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Nick Diaz zu Gefängnis, Bewährung und Idiotentest verurteilt

Ungewohnt freundlich: Nick Diaz auf der Polizeiwache (Foto: Lodi Police Department).

Dass UFC-Star Nick Diaz nicht gerade ein Paradebeispiel des handelsüblichen Vorort-Spießbürgers darstellt, dürfte mittlerweile jedem MMA-Fan bekannt sein. Der neueste Teil der Diaz-Saga, die bereits diverse positive Drogentests, ausgesetzte Pressetermine und eine Massenschlägerei im Strikeforce-Käfig beinhaltet, ist seit kurzem um ein weiteres unrühmliches Kapitel reicher, und dieses Mal geht es für den Badboy aus Stockton sogar hinter Gitter.

Allerdings nicht besonders lange: Diaz wurde laut der amerikanischen Klatsch-Seite TMZ kürzlich zu einer zweitägigen Gefängnisstrafe verurteilt, nachdem er innerhalb von zehn Monaten zwei Mal wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen wurde. Der erste Zwischenfall ereignete sich im November 2013, bevor Diaz zwei verpasste Gerichtsverhandlungen und ebenso viele Anwaltswechsel später im September 2014 erneut auffällig wurde.

Im zweiten Fall wurde Diaz der Verdacht des Fahrens unter Alkoholeinfluss, die Behinderung von Polizeibeamten, Beweismittelvernichtung und das Fahren mit ungültigem Führerschein angelastet, nachdem er zunächst wegen des Verdachts auf Alkohol am Steuer auf die Polizeiwache des kalifornischen Ortes Lodi gebracht wurde und dort laut Polizeibericht versucht haben soll, sich zu übergeben und so den angeordneten Alkoholtest auszutricksen.

In der kürzlich stattgefundenen Verhandlung beider Fälle scheint sich allerdings die nicht unerhebliche Anwaltsfluktuation des UFC-Kämpfers ausgezahlt zu haben, denn sein Vertreter hat eine Besonderheit der US-Justiz dazu genutzt, um seinen Mandanten mit einer zweitägigen Gefängnisstrafe, einer dreijährigen Bewährung und der Teilnahme an einem „DUI educational course“ – der amerikanischen Version der deutschen „medizinisch-psychologischen Untersuchung“ – davonkommen zu lassen. In den USA gibt es neben dem Bestreiten der Schuld und dem Schuldeingeständnis nämlich auch noch das „Nolo contendere“, bei dem der Beschuldigte die Tat weder zugibt, noch bestreitet. Auf diese Weise kann jemand zwar verurteilt werden, je nach Bundesstaat wird die Strafe dann jedoch nicht im Vorstrafenregister aufgeführt und kann außerdem geringer ausfallen als bei einer vollen Verurteilung.

So auch geschehen im Fall Diaz, der das „Nolo Contendere“ auf den Vorwurf des Fahrens unter Alkoholeinfluss mit 0,8 Promille oder höher anwandte – wonach er folglich den in den meisten US-Bundesstaaten üblichen Grenzwert erreicht oder überschritten haben muss. Im Gegenzug wurden drei Anklagepunkte fallengelassen, was Diaz eine weitaus längere Gefängnisstrafe erspart hat.

Im Octagon war Nick Diaz zum letzten Mal im vergangenen Januar aktiv, als er im Hauptkampf von UFC 183 nach fünf Runden eine Punktentscheidung an Anderson Silva abgeben musste. Zuvor hatte er aufeinanderfolgende Titelkämpfe im Weltergewicht gegen Carlos Condit und Georges St-Pierre verloren. Ob oder wann Diaz wieder in den Käfig zurückkehren wird und ob seine rechtlichen Probleme in irgendeiner Weise seinen UFC-Vertrag beeinflussen werden, ist derzeit nicht bekannt.