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Rafael dos Anjos: „Ich habe mehr Waffen als Eddie Alvarez, der Gürtel bleibt bei mir“

Rafael dos Anjos könnte ein superbes Jahr 2016 in der UFC bevorstehen (Foto: Florian Sädler).

Nach langen, harten Jahren in Armut sollte Rafael dos Anjos im März dieses Jahres endlich seinen großen Zahltag bekommen: Bei UFC 196 hätte der Leichtgewichtschampion der Liga auf seinen Kollegen im Federgewicht treffen sollen, Superstar Conor McGregor. Ein gebrochener Fuß ließ die Gelegenheit jedoch ins Wasser fallen. Stattdessen wurde der Brasilianer für seinen nächsten Kampf nun auf den Online-Streamingdienst der UFC degradiert.

Dos Anjos allerdings stört sich nicht daran, dass ihm als Hauptkampf der 90. UFC Fight Night am Donnerstag (wird in Deutschland via UFC Fight Pass übertragen) weitaus weniger Aufmerksamkeit und Geld zukommen wird, wie er kürzlich während einer Presse-Telefonkonferenz klarstellte.

„Viele Leute reden (nur) über Geld, Geld, Geld. Jeder mag Geld. Ich mag Geld, aber ich liebe es nicht (…). Ich kämpfe, weil ich die Herausforderung mag. Ich mag dieses Leben; ich mag es, mich mit anderen zu messen.“

Aus diesem Grund, behauptet dos Anjos, trauert er dem verpassten McGregor-Kampf nicht hinterher und fokussiert sich stattdessen auf die anstehende Aufgabe: Ex-Bellator-Champion Eddie Alvarez, ein zäher Boxer-Ringer, der dem Champion in der Nacht von Donnerstag auf Freitag deutscher Zeit einen harten Test liefern dürfte.

„Eddie Alvarez ist ein taffer Typ“, erkennt dos Anjos an. „Er ist seit langer Zeit ein Teil des Sports und er ist jetzt der nächste, der als Herausforderer an der Reihe ist. Ich werde einfach der Welt beweisen, mir selbst beweisen (, dass ich ihn schlagen kann) und jedem zeigen, wie unser Team arbeitet.“

„Dass das hier für mein Team ist, für meine Freunde. Und einfach, um jedem zu zeigen, dass ich der Champion bin und dieser Gürtel lange Jahre mir gehören wird.“

Auch der erst vor knapp vier Monaten gebrochene Fuß wird ihn dabei nicht aufhalten – im Trainingscamp zumindest hat die Fraktur laut dos Anjos schon nicht mehr für Beschwerden gesorgt.

„Der Fuß ist komplett geheilt. Ich kann kicken, ich mache alles, was ich vorher auch gemacht habe. Es war nur ein gebrochener Knochen, es waren keine Bänder oder Sehnen verletzt und der Knochen ist verheilt. Der Knochen ist bei 100 Prozent. Ich trete härter als jemals zuvor.“

Einen Monat lang hat der Brasilianer aus Rafael Cordeiros Kings MMA in Kalifornien dabei in Singapur bei Evolve MMA verbracht, wo er sich mit thailändischen Trainern besonders auf Thaiboxtechniken fokussiert hat. Am Donnerstag soll daher eine neue, verbesserte Version von dos Anjos auflaufen.

„Ich bin so selbstbewusst, weil ich denke, dass ich mehr Waffen habe als Alvarez. Er ist ein taffer Kerl, ein harter Gegner. Ich glaube aber einfach, dass das jetzt meine Zeit ist und ich mehr Werkzeuge habe, diesen Kampf zu gewinnen. Im Stand bin ich besser. Ich habe mehr Reichweite. Auf dem Boden bin ich besser. Ich fühle mich großartig. Ich bin selbstbewusst und kann es kaum abwarten, mir am 7. Juli den Sieg zu holen.“

Auch Alvarez‘ patentierte Zähigkeit und sein unerbittlicher Vorwärtsdruck werden nach Ansicht des Champions nicht genug sein, um den Gürtel an sich zu reißen. Dos Anjos‘ Basis für diese Selbstsicherheit? Ein Blick auf sein UFC-Resümee, das allein in den letzten paar Jahren Siege gegen Namen wie Anthony Pettis, Ben Henderson, Nate Diaz und Donald Cerrone beinhaltet.

„Cerrone ist sehr zäh und Henderson wurde noch nie ausgeknockt, bevor er gegen mich gekämpft hat. Ich freue mich einfach, es wird ein großartiger Kampf. Eddie ist jemand, der nach vorne geht. Er mag es, in harte Kämpfe verwickelt zu werden. Er geht gerne nach vorne und (das ist) auch mein Kampfstil. Es wird ein großartiger Kampf, aber ich habe keine Zweifel daran, dass ich die Arena mit meinem Gürtel verlassen werde.“

Und was kommt danach? In einer derart ausufernden Gewichtsklasse wie der bis 70 Kilo werden ihm wohl nie die Herausforderer ausgehen, ein ganz bestimmter Kampf allerdings ist besonders faszinierend für dos Anjos: der gegen Ex-Weltergewichtschampion Georges St-Pierre, der kürzlich angekündigt hat, nach drei Jahren Abstinenz ins Octagon zurückkehren zu wollen.

„Ja, natürlich“, so dos Anjos auf die Frage, ob diese Ansetzung für ihn von Interesse wäre. „Ich bin ein großer Fan von Georges St-Pierre und es wäre großartig, gegen mein Idol kämpfen zu dürfen. Er wäre ein neuer Herausforderer und auch ein Kampf, der viel Geld bringen würde.“

Nach all den Schwierigkeiten früherer Jahre: Aktuell ist eine gute Zeit, um Rafael dos Anjos zu sein.