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Ronda Rousey ist zurück!

Glorreiche Rückkehr oder erneutes Desaster? Ronda Rousey (r.) kehrt zum ersten Mal seit UFC 193 ins Octagon zurück (Foto: UFC).

Wie immer zum Jahreswechsel fährt die UFC auch Ende 2016 in Las Vegas wieder die großen Geschütze auf. Eigentlich nur ein großes, das dafür aber wirklich in die erste Reihe gehört: Nach über einem Jahr Pause kehrt Ronda Rousey bei UFC 207 ins Octagon zurück. Zwar dieses Mal in der blauen Ecke, als Herausforderin, aber trotzdem mit dem Großteil der öffentlichen Aufmerksamkeit im Rücken. Unterstützt wird Rousey von einem der besten Kämpfer der Welt, der aber noch immer nicht wirklich an der Kasse zieht: Dominick Cruz, der mit Cody Garbrandt zum ersten Mal einen elitären K.o.-Schläger vor den Fäusten hat. Außerdem mit von der Partie sind u.a. T.J. Dillashaw, Johny Hendricks und Tim Means.

Das Hauptprogramm von UFC 207 wird in Deutschland von ran Fighting für einmalig 14,99 Euro gezeigt. Das Vorprogramm wird vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Samstag, 31. Dezember, 1:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Samstag, 31. Dezember, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Samstag, 31. Dezember, 4 Uhr

Hauptkampf: Amanda Nunes vs. Ronda Rousey

She’s Back. Dreizehneinhalb Monate, nachdem Holly Holms Schienbein sie Schlafen geschickt hat, kehrt Ronda „Rowdy“ Rousey (12-1) in den Käfig zurück. Ihr Gürtel hat seitdem noch zweimal die Besitzerin gewechselt, am Freitag zieht Rousey aus, wieder die so lange gewohnte Ordnung in ihre Gewichtsklasse zu bringen.

Amanda „The Lioness“ Nunes (13-4) hat ein gigantisches Jahr hinter und den besten Teil vielleicht noch vor sich. Die Brasilianerin startete 2016 mit einem Punktsieg gegen Valentina Shevchenko – einem soliden Sieg, der aber die gleichen Defizite aufzeigte, die Nunes schon immer nachgesagt wurden; vor allem fehlende Ausdauer und ein dementsprechend mit den Runden abbauendes Gefahrenpotential.

All das Chaos um UFC 200 und die abgesagten Blockbuster-Kämpfe zwischen Conor McGregor und Nate Diaz sowie Jon Jones und Daniel Cormier sorgten dafür, dass Nunes sich im Juli trotzdem im Hauptkampf der Mega-Veranstaltung wiederfand. Bei der sie sich mit einem schnellen Knockout gegen Miesha Tate den Gürtel holte.

Damit hat die „Lioness“ sich ins Rampenlicht vorgearbeitet, bevor nun die Chance auf den echten Durchbruch folgt. Ein Kampf gegen Ronda Rousey sorgt so oder so für Aufmerksamkeit und Dollars – selbst mit einer Niederlage würde Nunes zumindest ordentlich Kasse machen. Gewinnt sie aber, dann wäre damit ein echter neuer Star geboren. Wie gut Nunes‘ Chancen stehen, ist kaum vorherzusagen. Viel wird wohl davon abhängen, wie Ronda Rousey nach K.o.-Desaster und einem Jahr Pause im Käfig auftritt.

Körperlich zumindest macht die Ex-Championess einen überaus stabilen Eindruck. Wie es mental aussieht, wird man dagegen erst in der Nacht von Freitag auf Samstag sagen können. Ist es ein Vorzeichen, dass Rousey im Vorfeld von UFC 207 fast sämtliche Pressearbeit verweigert hat? Und wenn ja, dann ein gutes oder ein schlechtes?

Nach Kommentaren zu Selbstmordgedanken und völligem Abtauchen aus der Öffentlichkeit ist Rouseys Einstellung völlig unklar. Dieses Wochenende könnte der Hype um die ehemals so dominante Championess dort wieder anknüpfen, wo er vergangenes Jahr zum Stehen gekommen ist, wenn sie auch Nunes mit einem Armbar in der ersten Runde abfertigt. Oder er wird sich völlig in Luft auflösen, wenn Rousey noch einmal verliert, schlimmstenfalls wieder durch Knockout. Auch für den MMA-Sport als solchen steht am Freitag in Las Vegas also einiges auf dem Spiel.

Co-Hauptkampf: Dominick Cruz (c) vs. Cody Garbrandt

Vor Rouseys Rückkehr bekommt der Bantamgewichtschampion der Herren einen jungen Senkrechtstarter vor die Fäuste. Dominick „The Dominator“ Cruz (22-1) hat sich über die Jahre, obwohl er einige davon verletzungsbedingt vollständig verpasst hat, als einer der besten Kämpfer der Welt herauskristallisiert. Urijah Faber, T.J. Dillashaw, Demetrious Johnson, sie alle hat der „Dominator“ bereits geschlagen, teils mehrfach.

Cody "No Love" Garbrandt (10-0) dagegen ist noch recht neu im Geschäft und hat sich seine Titelchance nicht zuletzt durch große Worte gegenüber dem Champion gesichert. Wenn die beiden sich im Laufe der letzten Monate über den Weg gelaufen sind, dann ist die Situation verlässlich eskaliert. Dabei war es für gewöhnlich Garbrandt, der laut wurde, während Cruz beinahe provokant ruhig darauf antwortete. Erst diese Woche hat Garbrandt wutentbrannt ein Fernseh-Studio verlassen, nachdem Cruz ihm geraten hatte, seine Freundin von sozialen Medien fernzuhalten. Kindergarten? Vielleicht.

Kämpferisch beschränkt sich die Faszination des Duells auf die Frage, ob Garbrandt mit seinen Fäusten das Kinn von Cruz finden kann. In zehn Siegen ist das „No Love“ neun Mal gut genug gelungen, um seinen Kontrahenten auf die Bretter zu schicken. Zuletzt mussten mit Thomas Almeida und Takeya Mizugaki erstmalig auch Top-Gegner dran glauben. Mit Cruz wagt Garbrandt sich an diesem Wochenende jedoch in noch deutlich luftigere Gefilde vor – der Champion ist einer der unorthodoxesten Kämpfer der UFC, der kaum getroffen wird und Wege findet, seine Gegner zu treffen, wenn die nicht damit rechnen. Auch gegen die Elite des Sports hat das bisher stets funktioniert.

Ob zehn Profi-MMA-Kämpfe und Erfahrung als Amateur-Boxer für Cody Garbrandt reichen werden, um gegen Cruz zu bestehen? Oder wird gerade die Karriere im Ring Garbrandt zum Verhängnis? Cruz jedenfalls hält das für möglich – seiner Ansicht nach haben die zusätzlichen Schläge auf den Kopf seinem Gegner nicht gut getan. Selbst zuschlagen zumindest aber kann Garbrandt immer noch, und wenn er auch gegen Cruz sein Ziel findet, könnte dieser Kampf schnell viel offener werden als er auf dem Papier erscheint.

Die restlichen Kämpfe von UFC 207

Auch UFC 207 ist nicht ohne Absagen ausgekommen. Vor allem Cain Velasquez und Fabricio Werdum in einem Kampf um den nächsten Titelkampf im Schwergewicht wären eine wertvolle Bereicherung für das Programm gewesen, bevor die Sportkommission von Nevada Velasquez als körperlich nicht kampffähig einstufte. Übrig geblieben sind einige potentiell spaßige Duelle und eines mit imminenter Bedeutung für das Titelgeschehen im Bantamgewicht.

Das ist der letzte Nicht-Titelkampf des Abends, zwischen T.J. Dillashaw (13-3) und John „Hands of Stone“ Lineker (29-7). Dillashaw preschte 2014 schlagartig ins Rampenlicht, als er kurzfristig einen Titelkampf gegen den bis dahin so dominanten Renan Barao bekam und den Champion erst dominierte und kurz vor Schluss ausknockte. Zwei Titelverteidigungen gegen Barao und Joe Soto später verlor Dillashaw seinen Titel knapp nach Punkten gegen Dominick Cruz. Mit einem Sieg gegen Raphael Assuncao bei UFC 200 hat der 30-Jährige den ersten Schritt zurück zum Titelkampf erfolgreich hinter sich gebracht, gegen John Lineker soll nun der zweite und bestenfalls letzte folgen.

