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Startzeiten, Kanäle, Kämpfe: So könnt ihr UFC 225 am Wochenende mitverfolgen

Stark besetzes Programm: UFC 225 dürfte sich lohnen (Foto: ranFighting).

Das Bezahlfernsehen hat der UFC zuletzt einiges an Sorgen beschert. Die Zahlen sind nicht mehr so gut wie früher, immer häufiger bleiben die Pay-per-View-Veranstaltungen der Liga unter den Erwartungen zurück. Immer wieder mal aber kommt ein Event daher, das Star-Power, vielversprechende Ansetzungen und mehrere Titelkämpfe vereint, und UFC 225 fällt genau in diese Kategorie. Wenn Namen wie Alistair Overeem, Ricardo Lamas oder Carla Esparza auf dem Vorprogramm stehen und Joseph Benavidez den dritten Kampf des Abends bestreitet, dann steht fest, dass ein erinnerungswürdiger Abend vor uns liegt.

Das Hauptprogramm von UFC 225 wird in Deutschland von ranFighting gezeigt und ist im Blackpass enthalten, der für monatlich 3,99 Euro im Abo zu haben ist. Das Vorprogramm läuft auf dem UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 10. Juni, 0:15 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag,10. Juni, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 10. Juni, 4 Uhr

Hauptkampf: Robert Whittaker (c) vs. Yoel Romero

Letzte Chance für Yoel „Soldier of God“ Romero (13-2)? 41 Jahre ist der ehemalige kubanische Olympia-Ringer mittlerweile alt, und auch, wenn man ihm diese Zahl nicht ansieht, wird es das wohl mit dem UFC-Gold gewesen sein, wenn er an diesem Wochenende in Chicago gegen den Champion verliert. Das zumindest war die Situation vor dem heutigen Wiegen. Nachdem Romero das Gewichtslimit knapp verpasste, wird er im renommierten United Center nun so oder so keinen Titel gewinnen können.

Ihm gegenüber steht der Mann, der ihn vor elf Monaten bereits um einen Gürtel gebracht hat. Bei UFC 213 bezwang Robert „Bobby Knuckles“ Whittaker (20-4) den Kubaner nach harten fünf Runden nach Punkten und sicherte sich damit den Interims-Gürtel im Mittelgewicht, der später in den echten transformiert wurde. Seitdem war der Australier verletzungsbedingt nicht mehr zu sehen, während Romero sich mit einem Knockout gegen Luke Rockhold im Februar seine zweite Chance gegen Whittaker erarbeitete.

Eigentlich hätte Romero bereits nach jenem Abend in Australien den Interims-Gürtel um die Hüften haben sollen, allerdings hatte er am Vortag das Gewichtslimit verpasst. Was möglicherweise dadurch zu entschuldigen ist, dass er den Kampf mit wenigen Wochen Vorbereitungszeit angenommen hatte, denn eigentlich hatte Whittaker seinen Gürtel vor heimischer Kulisse gegen Rockhold verteidigen sollen. All das ist aber nun für beide Beteiligten vergessen, denn ihnen steht jeweils ein hammerharter Test bevor.

Whittaker mag Romero im vergangenen Sommer geschlagen haben, leicht war es aber schon damals nicht. Romero ist mit seiner schier übermenschlichen Athletik, olympiagetestetem Ringen und Dynamit in den Fäusten auch im Alter von 41 Jahren noch eine Riesen-Herausforderung für jeden Gegner.

Whittaker dagegen hat seine Kontrahenten zuletzt mit kalkulierter Aggression, einem harten Kinn und respektabfordernder Zähigkeit ausgestochen. Im Juli 2017 hat das zum Sieg gegen den „Soldier of God“ gereicht – ob das im Juni 2018 noch immer gilt, ob Romero das Alter und der verfehlte Gewichts-Cut oder Whittaker die Verletzungen seitdem mehr zugesetzt haben, das werden wir am frühen Sonntagmorgen deutscher Zeit erfahren.

Co-Hauptkampf: Rafael dos Anjos vs. Colby Covington

Es gab Gründe dafür, dass dieser Interims-Titelkampf im Weltergewicht von Brasilien in die Vereinigten Staaten verschoben wurde. Denn Colby „Chaos“ Covington (13-1) dürfte aktuell einer der am meisten gehassten Sportler in dem südamerikanischen Land sein. Nach unzähligen Beleidigungen gegen Brasilien und seine Bewohner wird er nun gegen einen Brasilianer die Chance auf UFC-Gold bekommen.

Das wird keine leichte Aufgabe, denn Rafael dos Anjos (28-9) war bereits nach hartem Gewichts-Cut im Leichtgewicht eine Macht, hat bisher im Weltergewicht aber beinahe noch stärker aufgetrumpft. Tarec Saffiedine, Neil Magny und Robbie Lawler hat dos Anjos bisher bis 77 Kilo dank seines aggressiven Kampfstils mit den harten Fäusten und dem unnachgiebigen Clinch bezwungen – am Wochenende in Chicago könnte er sich den zweiten UFC-Titel in der zweiten Gewichtsklasse unter den Nagel reißen.

Das will der gelernte Ringer Covington verhindern, der sich mit fünf aufeinanderfolgenden Siegen und vor allem mit überbordendem Trash Talk und hochprovokanten Interviews einen Namen gemacht hat. Tatsächlich hätte wohl kaum jemand einen Titelkampf bekommen, nachdem er mit Dong Hyun Kim und Demian Maia lediglich zwei Top-Gegner geschlagen hat. Covington dagegen findet, seine Titelchance kommt zu spät, immerhin habe er im American Top Team bereits jahrelang (Ex-) Champions wie Lawler und Tyron Woodley verprügelt.

