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Nick Diaz: Seine 5 größten Siege

Nick Diaz (r.) und Frank Shamrock (Foto: Esther Lin/Strikeforce)

Diese Woche unterschrieb Nick Diaz nach über einjährigem „Ruhestand“ einen neuen UFC-Vertrag über drei Kämpfe (GnP berichtete). Anlass genug für uns, auf die fünf größten Siege des früheren Strikeforce-Champions zurückzublicken.

Gegen Paul Daley, Strikeforce: Diaz vs. Daley, 9. April 2011

Eine der besten Runden aller Zeiten – das war der Kampf zwischen Diaz und dem Engländer Paul Daley im April 2011 bei Strikeforce. Daley gehört zu den schlagkräftigsten Strikern im Weltergewicht, er setzte Diaz mehrfach schwer zu, scheiterte aber an dessen erstaunlichen Nehmerqualitäten. Bereits in der Anfangsphase schlug Daley Diaz, der förmlich um Offensivaktionen seines Gegners bettelte, mit einem harten Schlag nieder. Kaum waren die beiden im Stand zurück, schickte Daley Diaz erneut in den Ringstaub. Nichtsdestotrotz ging Diaz unentwegt nach vorne. Gegen Ende der Runde zeigte seine hohe Schlagfrequenz Wirkung und er schlug nun Daley nieder. Drei Sekunden vor Schluss erzwang Diaz mit Ground and Pound den Kampfabbruch. Ein halbes Jahr später kehrte er mit einer Siegesserie von zehn gewonnen Kämpfen in die UFC zurück.

Gegen KJ Noons, Strikeforce: Diaz vs. Noons II, 9. Oktober 2010

Wenn sich zwei Kämpfer tatsächlich nicht ausstehen können, erhalten ihre Duelle gegeneinander immer eine gewisse Brisanz. Nicht immer sorgen Fehden für gute Kämpfe – in diesem Fall schon. KJ Noons kann ähnlich provozieren wie Diaz und tat dies umso mehr, nachdem er ihn im November 2007 bei EliteXC besiegt hatte. Diese Niederlage beschäftigte Diaz jahrelang, denn erstens wurde der Kampf nach nur einer Runde wegen eines Cuts abgebrochen und zweitens war es die einzige Niederlage seit seinem freiwilligen Weggang aus der UFC. Im Rückkampf boxte Diaz den Profiboxer aus, nicht aber ohne selbst wieder einige Wirkungstreffer einzustecken. Nach jedem Schlagwechsel folgte ein Wortwechsel. Als fünf Runden vorbei waren, siegte Diaz einstimmig nach Punkten. Strikeforce bestimmte den Kampf später zu ihrem „Kampf des Jahres 2010“.

Gegen Frank Shamrock, Strikeforce: Shamrock vs. Diaz, 11. April 2009

Als Diaz sich noch auf Jiu-Jitsu konzentrierte, war Frank Shamrock bereits einer der Bad Boys des MMA-Sports. Dass sich die Zeiten geändert haben, bewies Diaz im Frühjahr 2009 bei der Pressekonferenz vor ihrem Kampf, als er dem grinsenden Shamrock den Handshake verwehrte und ihm stattdessen vor versammelter Presse den Mittelfinger zeigte. Im eigentlichen Kampf bewies Diaz, dass Shamrock auch sportlich zur alten Generation gehörte. In Runde eins kontrollierte er ihn auf dem Boden, in Runde zwei bestimmte er den Standkampf mit etlichen Wirkungstreffern. Mitte der zweiten Runde holte Diaz den als UFC-Champion ungeschlagenen Veteranen mit einem Körperhaken von den Beinen und beendete den Kampf mit Ground and Pound. „Nick hat mir heute Abend ordentlich den Arsch versohlt, dazu gibt es keine zwei Meinungen“, resümierte Shamrock nach dem Kampf.

Gegen Takanori Gomi, PRIDE 33, 24. Februar 2007

Zugegeben, in den offiziellen Statistiken steht neben diesem Kampf ein „ohne Wertung“, weil Diaz beim Dopingtest der Konsum von Marihuana nachgewiesen wurde – aber da wollen wir mal genauso ein Auge zudrücken wie der lädierte Diaz nach dem Kampf. Als er im Februar 2007 gegen Takanori Gomi in den Ring stieg, war Gomi amtierender Leichtgewichtschampion von PRIDE FC und eines der besten Leichtgewichte der Welt. Im Laufe ihres Duells haben sich Diaz und Gomi gegenseitig niedergeschlagen und beinahe zur Aufgabe gebracht. Diaz hatte die deutlich bessere Kondition und zermürbte Gomi immer mehr dank seiner hohen Schlagfrequenz, ehe er ihn in der zweiten Runde mit einem seltenen Gogoplata zur Aufgabe zwang. Im Anschluss fasste Diaz den Kampf auf seine unnachahmliche Art zusammen: „Dieser kleine Kerl, ich weiß nicht, was zur Hölle er da gemacht hat, er hat da irgend so ein Karate-Ding abgezogen... er hat da verdammt noch mal so kleine verdammte Hadouken-Schläge abgefeuert.“ (Hinweis: Die Flüche wurden in der Übersetzung etwas abgemildert.)

Gegen Robbie Lawler, UFC 47, 2. April 2004

Zehn Jahre später gehört dieser Kampf noch immer zu den unterhaltsamsten in der Geschichte der UFC. Jeder ging von einem klassischen Duell zwischen Striker und Grappler aus, denn Diaz kannte man damals vordergründig als trickreichen Bodenkämpfer, während Lawler in der UFC bereits Tiki Ghosn und Steve Berger spektakulär niedergemäht hatte. Im Kampf zeigte Diaz jedoch erste Ansätze seines boxerischen Könnens, welches er im Laufe der kommenden Jahre noch unheimlich ausbaute. Er setzte Lawler im Stand unter Druck und lieferte sich mit ihm einen Schlagabtausch nach dem anderen. In der zweiten Runde konterte Diaz Lawler mit einem kurzen rechten Haken aus und schlug ihn damit K.o. – Lawler ging mit dem Kopf voraus zu Boden. Sollte Lawler am 26. Juli bei „UFC on FOX 12“ nicht an Matt Brown vorbeikommen, wäre ein Rückkampf zwischen ihm und Diaz mehr als nur eine Überlegung wert.