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ran FIGHTING, wir haben ein Problem

Es ist der 12. Dezember 2015 – zum ersten Mal überträgt ran FIGHTING auf ihrer neuen Streaming-Plattform einen UFC-Großevent live. Mit Freunden sitze ich mitten in der Nacht gespannt vor dem Fernseher, um mir Conor McGregors Titelkampf gegen Jose Aldo anzuschauen. Doch der Bildschirm bleibt über weite Teile des Events schwarz, denn zu häufig wird die Übertragung beim offiziellen Partner der UFC durch Fehlermeldungen unterbrochen. Was für ein frustrierender Sonntagmorgen. Aber das wird sich schon nicht wiederholen, dachte ich mir. Nach solch gravierenden Startschwierigkeiten muss man ja schließlich Konsequenzen ziehen, oder?

Doch ich sollte mich getäuscht haben. Auch bei den folgenden Großveranstaltungen gibt es Probleme, wie Stream-Abstürze oder plötzliche Zeitsprünge, die das Genießen der Kämpfe vollkommen unmöglich machen. Die technischen Schwierigkeiten sind da und führen immer wieder zu genervten Kampfsport-Fans, die ihrem Ärger öffentlich Luft machen.

Fast ein Jahr nach dem Debakel im Dezember 2015 stand nun in der Nacht zum Sonntag UFC 205 an – der vielleicht größte UFC-Event aller Zeiten. Einzige offizielle Möglichkeit zum Anschauen der Veranstaltung in Deutschland ist nach wie vor ran FIGHTING, die für den Stream 14,99 Euro verlangen. Wer sich in der Szene minimal auskennt, der weiß, wie groß die Vorfreude der UFC-Fans auf diese Veranstaltung war. Ein großer Ansturm auf die Live-Übertragung von ran FIGHTING war daher ja eigentlich zu erwarten. Im Hause ProSiebenSat1 hat man ihn allem Anschein nach unterschätzt.

Wieder sitze ich mit meinen Freunden an einem Sonntagmorgen zusammen, um mir die UFC live anzuschauen. Nach einem sauberen Vorprogramm-Stream auf der offiziellen UFC-Homepage steht um vier Uhr der Wechsel zum PPV-Stream auf ran FIGHTING an. Ich logge mich mit meinem Account ein, der Stream will jedoch nicht starten. Seite neu laden hilft vielleicht, denke ich mir. Doch die Website bleibt einfach weiß, die Server von ran FIGHTING sind hoffnungslos überlastet. Auch nach einer Stunde – zwei von fünf Kämpfen sind wohlgemerkt bereits vorbei – ist es nicht möglich, den Stream zu starten. Der gemütliche UFC-Abend, oder eher UFC-Morgen, wurde uns einmal mehr komplett versaut.

In den sozialen Medien gehen die Fans auf die Barrikaden, fordern mitten in der Nacht wutentbrannt ihr Geld zurück. Eine Reaktion vom Support gibt es zunächst nicht. 45 Minuten nach Beginn des Hauptprogramms wird eine kleine Mitteilung rausgegeben, dass an einer Lösung für die technischen Probleme gearbeitet wird. Knapp eine halbe Stunde später läuft der Stream dann bei den ersten Fans, die noch nicht vollkommen genervt schlafen gegangen sind.

ran FIGHTING, es reicht! Nach fast einem Jahr gibt es für solche Aussetzer keine Entschuldigungen mehr. Die Fans haben die Nase augenscheinlich gestrichen voll und verlieren die Lust daran, sich die Nacht für einen UFC-Veranstaltung um die Ohren zu schlagen. Da helfen auch keine Frei-Codes als Entschädigung für vermasselte Übertragungen – am Ende sitzt man ja vielleicht doch nur einmal mehr mitten in der Nacht vor einem schwarzen Bildschirm.

Ihr seid im Besitz der exklusiven Übertragungsrechte der UFC in Deutschland. Die UFC-Fans sind hierzulande von euren Streams abhängig, alternative legale Anbieter gibt es schließlich nicht. Vor dem Startschuss von ran FIGHTING bekamen die Fans von der UFC problemlos funktionierende Streams geboten. Seid ihr dazu nicht in der Lage? Dann gebt die Rechte doch bitte an jemanden ab, der es kann. Das Vertrauen der Fans ist nach solch einem erneuten Fiasko zerstört und nur schwer wiederherzustellen. 

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