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Piotr Hallmann unterstellt Behörde Betrug bei Dopingtest

Piotr Hallmann (Foto: Youtube)

Am heutigen Samstag wird Piotr Hallmann bei UFC Berlin nach neun Monaten Dopingsperre seine Rückkehr ins Octagon feiern. Schon nachdem der positive Test im vergangenen Jahr bekannt wurde, erklärte sich Hallman für unschuldig. Nun erhebt er Vorwürfe gegen die zuständige Sportbehörde in Brasilien.

13. September 2014, Piotr Hallmann bestreitet seinen vierten UFC-Kampf im Vorprogramm von UFC Fight Night: Bigfoot vs. Arlovski. Er verliert gegen Gleison Tibau knapp nach Punkten, erhält einen Bonus für den Kampf des Abends. Später wird bekannt: Er wurde positiv auf das anabole Steroid Drostanolon getestet. Hallmann erklärte anschließend, er sei unschuldig, bei dem Test sei ein Fehler unterlaufen.

Beim Medientag zu UFC Berlin am Donnerstag hakte GNP-TV noch einmal nach: „Ich habe mich dazu schon mehrfach geäußert, so funktioniert die Kommission in Brasilien einfach“, so Hallmann. „Ich glaube, das war Absicht. Ich kann es nur nicht beweisen, schon gar nicht mit den Gerichten in Brasilien.“

Hallmann erklärte damals, ihm sei direkt nach dem Kampf Blut abgenommen worden. Später, als er sich bereits wegen einem gebrochenen Kiefer im Krankenhaus befand, kam einer der Tester auf ihn zu und erklärte, mit dem Test sei etwas schief gelaufen, ein zweiter Test sei nötig. Dieser wurde jedoch nie durchgeführt, da Hallmann aufgrund seiner Verletzung bereits ein Schmerzmittel verabreicht bekommen hatte. Die Kommission erklärte später allerdings, Hallmann sei bereits vor dem Kampf positiv getestet worden.

„Ich denke, da steckte die Kommission dahinter“, beharrt Hallmann heute, neun Monate danach, noch immer auf seiner Meinung und erhebt damit den Vorwurf, die Sportbehörde in Brasilien hätte ihm absichtlich eine positive Probe untergejubelt. „Das könnte schon sein, eine andere logische Erklärung habe ich für all das nicht.“

Warum die Behörde ihn absichtlich aufs Glatteis führen sollte, weiß Hallmann allerdings auch nicht. 

„Ich weiß nicht warum, ich habe keine genauen Hinweise, wer oder was da genau passiert ist“, so Hallman. „Ich weiß es nicht, aber ich glaube nicht an einen Fehler. Ich habe gehört, dass solche Dinge da öfter passieren, dass dort eine Menge falsch läuft.“

Sollte dem so sein und Hallman recht haben, bedeutet das eine gefährliche Situation für jeden Kämpfer, insbesondere mit den neuen Doping-Richtlinien der UFC, die ab Juli in Kraft treten. Hallmann wurde für neun Monate gesperrt, 50.000 Dollar Bonus wurden ihm aberkannt. Ein weiterer Verstoß würde laut den neuen Statuten vier Jahre sperre bedeutet, der Super-GAU für jeden Kämpfer. 

„Ja, nach dem was dort passiert ist, glaube ich, dass ich mich dort beim Kämpfen nicht mehr sicher fühlen werde“, erklärt Hallmann. Am heutigen Samstag kämpft er jedenfalls in Berlin, wo bislang keine Behörde offiziell die Aufsicht übernimmt. Sein Gegner ist der Russe Magomed Mustafaev.

Das gesamte Interview mit Hallmann: