden des UFC-Interims-Champions gezeigt, mittlerweile jedoch scheint McGregor sich besonnen zu haben. „Sasha ist ein guter Kerl und kein schlechter Kämpfer“, so der Ire mit ein wenig Abstand zum Geschehen. „Ich hätte mich besser unter Kontrolle haben sollen.“

Die zwei verlorenen Kämpfe nacheinander nagen trotzdem noch an McGregor, er zeigt sich im Training allerdings zuversichtlich, dass Marcin Wrzosek den nächsten Kampf für sein Team gewinnen kann. Der Pole wird auf den Amerikaner Tom Gallicchio treffen, einen Grappler, der laut seinem eigenen Coach, dem Ex-WEC-Champion Urijah Faber, zwar größer und stärker, aber gleichzeitig auch langsamer ist als der kleinere und stämmigere Wrzosek.

Im Training fokussiert sich McGregor also darauf, dass Wrzosek Takedowns verteidigen und sich am Boden aus der Unterlage befreien kann. Drama gibt es in dieser Episode wenig zu sehen, tatsächlich bleibt wohl am meisten eine Szene in Erinnerung, in der Wrzosek und Gallicchio zusammen frühstücken und ein wenig verkrampften Smalltalk führen.

Im Kampf selbst scheint sich Gallicchios Grappling-Vorteil zunächst auszuzahlen. Nachdem er im Stand einige harte Hände des Polen einstecken muss, gelingt ihm recht früh der erste Takedown, bevor er sich sogar den Rücken Wrzoseks sichern kann. Trotz Body Triangle kann Gallicchio jedoch keinen Griff sichern und verliert letztlich die Position. Zwar kann er den Kampf gegen Ende der Runde nochmals auf den Boden verlagern und sich sogar kurzzeitig die Mount sichern, ein gescheiterter Armbar-Versuch erlaubt jedoch Wrzosek, den Durchgang in der Oberlage zu beenden.

Nach der Pause wirkt Gallicchio deutlich müder als sein Gegner und wird im Stand häufig getroffen – die lange Zeit, die er in Runde eins auf Wrzoseks Rücken hing, zollt nun ihren Tribut. Zwar schafft er anfangs trotzdem noch einen Takedown, kann sich abermals die Mount sichern und Groundandpound auf Wrzosek loslassen, der jedoch bleibt ruhig und kann sich zurück in die Guard rollen. Zurück auf den Beinen, hat Gallicchio seinem Gegner nicht mehr viel entgegenzusetzen und versucht einen erfolglosen Takedown nach dem anderen.

Wrzosek geht wenige Risiken ein, ist aber kalkuliert aggressiv und landet deutlich mehr und deutlich härtere Treffer als sein Gegner, bevor er sich kurz vor Schluss sogar noch einen eigenen Takedown gegen seinen völlig erschöpften Gegner holt. Die einstimmige Punktentscheidung nach zwei Runden ist ihm damit sicher und das europäische Team hat nach dem verkorksten Start endlich seinen ersten Sieg eingefahren.

McGregor ist euphorisch und erzählt UFC-Präsident Dana White, dass der Staffelsieg mit den richtigen Kampfansetzungen ein leicht zu erreichendes Ziel sei. Zeit also, das zu beweisen, denn nach dem Sieg darf McGregor das nächste Matchup bestimmen. Der Brite Saul Rogers wird in der nächsten Episode auf den deutlich unerfahreneren Amerikaner Billy Quarantillo treffen.