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Stefan Struve: „Scheiß auf Ranglisten, die machen eh keinen Sinn“

Stefan Struve will sich bei UFC 204 das Fundament für einen Anlauf in Richtung Titel bauen (Foto: Florian Sädler).

Nicht nur Michael Bisping und Dan Henderson sind sieben Jahre nach UFC 100 noch immer relevant, auch Stefan Struve stand damals wie heute im berühmtesten Käfig der Welt. Wo Bisping und Henderson am Wochenende stehen – im Kampf um den Titel –, bis dorthin hat es für Struve im Laufe der Zeit allerdings nie ganz gereicht. Das soll sich bald ändern.

„Ich brauche einen großen Sieg nach (UFC 204)“, so Struve, der am Samstag in Manchester auf Daniel Omielanczuk treffen wird, GNP1 gegenüber beim offiziellen Media Day.

„Wenn ich diesen Kampf am Samstag gewinne: Gebt mir einen großen Namen. Dann kann ich zeigen, dass ich auch nach meinen gesundheitlichen Problemen noch einer der Besten bin. Wenn ich auch den gewinne: Gebt mir den Titelkampf, weil ich (Stipe Miocic) ausgeknockt habe. Als einziger.“

Seinen K.o.-Sieg gegen den aktuellen Champion holte Struve im September 2012, seitdem ist viel passiert.

Während Miocic sich an die Spitze vorarbeitete und im Mai diesen Jahres den UFC-Gürtel gewann, machten Struve u.a. ein Herzfehler und der Tod seines Vaters zu schaffen – im Octagon wurde der Holländer während dieser Zeit zwei Mal ausgeknockt, zwischendrin fiel ein Kampf gegen Matt Mitrione aus, als Struve beim Aufwärmen ohnmächtig wurde.

Nachdem er sein Leben außerhalb des Käfigs wieder auf die Reihe bekommen hatte, gewann Struve zwei von drei Kämpfen und besiegte zunächst Antonio Rodrigo Nogueira und dann, im Mai in Rotterdam, Antonio „Bigfoot“ Silva.

Letzteren vor heimischem Publikum in nur 16 Sekunden durch K.o.: „Das war definitiv einer der besseren Momente (meiner Karriere)“, erinnert sich Struve. „Ihn in 16 Sekunden auszuknocken, vor 11.000 Leuten, die völlig ausgerastet sind, ja, das war definitiv ein toller Moment.“

Weniger toll war der Moment vor wenigen Wochen, als Struve erfuhr, dass Ruslan Magomedov seinen Kampf gegen ihn absagen musste. Zum Glück für den „Skyscraper“ wurde mit dem Polen Daniel Omielanczuk jedoch schnell Ersatz gefunden.

Kein Problem für Struve, denn zum einen sind sowohl der alte als auch der neue Gegner Rechtsausleger, zum anderen hält Struve ohnehin nicht viel von allzu detaillierten Strategien: „Wenn du dich so auf eine bestimmte Strategie versteifst und dann plötzlich der Gegner wechselt, dann wird dich das mental umwerfen (…).“

„Meiner Ansicht nach, wenn ich meinen Kampf kämpfe und meine Reichweite einsetze, meine Größe und all mein Können, dann brauche nicht ich eine Strategie für meine Gegner, sondern sie eine für mich.“

„Ich glaube, er ist der einzige, der den Kampf so kurzfristig haben wollte“, so Struve über Omielanczuk. „Ich kann mir natürlich selber schönere Dinge vorstellen, als mit drei Wochen Vorbereitung gegen mich kämpfen zu müssen. Von daher Respekt an ihn und ich freue mich, am Samstag gegen ihn antreten zu können.“

Dass Omielanczuk von Fans und Medien weniger hoch im Kurs steht als sein unbesiegter Original-Gegner Ruslan Magomedov stört Struve dabei wenig.

„Ich glaube, (Omielanczuk) steht mittlerweile auf Rang 14, aber scheiß auf diese Ranglisten, die machen eh keinen Sinn. Ist mir egal. Falls ich ihn besiege - wenn ich ihn besiegt habe, am Samstag, dann gebt mir einen großen Namen, damit ich weiter beweisen kann, das ich noch immer einer der Besten der Welt bin. Schickt mich in Richtung Titelkampf, denn ich bin der einzige, der Miocic ausgeknockt hat. Das ist (noch immer) eine tolle, interessante Ansetzung.“

Fürs Erste allerdings steht Struve jemand anderes im Weg. Und obwohl er Omielanczuk zugesteht, „zäh und taff“ zu sein, hat der „Skyscraper“ eine recht genaue Vorstellung davon, wie ihr Duell am Wochenende ausgehen wird.

„Er ist ein taffer, zäher Kämpfer, er kann einstecken. Er hat nur drei K.o.-Siege und ein paar Submissions, aber die waren über schwache Gegner. Er ist einfach ein harter Kerl und ich muss sicherstellen, dass ich nicht ungeduldig werde, wenn ich ihn mit ein paar harten Dingern treffe und er nicht direkt runtergeht. Ich muss mir Zeit lassen, ihn auseinandernehmen und körperlich und mental brechen.“

Das Ende allerdings bleibt Struves Ansicht nach so oder so das gleiche: „Er wurde noch nie vorzeitig besiegt. Ich werde derjenige sein, der das als erstes schafft. Ganz einfach.“