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UFC News

Ryan Bader: „Es geht mir nicht ums Geld, ich will nur einen Titel“

Hat hoch gepokert und gewonnen: Ryan Bader vor seinem K.o.-Sieg bei UFC Hamburg (Foto: Dorian Szücs).

Ryan Bader hat auf sich selbst gesetzt. Ein Kampf in der UFC verblieb nach dem krachenden Hamburger K.o. gegen Ilir Latifi noch auf dem Vertrag des Top-Fünf-Halbschwergewichts – normalerweise Zeit, sich mit den hohen Tieren zusammenzusetzen und eine Verlängerung auszuhandeln. Bader dagegen ging auf volles Risiko, nahm kurzfristig einen Kampf gegen Rogerio Nogueira an und wusste, dass das Ergebnis dieses Kampfes großen Einfluss auf seine Verhandlungsposition haben würde. Bader gewann erneut durch Knockout und sonnt sich jetzt in der Position, Interesse von verschiedenen Seiten genießen zu können. Jetzt steht eine Entscheidung an, die er sich nicht leicht macht.

„Ich habe meine ganze Karriere in der UFC verbracht, ich liebe die UFC und ich liebe es, dort zu kämpfen“, so Bader diese Woche gegenüber FOX Sports. „Das und ein UFC-Champion zu werden waren immer meine Ziele. Auf der anderen Seite hat Bellator eine tolle Halbschwergewichtsklasse, die spannend ist und viele neue Gesichter bietet. […] Da wären Wanderlei (Silva) und Chael (Sonnen) und natürlich Phil Davis als Champion.“

'Optionen' ist aktuell das Stichwort für „Darth“ Bader, der sich nach acht Jahren und 20 UFC-Kämpfen, allerdings noch immer ohne Titelchance im Octagon, möglichst viele davon offenhalten und am Ende die beste herauspicken will.

„Schaut man sich die Halbschwergewichtsklasse (der UFC) an, dann sieht man, dass ich die meisten Leute direkt hinter mir in der Top Ten schon besiegt habe. Es gibt in der UFC aber noch einige spannende Kämpfe, die ich gerne ausfechten würde […]. Wenn alles glatt läuft für mich, dann könnte es in meinem nächsten oder übernächsten Kampf um den Titel gehen. Das ist immer von Interesse für mich.“

Auf seine Chance aufs Gold zu hoffen allerdings ist ein Risiko, dessen Bader sich bewusst ist. Zwischen 2013 und 2015 gewann der Sieger der achten „The Ultimate Fighter“-Staffel bereits fünf Kämpfe hintereinander, nur, um dann Anfang 2016 statt dem Champion doch noch K.o.-Maschine Anthony Johnson vorgesetzt zu bekommen und prompt zu verlieren.

„Es geht nicht nur ums Geld“, so Bader. „Es gab Zeiten, in denen ich mich übergangen gefühlt habe. Ich bin ehrgeizig, ich will einen Titel. Mir ist egal, ob das bei Bellator oder in der UFC passiert, ich will nur eine Chance bekommen. Das ist ein Faktor, der in meine Entscheidung hereinspielen wird. Die finanzielle Seite ist natürlich wichtig, aber sie ist nicht der Hauptfaktor.“

„Was für Bellator spricht ist, dass sie offen sind und ich Kämpfe annehmen könnte wie einen gegen Fedor Emelianenko im Schwergewicht. Ich hätte nichts dagegen, im Schwergewicht zu kämpfen. Auf der anderen Seite war ich meine ganze Karriere über ein UFC-Kämpfer und das ist mein Standard. Am Ende des Tages sind alles, worüber wir hier sprechen, nur Optionen. Es gäbe auf beiden Seiten gute Kämpfe.“

Laut Bader ist sein Manager aktuell dabei, mit diesen beiden Seiten zu verhandeln und zu einem möglichst zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen.

Damit schließt sich auch Bader einem Trend an, den in den letzten Jahren Namen wie Gilbert Melendez, Ben Henderson oder Rory MacDonald in der MMA-Welt etabliert haben, die ihre Verträge ausgekämpft, sich auf dem Markt umgeschaut und teils statt bei der UFC bei Bellator unterschrieben haben. Gerade nach dem letztjährigen Verkauf der UFC für über vier Milliarden US-Dollar und dem damit einhergehenden stärkeren Bewusstsein der Kämpfer für ihren finanziellen Wert kann das vor allem für die Kämpfer viel Gutes bedeuten. Das findet auch Bader.

„Wie ich das sehe, sind wir in einer großartigen Position. Jetzt heißt es einfach, sich alle Möglichkeiten anzuschauen, alles zu überdenken und eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Jetzt ist die perfekte Zeit, um sich als Kämpfer auf dem Markt umzuschauen.“

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