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The Ultimate Fighter: USA vs. Europa - Episode 11

Urijah Faber und Conor McGregor wollen ihre Teams in TUF 22 zum Sieg führen (Foto: Zuffa LLC).

Eine Woche noch, dann steigt in Las Vegas das Finale der 22. „The Ultimate Fighter“-Staffel. Und so kurz vor dem Ziel sieht es nicht gut aus für das amerikanische Team um Urijah Faber, das gegen eine europäische Truppe unter der Fuchtel von Conor McGregor kämpft – von acht im Turnier verbliebenen Kämpfern kommt nur noch einer aus den Staaten.

Für Drama und Trashtalk ist so kurz vor Ende des Turniers keine Zeit mehr, die Episode beginnt direkt mit dem ersten von zwei Kämpfen in dieser Folge – einem Duell zwischen Teamkollegen, dem Polen Marcin Wrzosek und dem Franzosen David Teymur, die beide Conor McGregors Team angehören.

Marcin Wrzosek vs. David Teymur

Die Europäer scheinen abgemacht zu haben, keinen der beiden Kämpfer während des Duells zu coachen und die Amerikaner sind ohnehin ruhig, weil keiner der ihren im Käfig steht. Daraus entsteht eine fast gespenstische Stille im TUF-Gym – kein Jubeln, kein Rumbrüllen, keine Anweisungen sind zu hören, stattdessen schallt jeder Treffer laut durch das Gym und zwischendurch hört man sogar das Klicken der Spiegelreflexkameras.

Das macht es noch leichter, sich auf den Kampf zu konzentrieren, denn die beiden Trainingspartner schenken sich nichts. Wrzosek ist von Anfang an im Vorwärtsgang unterwegs, muss aber immer wieder Konter einstecken; vor allem mit seinen Kicks punktet Teymur. Einen davon kontert Wrzosek dann jedoch seinerseits mit einer rechten Geraden, die Teymur niederschlägt. Am Boden versucht Wrzosek, den Kampf zu beenden, schafft es aber nicht und kann seinen Gegner nicht auf der Matte halten. Anschließend ist es Teymur, der sich den Takedown holt und eine Zeit lang die Kontrolle in der Guard des Polen behält, jedoch keinen ernsthaften Schaden anrichten kann. Wrzosek kommt stattdessen zurück auf die Beine und kann einen Headkick abfangen, woraufhin er das Geschehen erneut auf den Boden verlagert. Kurz vor Ende der Runde kommt Teymur wieder hoch und landet noch einige Kicks.

In Runde zwei ist das Tempo langsamer – beide schenken sich gegenseitig Schläge und Tritte ein, bis Teymur einen Kick Wrzoseks abfängt und daraus einen Takedown macht. Auf der Matte versucht er nach kurzer Zeit einen D’Arce-Choke, bekommt den Griff jedoch nicht und findet sich in der Unterlage wieder. Wrzosek sichert sich aus dieser Situation heraus die Mount und setzt zu harten Schlägen an, bevor er von Teymur gesweeped wird. Nachdem dieser aus der Oberlage einige Zeit lang kaum aktiv ist, holt der Ringrichter die zwei zurück auf die Beine. Wrzosek macht den Rest der Runde über weiter Druck und versucht, den Kampf wieder auf den Boden zu verlagern, kann Teymur aber zwei Mal nur kurzzeitig auf die Matte pinnen, der im Gegenzug noch einige solide Treffer setzen kann.
 
Nach zwei Runden endet das Duell, und die Punktrichter geben den ultraknappen Kampf mehrheitlich an Wrzosek, der damit ins Halbfinale vorrückt. Angesichts von bisher nur sieben bestätigten Kämpfen für das Finale in Las Vegas wird er damit, wie auch alle anderen Viertelfinalsieger, mit einiger Sicherheit nächste Woche Freitag sein offizielles UFC-Debüt geben – unabhängig davon, wie das Halbfinale ausgeht.

Abner Lloveras vs. Julian Erosa

Ohne Umstände geht es weiter mit dem zweiten Kampf dieser Folge: Abner Lloveras aus Barcelona trifft auf Julian Erosa aus Yakima in Washington. „Juicy J“ Erosa ist der letzte verbliebene Amerikaner im Turnier, der Rest wurde nach und nach von den europäischen Kämpfern rausgekegelt.

Lloveras will scheinbar sicherstellen, dass das Feld nach diesem Kampf ausschließlich unter europäischer Flagge kämpft und startet das Duell hochaggressiv. Erosa ist jedoch vorbereitet und hält sich dank seiner Beinarbeit die meiste Zeit über aus der Gefahrenzone heraus. Beide Kämpfer sind aktiv, treffen aber selten sauber, bis Lloveras zwei Mal hintereinander mit harten Schlägen durchkommt. Erosa steckt sie weg und attackiert seinerseits mit variablen Kicks und Schlägen. Lloveras verlagert sich auf den Takedown und schafft es, ein Bein seines Gegners zu packen, Erosa zeigt jedoch solide Verteidigung und lässt sich nicht zu Boden bringen. Lloveras hält unnachgiebig an seinem Takedown fest und ist kurz vor Ende der Runde doch noch erfolgreich.

Conor McGregor ist sichtlich zufrieden mit dem Verlauf des ersten Durchgangs, im zweiten allerdings geht es dann recht früh Stück für Stück bergab für Lloveras. Vielleicht hat der Spanier in der ersten Runde zu lange und zu versessen den Takedown gesucht, jedenfalls scheint er ausgelaugter zu sein als Erosa, der das Tempo anzieht. Mit schnellen Kicks und Schlägen setzt er Lloveras unter Druck, der gegen Ende der Runde einen harten Aufwärtshaken kassiert und rücklings auf die Bretter geht. Erosa setzt zum Finish an, Lloveras kann sich aber retten und übersteht die Runde.

Nach zehn Minuten hat jeder der beiden je eine Runde gewonnen, also geht es noch einmal für fünf Minuten weiter. Erosa setzt weiter auf Druck und Tempo, Lloveras scheint sich aber weitestgehend erholt zu haben von der Schrecksekunde in Runde zwei und ist wieder mittendrin im Kampf. Mit mehreren Takedownversuchen ist der Spanier trotzdem nicht erfolgreich, dafür kann er zwischenzeitlich im Clinch die Kontrolle übernehmen. Im Stand landen beide einige Treffer, keiner kann den jeweils anderen jedoch in Gefahr bringen, bevor die Runde und damit ein weiterer knapper Kampf endet.

Nach fünfzehn Minuten gibt ein Punktrichter den Kampf an Lloveras, zwei dagegen sehen Erosa vorne. McGregor hält die Entscheidung für falsch und muntert Lloveras auf, der darüber nachdenkt, seine Karriere an den Nagel zu hängen, da TUF seine „letzte Chance“ gewesen sei, es auf die große Bühne zu schaffen.

Damit ist auch weiterhin noch ein Amerikaner im Spiel. Nach dem Kampf kündigen Faber, McGregor und Dana White die Halbfinalansetzungen an: Erosa wird in der nächsten und letzten Episode auf Conor McGregors Trainingspartner Artem Lobov treffen, während Wrzosek einmal mehr auf einen Trainingspartner treffen wird, den Briten Saul Rogers – die 12. Folge wird nächste Woche gesendet, womit erst zwei Tage vor dem Kampf die beiden Finalteilnehmer feststehen werden.

Die 22. The Ultimate Fighter-Staffel wird in Deutschland mit Verzögerung auf dem UFC Fight Pass übertragen. Die ersten sechs Episoden sind für Abonnenten hier zu finden.