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Stipe Miocic vs. Alistair Overeem, plus CM Punks Debüt

Ohne MMA-Erfahrung aufs Poster - CM Punks Karriere ist jetzt schon ein Erfolg (Foto: UFC).

Zum ersten Mal macht die UFC an diesem Wochenende in Cleveland, Ohio Station. Das dürfte hauptsächlich an dem Mann liegen, der den 52 Jahre anhaltenden Fluch der Stadt brach, der besagte, dass kein Sportler oder Team Clevelands einen großen Titel gewinnen könne. Nach Stipe Miocics großem Sieg bei UFC 198 im Mai legten dann in der NBA gleich die Cleveland Cavaliers nach. Jetzt steht Miocic vor heimischer Kulisse seinem ersten Herausforderer gegenüber, und das ist mit Alistair Overeem mitnichten Fallobst. Außerdem steht 21 Monate nach der Ankündigung doch noch das Debüt von Ex-Wrestler und Kampfsport-Novize Phil Brooks an, besser bekannt als CM Punk. 

Das Hauptprogramm von UFC 203 wird in Deutschland von ran Fighting gezeigt (einmalig 14,99 Euro), während das Vorprogramm auf dem UFC Fight Pass übertragen wird, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 11. September, 1:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 11. September, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 11. September, 4 Uhr

Hauptkampf: Stipe Miocic (c) vs. Alistair Overeem

Der 10. September könnte ein äußerst guter Tag für Stipe Miocic (15-2) werden, oder ein unglaublich schlechter. In 23 Jahren war die UFC nicht ein Mal in Cleveland zu Gast – dass es an ihm liegt, dass es ausgerechnet jetzt so weit ist, liegt auf der Hand. Eine Menge Druck für den frischgebackenen Champion, der sich den Gürtel erst im Mai mit einem furiosen Erstrunden-Knockout gegen Fabricio Werdum unter den Nagel reißen konnte und ihn jetzt zum ersten Mal verteidigen muss.

Miocic kam 2011 in die UFC und arbeitete sich mit Siegen gegen Namen wie Roy Nelson, Shane del Rosario und Gabriel Gonzaga Stück für Stück nach oben. Rückschläge musste Miocic lediglich zwei hinnehmen, gegen Stefan Struve und Junior dos Santos. Vorzeitige Siege gegen Mark Hunt und Andrei Arlovski verschafften ihm anschließend seine Titelchance, aus der er das Beste machte und ein ganzes Fußballstadion voller Brasilianer verstummen ließ, als er Werdum in Runde eins auf die Bretter schickte.

Alistair „The Reem“ Overeem (41-14-0(1)) dagegen hatte einige Fehlschläge mehr zu verdauen, bevor er nun doch noch seine große Chance auf den letzten wichtigen Kampfsporttitel bekommt, den er noch nicht gewonnen hat. Mit großem Trara debütierte der ehemalige K1-, Strikeforce- und Dream-Champion 2011 gegen Brock Lesnar in der UFC und knockte den Ex-Champion in der ersten Runde aus. Der anschließende Titelkampf fiel dank eines positiven Dopingtests ins Wasser, und danach lief es mit drei K.o.-Niederlagen in vier Kämpfen alles andere als rund für den „Demolition Man“.

Seit zwei Jahren allerdings hat er sich wieder gefangen: Aufeinanderfolgende Siege gegen Stefan Struve, Roy Nelson, Junior dos Santos und Andrei Arlovski haben Overeem wieder dahin gebracht, wo er eigentlich schon vor über fünf Jahren hätte stehen sollen: in einem UFC-Titelkampf. Jetzt muss er nur noch eine ganze Stadt enttäuschen, um sich seinen großen Traum zu erfüllen.

Co-Hauptkampf: Fabricio Werdum vs. Travis Browne 

Allzu viele Menschen wird es nicht geben, die dem Rückkampf zwischen Fabricio „Vai Cavalho“ Werdum (20-6-1) und Travis „Hapa“ Brown (18-4-1) entgegengefiebert haben. Im April 2014 standen die beiden sich schon einmal gegenüber, damals gewann Werdum eine einseitige Punktentscheidung und kegelte Browne damit aus dem Titelrennen.

