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Startzeiten, Kanäle, Kämpfe: So könnt ihr UFC 224 mitverfolgen

Noch freundlich: Am Wochenende werden sich Amanda Nunes (l.) und Raquel Pennington die Fäuste um die Ohren hauen (Foto: Tobias Bunnenberg).

Als die UFC vor sieben Jahren ihr langerwartetes Brasilien-Comeback gab, war das eine große Sache. Heute ist der MMA-Marktführer ständig in Südamerika, an diesem Wochenende zum ersten Mal seit einem Jahr als PPV. Mit dabei: Amanda Nunes‘ dritte Titelverteidigung, der Abschiedskampf von Vitor Belfort gegen Lyoto Machida und „Jacaré“ Souzas Top-Duell mit Kelvin Gastelum. Aus deutscher Sicht ist allerdings auch das Vorprogramm interessant: Dort wird Nick Hein zum ersten Mal seit UFC Hamburg wieder ins Octagon steigen – ihm gegenüber steht ein harter Brocken direkt aus Rio de Janeiro.

Das Hauptprogramm von UFC 224 ist diesmal im Black Pass von ran Fighting enthalten, der für 3,99 Euro im Monat erhältlich ist. Das Vorprogramm zeigt der UFC Fight Pass, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 13. Mai, 0:15 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 13. Mai, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 13. Mai, 4 Uhr

Hauptkampf: Amanda Nunes (c) vs. Raquel Pennington

Vor nicht allzu langer Zeit hieß es aus dem UFC-Hauptquartier, einen Hauptkampf unter Beteiligung von Amanda „The Lioness“ Nunes (15-4), den würde man nie wieder sehen. Zehn Monate, nachdem die brasilianische Bantamgewichts-Königin ihre Titelverteidigung gegen Valentina Shevchenko am Kampftag krank absagen musste und damit voriges Statement verursachte, steht uns bereits der zweite Hauptkampf mit Beteiligung Nunes‘ bevor.

Der erste war im September die nachgeholte Titelverteidigung gegen Valentina Shevchenko, die kurzfristig in die Hauptkampf-Position gerutscht war, nachdem Demetrious Johnsons Titelverteidigung kurzfristig ausgefallen war. Diesen Kampf gewann Nunes knapp nach Punkten, zuvor hatte sie den Gürtel, den sie bei UFC 200 Miesha Tate abnahm, bereits gegen Ronda Rousey verteidigt.

Spätestens die nur 48 Sekunden dauernde Zerlegung des Superstars hätte die stets K.o.-gefährliche Nunes selbst zum Star machen sollen, stattdessen hat sie sich ein Stück weit in Richtung des schwarzen Schafes entwickelt – bei der UFC durch den Kampfausfall, bei den Fans aus diesem Grund sowie wegen des knappen, aus Sicht einiger Zuschauer unverdienten Sieges gegen Shevchenko. Zunichte man so einen Ruf am besten durch überragende Leistungen im Octagon.

Dort trifft sie nun auf Raquel „Rocky“ Pennington (9-5), eine Gegnerin, die lange nur wenige als Titel-Kandidatin auf dem Schirm hatten. Pennington debütierte im November 2013 in der UFC und musste sich seitdem in acht Kämpfen lediglich Jessica Andrade und Holly Holm jeweils durch geteilten Punktentscheid geschlagen geben.

Im November 2016 bezwang sie dann bei UFC 205, dem historischen Octagon-Debüt New Yorks, Ex-Weltmeisterin Miesha Tate nach Punkten. Seit jenem Abend hat „Rocky“ nicht mehr gekämpft. Das macht die Aufgabe, vor der die rundum versierte, nirgends großartige Kämpferin am Wochenende hinter feindlichen Linien steht, nicht einfacher.

Co-Hauptkampf: Ronaldo Souza vs. Kelvin Gastelum

Dafür, dass Kelvin Gastelum (14-3-0(1)) sich eigentlich für ein Weltergewicht hält, hat er einen ziemlich guten Lauf bei den schweren Jungs im Mittelgewicht. Als neben Johny Hendricks unzuverlässigster Gewichtmacher der 77-Kilo-Klasse wurden beide ins Mittelgewicht strafversetzt. Während Hendricks dort aber wenig Erfolg fand, knockte Gastelum nacheinander Tim Kennedy und Vitor Belfort aus.
Zwar stolperte er vergangenen Sommer gegen Ex-Champion Chris Weidman, dafür fand er anschließend gegen einen anderen früheren Champion zurück in die Spur: Michael Bisping – der zwei Wochen vor dem Kampf noch Weltmeister war – küsste im November nach nur zweieinhalb Minuten den Ringboden. 

Nun trifft Gastelum mit Ronaldo „Jacaré“ Souza (25-5) einmal mehr auf eines der besten Mittelgewichte dieser Ära. Der Brasilianer ist eine Koryphäe auf der Matte und hat in jüngeren Jahren auch sehr ernstzunehmende Kompetenz auf den Beinen bewiesen. Zuletzt bewies er das im Januar mit einem Erstrunden-Knockout gegen Derek Brunson.

Dieser Sieg markierte ein beachtliches Comeback für den Brasilianer. Im April zuvor war er, der jahrelang immer kurz vor einem Titelkampf stand, ihn aber nie bekommen hatte, von Robert Whittaker ausgeknockt worden. Es folgten ein gerissener Brustmuskel und eine Blinddarmentzündung, durch die Souza jede Menge Kilos zulegte. Durch diese Krise geholfen habe ihm seine Frau, der er im Januar den Knockout gegen Brunson widmete, sagt Souza.

