UFC News

Ryan Bader: „Mit Cormier da weitermachen, wo wir aufgehört haben.“

Übergangen? Ryan Bader will sich am Wochenende den Titelkampf sichern. (Foto: Florian Sädler/GNP1.de).

Ryan Bader kann einem beinahe leidtun: Vier Kämpfe nacheinander hat das UFC-Halbschwergewicht seit 2013 gewonnen, und doch muss er am kommenden Wochenende bei UFC 192 an einem weiteren harten Gegner vorbei, um seine Titelträume aufrechtzuerhalten. Und nicht nur das: Nach seinem Kampf gegen Rashad Evans kann er gleich dabei zusehen, wie Alexander Gustafsson seine Chance auf den Gürtel bekommt – jemand, der zuletzt in der ersten Runde ausgeknockt wurde.

„Ich bin mittlerweile darüber hinweg“, gab Bader Anfang der Woche in einer Presse-Telefonkonferenz vor UFC 192 zu Protokoll. „Als sich die ganze Sache so ergeben hat, als ich so kurz vor dem Titelkampf stand und ihn nicht bekommen habe, war das natürlich Mist. Aber mit Rashad habe die nächstbeste Option bekommen.“

Am Samstag wird Bader im Hauptprogramm von UFC 192 auf den ehemaligen Champion treffen. Eigentlich hätte er im Juni bereits gegen Daniel Cormier antreten sollen, der jedoch nach Jon Jones‘ Fahrerflucht-Skandal die Chance kam, im Mai bei UFC 187 um dessen vakanten Gürtel zu kämpfen. Bader blieb ohne Gegner und wird am kommenden Wochenende zum ersten Mal seit Januar wieder im Octagon stehen.

„Ich habe jetzt meinen Kampf“, freut sich Ryan Bader nach der langen Wartezeit über die Chance, gegen jemanden vom Kaliber Evans‘ anzutreten – obwohl es nicht um einen Gürtel geht. „Ich konnte im Juni nicht kämpfen, habe dann den Titelkampf nicht bekommen und war damit irgendwo im Nirgendwo stecken geblieben.“

„Ich kämpfe jetzt gegen einen harten Kerl, einen früheren Champion. Ich muss da raus gehen und meinen fünften Kampf in Folge gewinnen, ich muss diesen einen großen Namen auf meine Bilanz setzen – einen früheren Champion, jemanden, den die UFC respektiert; den jeder respektiert.“

Einem Kampf gegen Daniel Cormier wäre Bader natürlich trotzdem nicht abgeneigt. Nachdem Cormier im Mai den vakanten Titel gewann, gerieten die beiden auf der anschließenden Pressekonferenz aneinander. Bader warf Cormier vor, sich vor ihm gedrückt zu haben, woraufhin dieser ihn fragte, warum er „dem einfachsten Gegner in der Gewichtsklasse“ aus dem Weg gehen solle.

Wenn alles nach Plan läuft bei UFC 192, glaubt Bader, könnten sich die Wege der beiden eher früher als später aber doch noch im Octagon kreuzen: „Der perfekte Ausgang wäre, wenn ich Rashad besiege, Cormier gegen Gustafsson gewinnt und wir dann hoffentlich um den Titel kämpfen und da weitermachen können, wo wir (im Mai auf der Pressekonferenz) aufgehört haben.“

In einer noch perfekteren Welt allerdings müsste er sich über solche Dinge noch gar eine Gedanken machen: „(Rashad) ist ein harter Gegner und ich muss ihn erst einmal besiegen. Alles andere ist eigentlich unwichtig, ich konzentriere mich auf Rashad und fertig. Ich habe eigentlich gar nicht über all das nachgedacht, bis die Medien das Thema hochgepusht haben.“

Ein anderes Thema, das in Bezug auf Bader immer wieder zur Sprache kommt, ist sein Kampfstil. Der gelernte Ringer wird, vor allem von den Fans, seit Jahren immer wieder kritisiert, weil er im Octagon recht wenige Risiken eingeht und seine Kämpfe dementsprechend oft in unspektakulären Punktentscheidungen enden. 

Bader ist sich dessen durchaus bewusst und weiß auch, dass er mit mehr Knockouts und mehr Drama womöglich bereits längst um den Titel gekämpft hätte: „Ja, da kann man ruhig ehrlich sein. Das mit den vorzeitig beendeten Kämpfen ist genau so, wie (es von Fans und Medien) immer gesagt wird. Es ist wichtig, aufregende Kämpfe abzuliefern, wenn man einen Titelkampf haben will.“

Sein aktueller Lauf, glaubt Bader, qualifiziert ihn mit ein wenig Feinschliff aber trotzdem für eine Chance aufs Gold: „Titelkämpfe kommen und gehen, man kann nie wissen (…). Aber ich habe vier Mal in Folge gewonnen und ich denke, dass ich noch diesen großen Namen auf dem Resümee brauche, einen wie Rashad Evans. Ich muss ihn besiegen, meinen fünften Kampf in Folge gewinnen und Rashad als Ausrufezeichen ans Ende meiner Siegesserie setzen.“