Knapp ein Jahr später holte Werdum sich den UFC-Schwergewichtsgürtel von Cain Velasquez, der von vielen Fans als das beste Schwergewicht der Welt angesehen wurde und wird. Nach langer Verletzungspause jedoch sah dieser nicht gut aus gegen Werdum und musste in Runde drei Abklopfen. Seinem Nachfolger allerdings ging es anschließend kaum besser, eigentlich sogar ziemlich ähnlich: Nach einjähriger Verletzungspause wurde ein unvorsichtig nach vorn stürmender Werdum im Mai von Stipe Miocic ausgeknockt und musste seinen neuen Gürtel gleich wieder hergeben.

Jetzt steht ihm mit Browne ein undankbares Comeback bevor. Zum einen hat Werdum ihn bereits recht deutlich besiegt, zum anderen ist Browne trotz zuletzt drei Niederlagen in fünf Kämpfen noch immer ein brandgefährlicher Gegner. Viel zu gewinnen, nämlich die Chance, den Gürtel zurückholen, hat Werdum wenn dann nur mit einem imposanten Sieg.

Gar nichts zu verlieren dagegen hat Travis Browne. Nicht zuletzt wegen seines kontroversen Trainers Edmond Tarverdyan und seiner Beziehung zu Ronda Rousey hat „Hapa“ sich im Laufe der letzten Jahre zu einem der meistgehassten Kämpfer der UFC entwickelt. Gegen den Mann, der ihn bereits 2014 in die Schranken gewiesen hat und der noch vor wenigen Monaten Champion war, kann Browne also eigentlich nur alles gewinnen. Bis auf die Anerkennung der Fans.

Die restlichen Kämpfe von UFC 203

Was man davon hält, dass ein Mann ohne jegliche professionelle MMA-Erfahrung am Samstag auf dem Hauptprogramm von UFC 203 steht, bleibt jedem selbst überlassen. Fakt ist: Phil „CM Punk“ Brooks (0-0) wird am Wochenende – kurzfristige Verletzung oder Nervenflattern ausgeschlossen – unter die Scheinwerfer über dem Octagon steigen.

Nach fast zwei Jahren Vorbereitung und mehreren Verletzungsrückschlägen ist es also doch soweit für den Ex-Wrestler, der zwar jede Menge gespielte, aber noch nicht einen echten Kampf auf dem Buckel hat.

Fraglich dagegen ist, ob sich all das Brimborium und all das harte Training auszahlen werden, denn mit Mickey Gall (2-0) steht Brooks in Cleveland ein zwar unerfahrener, dafür aber ungleich vielversprechenderer Gegner gegenüber. Das Potential des 24-Jährigen einzuschätzen, ist nach nur zwei Profi-Kämpfen unmöglich, Talent aber hat er in diesen beiden Siegen definitiv gezeigt.

Der Rest des Hauptprogramms sollte sich (ebenfalls?) lohnen. So wird im Bantamgewicht Fanliebling und Veteran Urijah „The California Kid“ Faber (33-9) auf Jimmie „El Terror“ Rivera (19-1) treffen, einen noch recht unbekannten Kämpfer mit jeder Menge Dampf in den Fäusten, der 18 Siege in Folge mit ins Octagon nehmen wird.

Bei den Damen kommt es außerdem zwischen Jéssica „Bate Estaca“ Andrade (14-5) und Joanne „C-Wood“ Calderwood (11-1) zum Top-Ten-Duell im Strohgewicht. Andrade fällt mit ihrer K.o.-Power, dem aggressiven Kampfstil und ihrer Körpergröße von 1,57 Metern eindeutig unter die Kategorie „Klein, aber oho“. Calderwood dagegen ist gelernte Thaiboxerin, die sich mit variabel eingesetzten Kicks, Knien und Ellbogen hervortut und sich zuletzt gegen Ex-Titelherausforderin Valerie Letourneau in bestechender Form zeigte.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 203: Miocic vs. Overeem
Samstag, 10. September 2016
Quicken Loans Arena in Cleveland, Ohio, USA


Titelkampf im Schwergewicht (ran FIGHTING)
Stipe Miocic (c) vs. Alistair Overeem

Hauptprogramm (ran FIGHTING)
Fabricio Werdum vs. Travis Browne
CM Punk vs. Mickey Gall
Urijah Faber vs. Jimmie Rivera
Jéssica Andrade vs. Joanne Calderwood

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Jessica Eye vs. Bethe Correia
Nik Lentz vs. Michael McBride
Caio Magalhaes vs. Brad Tavares
Drew Dober vs. Jason Gonzales

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Yancy Medeiros vs. Sean Spencer