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So könnt ihr am Sonntag UFC Hamburg sehen

Mauricio Rua und Anthony Smith (Foto: Tim Leidecker)

Die UFC ist zurück auf deutschem Boden. Zum zweiten Mal nach September 2016 schlägt die MMA-Champions-League ihre Zelte in Hamburg auf. Und obwohl die Hansestadt nicht vom berüchtigten Verletzungs-Fluch verschont blieb, kann sich das Aufgebot noch immer sehen lassen. Neben Namen wie „Shogun“ Rua und Glover Teixeira sind ganze fünf deutsche Vertreter mit von der Partie – ein Rekord.

Das Hauptprogramm von UFC Hamburg wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Vorprogramm wird außerdem auf der offiziellen Facebook-Seite der UFC gestreamt. Auch Bild.de zeigt die Fight Night für Inhaber des BILDplus-Abos.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass/Facebook): Sonntag, 22. Juli, 16:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass/Facebook): Sonntag, 22. Juli, 18 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass/Bild.de): Sonntag, 22. Juli, 20 Uhr

Hauptkampf: Mauricio Rua vs. Anthony Smith

Anthony “Lionheart” Smith (29-13) mag kein Volkan Oezdemir sein, der Ersatz für den Hamburger Hauptkampf gegen Mauricio „Shogun“ Rua (25-10) ist aber sicherlich nicht die schlechteste Wahl gewesen. Smith trägt seinen Spitznamen nicht umsonst und hat sich im Laufe von 42 Profi-Kämpfen einen Namen als spektakulärer K.o.-Jäger gemacht. Zudem hat er zuletzt mit Hector Lombard und Rashad Evans respektable und bekannte Namen bezwungen. Jetzt soll gegen „Shogun“ die nächste Legende dran glauben.

Der Brasilianer allerdings präsentierte sich zuletzt im Form-Hoch – wobei „zuletzt“ hier relativ zu verstehen ist. Denn Rua hat seit 2013 fünf Mal gekämpft. Seit März 2017 war er nicht mehr im Käfig zu sehen, als er Gian Villante in einem unterhaltsamen Kampf in der dritten Runde mit einer furiosen Körper-Kopf-Kombo ausknockte.

Wenn diese Version des angesichts seiner Erfahrung noch immer erst 36-Jährigen in Hamburg auftaucht, dann könnte Smiths große Chance in einem Desaster enden. Der Veteran ist sich nie für eine harte Schlacht zu schade, lässt dabei aber immer wieder Lücken in der Defensive, die in der UFC bisher von Thiago Santos und Cezar Ferreira ausgenutzt wurden.

Die Frage dieses Kampfes ist: Hat „Shogun“ noch genug im Tank, um es seinen Landsleuten gleichzutun? Die Antwort dürfte so oder so höchst spektakulär ausfallen.

Co-Hauptkampf: Glover Teixeira vs. Corey Anderson

Auch der zweite Hauptkampf ist nicht von Verletzungen verschont geblieben. Eigentlich hätte Ilir Latifi hier versuchen sollen, die Dämonen seiner brutalen K.o.-Niederlage gegen Ryan Bader bei der ersten UFC Fight Night in Hamburg vor zwei Jahren auszutreiben, er verletzte sich jedoch vorher.

Eingesprungen ist Corey „Overtime“ Anderson (10-4). Der Sieger der 19. „The Ultimate Fighter“-Staffel ist ein talentierter Ringer, der seinen Rückstand im Standkampf mit hohem Schlag-Volumen und einer steilen Lernkurve wettmacht. Zwar steckte er 2017 Niederlagen gegen Jimi Manuwa und Ovince Saint-Preux ein, kehrte aber im April mit einem starken Sieg gegen Patrick Cummins zurück.

Jetzt folgt gegen Glover Teixeira (27-6) die nächste große Chance. Als der Brasilianer 2012 nach Beilegung jahrelanger Visa-Probleme in die UFC kam, wollte niemand gegen ihn kämpfen, weil er so einschüchternd gefährlich war. Angeblich soll selbst „Shogun“ Rua beteuert haben, lieber werde er entlassen, als gegen den K.o.-Bomber anzutreten. Und tatsächlich zog Teixeira zu Beginn seiner UFC-Karriere mit harten Händen und unterschätztem Ringen eine Schneise der Verwüstung durch das UFC-Halbschwergewicht.

Gestoppt wurde die erst durch Jon Jones, der 2014 über fünf Runden seinen Titel gegen Teixeira verteidigte. Seitdem lief es mal besser und mal schlechter für den alternden Veteranen. Derben Rückschlägen gegen Anthony Johnson und Alexander Gustafsson stehen überzeugende Siege über Rashad Evans und Ovince Saint-Preix gegenüber. Zuletzt bezwang er Misha Cirkunov vorzeitig.

