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NSAC verbietet TUE für Testosteronersatztherapie (TRT)

Vitor Belfort wird das Lachen nach der heutigen Entscheidung vergangen sein. (Foto: Tobias Bunnenberg/Groundandpound.de)

Die staatliche Sportkommission von Nevada (NSAC) verbietet für ihren Zuständigkeitsbereich ab sofort die Gewähr von therapeutischen Ausnahmeregelungen („TUE“) für eine Testosteronersatztherapie („TRT“). Damit wirkt sie einem Schlupfloch entgegen, das in der Vergangenheit einige Kampfsportler ausgenutzt hatten, um sich in der Vorbereitung auf ihre Kämpfe einen Vorteil zu verschaffen. Nicht selten ist dabei von „legalem Doping“ die Rede gewesen.

Das Kommissionsmitglied Raymond Avansino brachte den Vorschlag zum Verbot ein – heute wurde in einer Sitzung darüber abgestimmt. Er begründete seinen Vorschlag damit, die NSAC habe nicht die Ressourcen, um alle therapeutischen Ausnahmeregelungen effektiv zu überwachen. Die Kommission stimmte dem Verbot einstimmig zu. Kein Kämpfer erhält mehr eine therapeutische Ausnahmeregelung für eine Testosteronersatztherapie, egal aus welchem Grund er sich dafür bewirbt.

Die NSAC hat in vielerlei Hinsicht Vorbildfunktion für die anderen staatlichen Sportkommissionen der USA. Inwiefern sich ihre Entscheidung auf die Haltung der anderen Behörden auswirkt, bleibt abzuwarten. Allerdings ermutigte sie ihre Kollegen, es ihr gleichzutun. Und sie kündigte an, dass sie keine therapeutischen Ausnahmeregelungen aus anderen Staaten anerkennen werde.

UFC-Präsident Dana White äußerte sich gegenüber ESPN begeistert von der Entscheidung der NSAC: „Heute ist ein großartiger Tag für den Sport. Ich applaudiere der NSAC. TRT muss verschwinden.“ Und MMAFighting.com sagte er: „Wir folgen Nevada.“ Letzteres würde bedeuten, dass die UFC für Veranstaltungen in Ländern, die keine staatlichen Sportkommissionen haben, sich an das Verbot der NSAC hält.

Bei der UFC sind aktuell mehrere Kämpfer unter Vertrag, die eine therapeutische Ausnahmeregelung für eine Testosteronersatztherapie haben, darunter Vitor Belfort, Dan Henderson, Frank Mir, Antonio Silva und Chael Sonnen. Insbesondere Belfort, der 2013 einen Gegner nach dem anderen spektakulär ausknockte, geriet wegen seiner Testosteronersatztherapie häufig in die Kritik. Belfort wird am 24. Mai gegen Chris Weidman in Las Vegas um den Mittelgewichtstitel kämpfen – voraussichtlich zum ersten Mal seit Jahren ohne Testosteronspritzen.

Testosteronersatztherapie: Der Hintergrund

Die medizinisch sinnvolle Idee hinter der Testosteronersatztherapie ist es, Menschen mit zu geringen Testosteronwerten, wie Alte oder Kranke, mit regelmäßigen Dosen des Hormons zu versorgen und so deren Testosteronspiegel auf ein Normalmaß anzuheben. Eine Behandlung, der sich vor allem in den letzten Monaten jedoch immer mehr austrainierte Profikampfsportler unterzogen haben.

Der Verdacht liegt nahe, dass nicht alle diese Kämpfer tatsächlich auf den ärztlich verordneten Testosteronschub angewiesen sind, sondern sie sich dadurch einen Vorteil, vor allem im körperlich stark belastenden Trainingslager, verschaffen wollen.

Die Messgröße für den Testosteronspiegel ist das sogenannte Testosteron-zu-Epitosteron-Verhältnis im Blut eines Menschen (T/E-Ratio). Bei einem normalen Menschen beträgt dieses Verhältnis in etwa 1:1, die Richtlinien der US-amerikanischen Sportbehörden erlauben eine Ratio von bis zu 6:1. Zum Vergleich: Alistair Overeems positive Dopingprobe ergab eine T/E-Ratio von 14:1, Chael Sonnen hatte nach seinem ersten Kampf gegen Anderson Silva sogar ein Verhältnis von 17:1 im Blut.