Vier Monate später scheint „Jacaré“ wieder voll in Form zu sein – und erneut kurz vor einer Chance auf UFC-Gold zu stehen. Mindestens einen Sieg ist er aber noch von einem Titelkampf entfernt, genau wie Gastelum – der doch eigentlich gar nicht Teil dieser Gewichtsklasse sein will.

Die restlichen Kämpfe von UFC 224

Für deutsche Fans sticht auf dem Programm von UFC 224 ein deutscher Name heraus: Nick „Sergeant“ Hein (14-2-0(1)) wird in Rio zum ersten Mal seit Hamburg 2016 wieder im Octagon stehen. Verletzungen und die Promotion seines Buches haben den ehemaligen Judoka und Bundespolizisten zuletzt aus dem Käfig ferngehalten, nun geht es mit drei aufeinanderfolgenden Siegen im Rücken zurück unter das Scheinwerferlicht.

Ihm gegenüber wird dabei auf dem Vorprogramm der Brasilianer Davi „The Tasmanian Devil“ Ramos (7-2) stehen. Der 31-Jährige aus Rio de Janeiro kam vergangenes Jahr in die UFC und verlor in seinem ersten Kampf eine Punktentscheidung an Sergio Moraes. Im Dezember dagegen zwang der BJJ-Schwarzgurt TUF-Veteran Chris Gruetzemacher per Rear Naked Choke zum Abklopfen. Die Klasse des Brasilianers erkennt auch Hein an.

„Super starker Gegner, BJJ-Schwarzgurt, ADCC-Champion“, analysierte der mittlerweile in Kalifornien lebende Kölner im Interview mit GNP1-TV seinen Kontrahenten. „Das ist jemand, der sicherlich auch den Heimvorteil für sich nutzen will. Aber er wäre nicht der erste, der trotz Heimvorteil verliert.“ 

Auf dem Hauptprogramm sollte man den Abschiedskampf einer Legende nicht verpassen. Eigentlich hatte Vitor „The Phenom“ Belfort (26-13-0(1)) seine MMA-Karriere nach 21 Jahren im Januar gegen Uriah Hall beenden wollen, der Kampf fiel jedoch wegen schwerer Komplikationen beim Gewichts-Cut seines Gegners aus. Dafür darf Belfort nun in seiner Heimatstadt zum letzten Mal ins Octagon steigen, und das gegen jemanden, der ebenfalls als einer der Großen des Sports in die Geschichtsbücher einziehen wird.

Lyoto „The Dragon“ Machida
(23-8) geht ebenfalls dem Ende einer illustren Karriere entgegen, will aber wohl noch nicht die Handschuhe an den Nagel hängen. Nach drei harten, vorzeitigen Niederlagen gegen Luke Rockhold, Yoel Romero und Derek Brunson rettete der Ex-Champion seinen Ruf zuletzt mit einem knappen Punktsieg gegen Eryk Anders.

Für Belfort wäre ein Sieg ein traumhafter Karriere-Abschluss, nachdem er zuletzt in vier von fünf Kämpfen sieglos geblieben war, bevor er im vergangenen Juni Nate Marquardt besiegen konnte – ebenfalls in Rio. Nach 40 Kämpfen bei der UFC, Strikeforce, PRIDE, Affliction u.v.m. gegen jeden, der Rang und Namen hat, ist dieses Heimspiel eine trotz Dopingkontroversen verdiente Abschiedsfeier für einen der Pioniere des Sports.

Für den aus dem Norden Brasiliens stammenden Machida hat dieser Kampf aus weniger nostalgisch-romantischen Gründen große Bedeutung. Nach der ausufernden Durststrecke, die erst im Januar mit dem knappen Sieg gegen Anders ihr Ende fand, steht der 39-Jährige noch immer unter Erfolgsdruck, wenn er seine Karriere auf hohem Niveau weiterführen will.

Ebenfalls auf dem Hauptprogramm wird Strohgewicht und BJJ-Ass (und einmal mehr Gewichtsklassenlimit-im-großen-Stil-Verpasserin) Mackenzie Dern (6-0) mit der gelernten Boxerin Amanda „ABC“ Cooper (3-3) auf eine stilistische Herausforderung treffen und versuchen, den Hype um ihre Person aufrechtzuerhalten, nachdem sich im Bantamgewicht John „Hands of Stone“ Lineker (30-8) und Brian „Boom“ Kelleher (19-8) eine aller Voraussicht nach krachende Schlacht geliefert haben.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 224: Nunes vs. Pennington
Samstag, 12. Mai 2018
Jeunesse Arena in Rio de Janeiro, Brasilien


Titelkampf im Bantamgewicht der Damen (ran Fighting)
Amanda Nunes (c) vs. Raquel Pennington

Hauptprogramm (ran Fighting)
Ronaldo Souza vs. Kelvin Gastelum
Mackenzie Dern vs. Amanda Cooper
John Lineker vs. Brian Kelleher
Vitor Belfort vs. Lyoto Machida

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Cezar Ferreira vs. Karl Roberson
Oleksiy Oliynyk vs. Júnior Albini
Davi Ramos vs. Nick Hein
Elizeu Zaleski dos Santos vs. Sean Strickland

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Warlley Alves vs. Sultan Aliev
Thales Leites vs. Jack Hermansson
Alberto Mina vs. Ramazan Emeev
Markus Perez vs. James Bochnovic