In Hamburg geht es für beide Halbschwergewichte darum, zu beweisen, dass sie noch immer oder schon an die Spitze der Rangliste gehören.

Die Deutschen bei UFC Hamburg

Gleich fünf deutsche Kämpfer geben sich bei UFC Hamburg die Ehre – das hat es noch nie gegeben. Diese fünf Jungs müssen kaum noch vorgestellt werden, anbei aber für den Überblick trotzdem eine kurze Auflistung.

Den Anfang macht auf dem Vorprogramm UFC-Neuling Khalid Taha (12-1). Der junge Knockout-Spezialist machte zuletzt in Japan bei Rizin FF eine gute Figur, ist nun aber kurzfristig doch noch in die UFC gewechselt. Sein erst letzten Monat angesetztes Debüt steigt gegen einen anderen Debütanten: Nad Narimani (10-2). Der ehemalige Cage-Warriors-Champion sollte eigentlich im März im Leichtgewicht gegen Nasrat Haqparast kämpfen, der jedoch wegen einer Augeninfektion nur eine Stunde vor dem Kampf absagen musste. Jetzt wechselt Narimani zurück ins Federgewicht.

Apropos Haqparast (8-2). Auch der jüngste Deutsche der UFC ist mit von der Partie. Der 22-Jährige, der in Hamburg, Katar und Kanada trainiert, trifft auf dem Hauptprogramm auf Marc „Bonecrusher“ Diakiese (12-2). Die beiden Knockout-Schläger kennen sich noch aus dem Training in Schweden und versprechen eine spektakuläre Show. Nach Haqparasts Debüt im Oktober, das er mit einer Woche Vorbereitung nur knapp nach Punkten gegen Marcin Held verlor, sagt der erste Hamburger der UFC, dass sein Trainingslager für diesen Kampf das beste war, das er je hatte. Jetzt müssen den Worten Taten folgen.

Nick „Sergeant“ Hein (14-3) dagegen gehört schon zu den deutschen UFC-Veteranen. Der ehemalige Judoka stand sechs Mal im Octagon und konnte dort vier Kämpfe gewinnen. Zuletzt war es ruhig geworden um den ehemaligen Bundespolizisten, der während der Vorbereitung für die erste Auflage von UFC Hamburg ein Buch über seine alte Arbeit schrieb, das es in die Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Nach längerer Verletzungspause und einer schnellen Niederlage im Comeback vergangenen Mai will Hein nun direkt wieder angreifen. Gegen den k.o.-gefährlichen Damir „The Bosnian Bomber“ Hadzovic (11-4) keine leichte Aufgabe.

Im Weltergewicht bekommt außerdem David „Sagat“ Zawada (16-3) kurzfristig seine Chance in der UFC, nachdem Alan Jouban seinen Kampf gegen Danny „Hot Chocolate“ Roberts (15-3) kurzfristig wegen eines Bandscheibenvorfalls abgesagt hatte. Jetzt bekommt es der zuletzt bei KSW und GMC unterwegs gewesene Düsseldorfer mit dem britischen Veteranen zu tun, der im März mit einem spektakulären Knockout gegen Oliver Enkamp auf die Siegerstraße zurückkehrte.

Der letzte im Bunde ist Abu „Gladiator“ Azaitar (13-1-1). Die Fans des Kölners haben seit Jahren gefragt, wann es die K.o.-Maschine in die UFC schafft, und nach diversen Rückschlägen steht jetzt tatsächlich sein Debüt an. In Hamburg trifft er auf den Brasilianer Vitor „Lex Luthor“ Miranda (12-6). Der gelernte Thaiboxer ist mit 39 Jahren der älteste Kämpfer der Veranstaltung, hat mit drei Knockouts in der UFC aber bewiesen, dass man ihn nicht unterschätzen sollte.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 134: Shogun vs. Smith
Sonntag, 22. Juli 2018
Barclaycard Arena Hamburg


Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Mauricio Rua vs. Anthony Smith
Glover Teixeira vs. Corey Anderson
Vitor Miranda vs. Abu Azaitar
Marcin Tybura vs. Stefan Struve
Danny Roberts vs. David Zawada
Nasrat Haqparast vs. Marc Diakiese

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass/Facebook)

Nick Hein vs. Damir Hadzovic
Emil Weber Meek vs. Bartosz Fabinski
Khalid Taha vs. Nad Narimani
Justin Ledet vs. Aleksandar Rakic

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass/Facebook)
Davey Grant vs. Manny Bermudez
Jeremy Kimball vs. Darko Stosic
Damian Stasiak vs. Liu Pingyuan