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Packende Doku über Peter Sobotta: Ein Tag als Löwe

Peter Sobotta (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

„Ich bin halbnackt in einem Käfig mit einem anderen Mann eingesperrt. Wenn ich nicht selber an mich glaube, wer glaubt dann an mich? Und diesen Glauben an mich, den hatte ich verloren.“

Mit diesen ehrlichen Worten von Peter Sobotta beginnt die Dokumentation „Ein Tag als Löwe“. Ein Team um den jungen Filmemacher David Spajic hatte den deutschen Kampfsportler auf dem langen und steinigen Weg zu seinem Comeback bei der UFC Fight Night in Berlin im vergangenen Jahr begleitet. Entstanden ist ein gleichermaßen emotionales wie inspirierendes Werk über die Seele eines Kämpfers, das einen Einblick darin gewährt, wie der MMA-Sport abseits von Glanz und Gloria des Octagons gelebt wird.

Zwischen den Interviewsequenzen sehen die Zuschauer immer wieder Ausschnitte aus Sobottas Sportlerdasein: Er wohnt in seinem Gym, lädt Trainingspartner aus ganz Europa zu sich ein, fährt zur Entspannung Tretboot, quält sich mit Fisch und Brokkoli, meditiert mit Dean Lister und singt „Griechischer Wein“ mit Pascal Krauss – hervorragendes Anschauungsmaterial für Kritiker des MMA-Sports, um zu sehen, wie sich diese „brutalen Barbaren“ auf ihre Wettkämpfe vorbereiten.

Von Schicksalsschlägen und Comebacks

Sobotta hat in seiner jungen Karriere schon mehr Tiefen durchleben müssen als die meisten Veteranen, aber aufgrund seiner Liebe zum MMA-Sport hat er immer weitergemacht und sich zurückgekämpft.

Vom Jugendlichen, der dachte, er würde „Streetfight“ trainieren, entwickelte sich Sobotta zum besten Nachwuchskämpfer Deutschlands. 2009 verpflichtete ihn die UFC für ihr Deutschland-Debüt. Sobotta, gerade mal 22 Jahre alt, hatte plötzlich den halben Tag Journalisten von der Bild-Zeitung und Reporter von RTL um sich und musste in den deutschen Medien einen großen Teil der Promotion für UFC 99 übernehmen – all das, während er sich auf die Abschlussprüfung seiner Ausbildung als IT-Systemkaufmann vorbereitete.

Sobotta verlor sowohl sein UFC-Debüt bei UFC 99 als auch die beiden folgenden UFC-Kämpfe nach Punkten. Die Verpflichtung durch die UFC kam, im Nachhinein betrachtet, vielleicht etwas zu früh, aber sie war eine wichtige Lernerfahrung. Sobotta setzte ein Jahr aus, sammelte sich wieder und gewann 2012 fünf Kämpfe in Folge durch Rear Naked Choke in Runde eins. 2013 erfolgte jedoch erneut ein Rückschlag. Aufgrund einer schweren Krankheit, die ihn beinahe das Leben gekostet hätte, musste er monatelang pausieren.

Dann kündigte die UFC ihre Rückkehr nach Deutschland an, und mit der UFC kehrte auch Sobotta zurück. Am 31. Mai 2014 kämpfte er erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder im Octagon. In der Doku „Ein Tag als Löwe“ reflektiert Sobotta alle Geschehnisse, die ihn bis dorthin geführt hatten und nimmt die Zuschauer mit in sein Trainingslager und die Fight Week vor UFC Berlin.

Die ca. 43 Minuten lange Doku könnt ihr euch kostenlos auf YouTube ansehen: