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Rory MacDonald: „Ich unterschreibe dort, wo ich am besten verdiene!“

Rory MacDonald steht vor seinem vorerst letzten UFC-Kampf (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Seit dem Rücktritt von Georges St. Pierre ist Rory MacDonald das UFC-Zugpferd für den kanadischen Markt. Der 26-Jährige, mit einem Titelkampf gegen Robbie Lawler im Rücken, könnte es jedoch seinem Freund und Teamkollegen gleich tun und ebenfalls die UFC verlassen. Allerdings nicht im Sinne eines Karriereendes, sondern vielleicht zu einem anderen Bewerber. Das deutete „Ares“ gestern in der MMA Hour an.

„Ich will so viel Geld wie möglich verdienen,“ begann MacDonald über seine Vertragsverhandlungen zu sprechen. „Ich möchte für das, was ich leiste, bezahlt werden. Ich habe viel geopfert, um an die Spitze und in den Titelkampf zu kommen. Ich habe geopfert und bin viele Risiken eingegangen. Ich glaube, dass ich der UFC schon ein paar Gefallen getan habe und ich habe nicht das Gefühl, dass ich die zurückbekommen habe. Also geht es jetzt eben nur noch ums Geld. Ich unterschreibe dort, wo ich am besten verdiene.“

Rory MacDonald steht am 18. Juni in der kanadischen Hauptstadt Stephen Thompson im Hauptkampf der UFC Fight Night 89 gegenüber. In seinem letzten Duell unterlag er Champion Lawler nach einer Materialschlacht bei UFC 189 in der fünften Runde. Für den Kampf, der mehrere Knochenbrüche, zahlreiche Wunden und brutale Bilder hervorrief, erhielt MacDonald gerade einmal 59.000 $ Gage. Kein Zustand für den „Red King“.

„Die Erfahrung selbst war großartig. Das war klasse. Es war eine große Sache für mich und meine MMA-Karriere. Aber nach so einer Leistung und den ganzen Kämpfen, die ich vorher schon in der UFC absolviert habe, möchte ich mich finanziell ein wenig sicherer fühlen. Ich verdiene gutes Geld, aber ich glaube, dass ich mehr wert bin. Was ich geleistet habe ist mehr, als ich rausbekommen habe.“

Nicht nur eigenes Interesse spielt in diese Überlegungen mit hinein. MacDonald, der neun seiner zwölf UFC-Kämpfe gewinnen konnte, wird im Juli zum ersten Mal Vater. In einem Sport mit begrenzten monetären Möglichkeiten ist es nun an ihm, seine Einnahmen zu maximieren. Eine die Karriere beendende Verletzung oder Gehirnerschütterung ist nur einen Schlag entfernt.

„Ich kämpfe für mein Recht, geschäftlich betrachtet. Und ich denke, dass dieser harte Titelkampf und der Weg dahin meine Augen geöffnet haben. Es ist an der Zeit, sich in geschäftlichen Dingen ein wenig cleverer anzustellen, als wie bisher alles dafür zu tun, den größtmöglichen Kampf zu bekommen. Ich würde es lieber vermeiden, ohne Vertrag dazustehen. Am liebsten wäre es mir, die UFC und ich würden uns einigen, bevor das passiert. Aber wir müssen abwarten. Wenn das bedeutet, dass ich besser verdienen kann, bin ich bereit, meinen Vertrag auslaufen zu lassen.“

Die anhaltenden Vertragsverhandlungen ließen bereits einen angedachten Kampf gegen Hector Lombard im australischen Brisbane platzen. Nun kämpft MacDonald vor heimischer Kulisse vielleicht zum vorerst letzten Mal in der UFC. Der Kanadier folgt damit dem Trend anderer UFC-Kämpfer, die ihren Wert auf dem freien Markt testen. In den letzten Monaten ließ die UFC etwa Benson Henderson und Matt Mitrione zu Bellator ziehen. Alistair Overeem und Aljamain Sterling wurden jedoch weiter verpflichtet und bei Gilbert Melendez zog man mit dem Angebot Bellators gleich um ihn zu halten.