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Paulo Filho: „Jon Jones wird weiter Kokain konsumieren”

Paulo Filho hat seine Erfahrungen mit schlechten Entscheidungen gemacht (Foto: MMAMania.com)

BJJ-Weltmeister, PRIDE-Grand Prix Finalist und WEC-Champion - bis 2008 konnte Paulo Filho auf eine mehr als erfolgreiche Karriere im Kampfsport zurückblicken. In die UFC schaffte es der Brasilianer jedoch nie. Die Bekanntschaft mit Kokain und eine Schmerzmittelsucht verhinderte weitere Erfolge des heute 37-Jährigen. In einem Interview mit den brasilianischen Kollegen von Tatame sprach Filho über die Auswirkungen seiner Sucht und die Parallelen zu Jon Jones.

Am 8. Juni 2007 fand die letzte Veranstaltung der japanischen Organisation PRIDE statt. Bereits acht Wochen später stand der bis dato ungeschlagene Paulo Filho im Titelkampf der WEC gegen Joe Doerksen. Nach vier Minuten war der Brasilianer der neue Champion im Mittelgewicht der WEC. Vier Monate später folgte gegen Chael Sonnen eine umstrittene Titelverteidigung. Der Kampf wurde aufgrund einer Armbar abgebrochen. Sonnen beschwerte sich und gab an, nie aufgegeben zu haben und der Titelkampf sollte elf Monate später wiederholt werden. Der Anfang vom Ende von Filhos Glanzzeit.

„Ich hatte gerade Chael Sonnen geschlagen und war in Mexiko feiern. Ich war richtig betrunken, mir ging es schlecht. Da kam so ein Typ und bot mir Kokain an und ich hab es genommen. Ich fühlte mich sofort wie neu. Man fühlt sich wie im Himmel, aber sobald die Wirkung nachlässt, wird man depressiv. Das war es, was mich später eingeschränkt hat. Es waren nicht die Schmerzmittel, die ich genommen habe. Es waren die Depressionen durch das Kokain.”

Dass mit Paulo Filho etwas nicht in Ordnung war, konnte man bereits beim Rückkampf gegen Sonnen sehen. Der Brasilianer kam über drei Kilogramm zu schwer auf die Waage und verlor am Tag darauf einen Punktentscheid gegen Sonnen. Für Filho die erste Niederlage überhaupt. Nach einem siegreichen Kurzeinsatz bei Dream gegen Melvin Manhoef zog sich Filho anschließend nach Brasilien zurück und trat fast nur noch für brasilianische Organisationen an.

In den letzten vier Jahren gewann Filho nur noch zwei seiner letzten acht Kämpfe, einen davon gegen den früheren PRIDE-Kollegen Murilo Rua durch T.K.o. Momentan laboriert Filho noch an den Folgen einer Schusswunde, die er vom Besuch eines brasilianischen Nachtclubs im Dezember davon trug. Die Geschichte des einstigen Top-Talents dient als Warnung junger Kämpfer, nicht auf seinen Spuren zu wandeln.

Ob das auch Jon Jones gelingt? Die Chancen stehen schlecht, denkt Filho: „Jon Jones hat die gleiche Krankheit wie ich. Wir sind genetisch anfällig für Substanzen, die wir einnehmen. Du machst es einmal und kannst nicht mehr ohne das Zeug leben. Früher oder später wird er wieder bei Kokain landen.” Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Jones im Vorfeld seiner letzten Titelverteidigung gegen Daniel Cormier Kokain konsumiert hatte (GNP1.de berichtete). Momentan muss sich der Ex-Champion mit den juristischen Folgen seines Autounfalls im April beschäftigen (GNP1.de berichtete).