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Rashad Evans: „Ich kann hier immer noch jedem den Arsch versohlen“

Zwei Jahre lang musste Rashad Evans um seine Zukunft bangen, jetzt ist er zurück im Käfig (Foto: Florian Sädler/GNP1.de).

Als Rashad Evans zum letzten Mal ins Octagon der UFC stieg, war Georges St-Pierre noch Champion im Weltergewicht, Conor McGregor ein völlig neues Phänomen und der Reebok-Deal nicht einmal ein leises Gerücht. Dann warfen ihn mehrere schwere Knieverletzungen zwei Jahre lang aus der Bahn. An diesem Wochenende kehrt er endlich in den Käfig zurück.

“Wenn du zwei Jahre lang raus bist, nur zuschauen darfst, die Kämpfe im Fernsehen analysierst und genau weißt, dass du diesen Typen im Käfig immer noch den Arsch versohlen könntest, dann willst du das auch tun", so Evans Anfang der Woche während einer Presse-Telefonkonferenz. "Jetzt habe ich die Chance dazu, und mehr will ich auch gar nicht.“

Die Zwangspause hätte zu keiner schlechteren Zeit kommen können – bei UFC 167 zerstörte Evans förmlich Chael Sonnen durch technischen Knockout in der ersten Runde und sah dabei so gut aus wie lange nicht mehr. Der imposante Sieg war genau das, was er nach enttäuschenden, ereignisarmen Kämpfen gegen Rodrigo Nogueira und Dan Henderson gebraucht hatte.

„Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es keinen Druck gäbe, einen guten Kampf abzuliefern”, gibt Evans vor seinem Comeback zu. „Es gibt diesen Druck. Ich will da rausgehen und beweisen, dass ich immer noch genauso gut bin wie früher. Ich will zeigen, dass ich immer noch an der Spitze dieser Gewichtsklasse kämpfen will, (…) ich will meinen Namen wieder ins Gespräch bringen, um die Chance auf einen Titelkampf zu bekommen.“

Obwohl der Titelkampf das Ziel ist, ist Evans erst einmal froh, überhaupt wieder die Chance zu bekommen, ins Octagon steigen zu können: „Ich wurde dazu gezwungen, mir meine Situation bewusst zu machen“, so Evans über die lange Verletzungspause. „Als Sportler bist du so gewöhnt daran, dich regelmäßig im Wettkampf zu beweisen, dass dein Leben sich nur noch um zwei Dinge dreht: Das nächste Trainingscamp und den nächsten Kampf.“

Als Vater mehrerer Kinder, FOX-Analyst und Mentor für jüngere Teamkollegen bei den „Blackzilians“ in Florida, sagt Evans, sei ihm Langeweile zwar fremd gewesen, aber gerade die ständige Beschäftigung berge die Gefahr, den Blick auf andere Dinge zu verlieren: „Bevor du dich versiehst, ziehen die Jahre an dir vorbei. Bevor du die Chance hattest, dir einen Überblick zu verschaffen und zu entscheiden, was dein nächster Schritt sein wird (…). Und das ist das harte daran, wenn du aktiv in diesen Sport involviert bist: Du neigst dazu, zu vergessen, dass es nur eine Phase in deinem Leben ist (…). Es ist so schwer, zu versuchen, einen Blick in die Zukunft zu werfen und dafür zu planen.“ 

„Aber in der Situation, in der ich steckte, war ich dazu gezwungen. Ich war dazu gezwungen, mir die harten Fragen zu stellen, die ich mir vermutlich nicht gestellt hätte, wäre ich nicht fertig gewesen mit dem Sport. Wäre ich nicht fertig gewesen, bevor ich dazu bereit war.“

Jetzt doch noch in den Käfig zurückkehren zu können, bekommt für Evans vor diesem Hintergrund eine umso größere Bedeutung. „Ich glaube, je größer du dieses Ereignis für dich selbst machst, desto schwieriger wird es, deine beste Leistung abzurufen. Es gibt so viele Dinge im Hintergrund, für die ich eine gute Leistung abrufen will, aber je mehr ich über so etwas nachdenke, desto komplizierter wird die Sache. Also habe ich mich dazu entschieden, das Ganze nicht zu groß zu machen. Es geht für mich darum, da rauszugehen und einen tollen Kampf gegen Ryan Bader hinzulegen.“

Wenn ihm das gelingt, dann könnte „Suga“ in nicht allzu ferner Zukunft sogar gegen den Mann ins Octagon steigen, der kurz nach seinem eigenen Kampf bei UFC 192 seinen Titel verteidigen wird: Daniel Cormier. Gegen „DC“ sollte Evans bereits Anfang 2014 bei UFC 170 antreten, bevor er sich nur Tage vor dem Kampf in seiner letzten harten Trainingseinheit verletzte.

„Ich würde liebend gerne gegen DC kämpfen“, bekräftigt Evans. „Ich denke, dass wäre ein toller Kampf. Ich denke, ein Sieg gegen Ryan Bader würde mich definitiv dafür ins Gespräch bringen, aber es müsste trotzdem eine Menge passieren, bis dieser Kampf zustande kommt (…). Wichtiger für mich ist, anstatt mir Gedanken über DC zu machen, dass ich einfach wieder zurück in den Käfig kann.“