Letzterer dürfte demnächst den Sieger dieses Kampfes im Käfig begrüßen, immerhin wird „The Chosen One“ nach eigenen Angaben gegen August nach einer Schulterverletzung wieder fit sein. Ob Covington dann die Chance bekommt, seinen großen Worten entsprechende Taten folgen zu lassen? Dazu muss am Wochenende erstmal ein Sieg gegen einen Ex-Champion her.

Die restlichen Kämpfe von UFC 225

Die Nacht von Samstag auf Sonntag wird eine der wenigen Gelegenheiten des Jahres sein, an denen sich schon vorher abzeichnet, dass es sich lohnen wird, von Anfang bis Ende einzuschalten. Zu viele gute Kämpfe verteilen sich auf das Programm von UFC Chicaco, um alle einzeln zu erwähnen, daher hier eine Auswahl.

So dürfte sich im Federgewicht der Frauen entscheiden, wer als nächstes gegen Weltmeisterin Cris „Cyborg“ ran darf. Dieses Duell ist nämlich das erste der Gewichtsklasse, in dem es nicht um den Gürtel geht. Holly „The Preacher’s Daughter“ Holm (11-4) hatte bereits ihre Chance gegen die Brasilianerin und vergab sie im Dezember knapp nach Punkten, Megan Anderson (8-2) dagegen hätte sie vergangenes Jahr bei UFC 214 bekommen sollen, sagte aber vorher ab. Jetzt wollen die beiden sich im Duell Technik (Holm) gegen Power (Anderson, natürlich beides sehr vereinfacht gesagt) ihre zweite Chance auf Federgewichts-Gold sichern.

Der letzte Vorkampf wird von Alistair „The Reem“ Overeem (43-16-0(1)) bestritten, der hier zum ersten Mal seit jener schicksalhaften Dezembernacht wieder zu sehen sein wird, in der Francis Ngannou ihm mit einem einzigen Schlag in eine andere, dunklere Welt verabschiedete. Overeem lässt sich jedoch auch von seiner elften K.o.-Niederlage nicht kleinkriegen und greift noch einmal an. Ihm gegenüber steht dabei der aufstrebende Curtis „Razor“ Blaydes (9-1-0(1)), der sich in der UFC lediglich Ngannou geschlagen geben musste und zuletzt im Februar Mark Hunt bezwang.

Action und Ranglisten-Relevanz verspricht auch der Federgewichtskampf zwischen Ex-Titelherausforderer Ricardo „The Bully“ Lamas (18-6) und Top-Talent Mirsad Bektic (12-1). Lamas forderte José Aldo 2014 um den Titel heraus, verlor allerdings nach Punkten und legte seitdem einen Mix aus imposanten Siegen und harten Niederlagen aufs Parkett. Zuletzt wurde er im Dezember spektakulär von Josh Emmett ausgeknockt. Bektic dagegen ist zurück auf Spur, nachdem der lange und noch immer als eines der besten Talente des Sports geltende gebürtige Bosnier im März 2017 völlig überraschend vom bis dahin chancenlosen Darren Elkins ausgeknockt wurde.

Versteckt auf dem Fight-Pass-Vorprogramm finden sich neben Ex-Halbschwergewichtschampion Rashad „Suga“ Evans (24-7-1), der gegen Anthony „Lionheart“ Smith (28-13) den ersten Sieg seit fünf Jahren will, auch zwei der besten Fliegengewichte der Welt. Joseph „Joe B-Wan Kenobi“ Benavidez (25-4) ist seit Langem die Nummer eins der Gewichtsklasse hinter Champion Demetrious Johnson, wartet aber seit fünf Jahren und fünf Siegen auf seinen zweiten Rückkampf. Der soll nun mit einem Sieg gegen Sergio Pettis (16-3) her, der seinerseits von einer Niederlage gegen Henry Cejudo zurückkommen und Anlauf in Richtung Titel nehmen will.

Als kleine Erinnerung angesichts deutlich geringeren Medien-Interesses im Vergleich zum ersten Anlauf: Phil „CM Punk“ Brooks (0-1) wird auf dem Hauptprogramm seinen zweiten UFC- und MMA-Kampf bestreiten, und zwar gegen Mike „The Truth“ Jackson (0-1) – nachdem Jackson zunächst den Kampf um den Punk-Kampf gegen Mickey Gall verlor und Gall anschließend Punk bezwang, bekommt der Ex-Wrestler hier nun die Chance, das Schiff gegen den Plan B wieder geradezurücken.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 225: Whittaker vs. Romero 2
Samstag, 9. Juni 2018
United Center in Chicago, Illinois, USA


Mittelgewichtskampf (ran Fighting)
Robert Whittaker (c) vs. Yoel Romero

Interims-Titelkampf im Weltergewicht (ran Fighting)
Rafael dos Anjos vs. Colby Covington

Hauptprogramm (ran Fighting)
Holly Holm vs. Megan Anderson
Andrei Arlovski vs. Tai Tuivasa
CM Punk vs. Mike Jackson

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Alistair Overeem vs. Curtis Blaydes
Cláudia Gadelha vs. Carla Esparza
Ricardo Lamas vs. Mirsad Bektic
Rashad Coulter vs. Chris de la Rocha

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Rashad Evans vs. Antony Smith
Joseph Benavidez vs. Sergio Pettis
Clay Guida vs. Charles Oliveira
Mike Santiago vs. Dan Ige