Lineker kam mit einer Reihe furioser Knockouts im UFC-Fliegengewicht zu einem gefürchteten Ruf, der allerdings durch Linekers Unfähigkeit getrübt wurde, das Gewichtslimit zu erreichen. Nach vier verfehlten Versuchen strafversetzt ins Bantamgewicht, gewann Lineker dort viermal in Folge. Vor seinem letzten Sieg, gegen John Dodson, kam Lineker allerdings schon wieder zu schwer zum Wiegen. Gegen Ex-Champion Dillashaw wird „Hands of Stone“ also ein sehr lautes Statement brauchen, um sich den Titelkampf für 2017 zu sichern.

Das übrige Programm fokussiert sich eher auf spannende Kämpfe denn auf das Geschehen in irgendeiner Top Five. Im ersten Hauptkampf des Abends dürfte es zwischen Louis „Da Last Samurai“ Smolka (11-2) und Ray „The Tazmexican Devil“ Borg (9-2) zur Sache gehen. Die beiden Fliegengewichte haben das Potential gezeigt, weit oben mitzuspielen, sind zwischendurch aber immer wieder durch teils unerwartete Niederlagen zurückgefallen. Am Freitag bekommen beide die Chance, einen neuen Anlauf nach oben zu starten.

Im letzten Vorkampf dagegen geht es für Johny „Big Rigg“ Hendricks (17-5) darum, nicht gänzlich von der Spitze abzufallen. Der gelernte Ringer lieferte nach einer Reihe spektakulärer K.o.-Siege einen starken Kampf gegen Champion Georges St-Pierre ab, den er nach Ansicht vieler Fans hätte gewinnen müssen und holte sich anschließend mit einem Sieg gegen Robbie Lawler den Gürtel im Weltergewicht.

Seitdem geht es allerdings konstant bergab für „Big Rigg“, der den Titel zunächst im Rückkampf an Lawler verlor und seitdem zwei von drei Kämpfen abgab. Auf seine erste K.o.-Niederlage folgte im Juli eine völlig uninspirierte Punktniederlage gegen Kelvin Gastelum, nach der Hendricks selbst seine kämpferische Zukunft hinterfragte.

Am Wochenende bekommt er gegen Neil Magny (18-5) die Chance, sich selbst und allen anderen die Frage nach der Zukunft zu beantworten. Magny verlor 2013 zwei seiner ersten drei UFC-Kämpfe, startete dann aber wie aus dem nichts eine der beeindruckendsten Siegesserien der letzten Jahre. Zehn von zwölf Kämpfen hat Magny seit 2014 gewonnen, u.a. gegen Hector Lombard und Kelvin Gastelum. Nach einer harten K.o.-Niederlage gegen Lorenz Larkin im August muss der 29-Jährige nun gegen einen Ex-Champion zurück zur Form finden.

Spannend dürfte schon der Eröffnungskampf aus Las Vegas werden, in dem die Weltergewichte Alex „Cowboy“ Oliveira (16-3-1(1)) und Tim „The Dirty Bird“ Means (26-7-1) aufeinandertreffen werden. Oliveira kann in der UFC vorzeitige Siege gegen Namen wie K.J. Noons, Piotr Hallmann und zuletzt Will Brooks vorweisen. Means dagegen wurde 2013 bereits aus der UFC entlassen, kam kurz darauf aber zurück und gewann sechs von acht Kämpfen, die letzten vier davon vorzeitig.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 207: Nunes vs. Rousey
Freitag, 30. Dezember 2016
T-Mobile Arena in Las Vegas, Nevada, USA


Titelkampf im Bantamgewicht der Frauen (ran Fighting)

Amanda Nunes (c) vs. Ronda Rousey

Titelkampf im Bantamgewicht (ran Fighting)
Dominick Cruz (c) vs. Cody Garbrandt

Hauptprogramm (ran Fighting)
T.J. Dillashaw vs. John Lineker
Dong Hyun Kim vs. Tarec Saffiedine
Louis Smolka vs. Ray Borg

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Johny Hendricks vs. Neil Magny
Mike Pyle vs. Alex Garcia
Antonio Carlos Júnior vs. Marvin Vettori
Brandon Thatch vs. Niko Price

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Alex Oliveira vs. Tim Means