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Nick Diaz äußert sich zu seiner Suspendierung

Nick Diaz vor der Sportkommission (Foto: Zuffa LLC).

Die Diskussion um die kontroverse Fünf-Jahres-Sperre, die Nick Diaz in dieser Woche von der Nevada State Athletic Commission (NSAC) aufgebrummt bekam, hat in den letzten Tagen hohe Wellen geschlagen. Nick Diaz selbst ist natürlich ebenfalls alles andere als begeistert vom schockierenden Strafmaß, wie er kurz nach der Verhandlung den anwesenden Reportern verriet. 

„Mich kotzt es ziemlich an“, so Diaz im Interview vor dem Kommissionsgebäude. „Zuerst einmal: In diesem Sport haben sie alles getan um mich davon abzuhalten, heute ganz oben zu sein – da, wo ich sein sollte. Sie haben alles getan, damit ich der Welt nicht beweisen kann, dass ich der beste Kämpfer der Welt bin. Und der bin ich auf jeden Fall.“

Laut Diaz wollte er eigentlich bereits während der Verhandlung seinen Standpunkt klarstellen, ließ aber stattdessen seine Anwälte für sich sprechen. Er teilte seine Meinung über die NSAC im Anschluss mit den Reportern, und sie war kaum positiv: „Ich wollte ihnen sagen, was ich denke. Ich wollte ihnen und allen anderen sagen, das sie ein Haufen Betrüger sind“ so Diaz. „Jeder, der sie sieht oder kennt sollte ihnen das ins Gesicht sagen, denn das würde ich auch. Ich hätte ihnen das gesagt, wenn mir meine Rechtsanwälte nicht geraten hätten, meinen Mund zu halten.“

„Ich bin die Größte Attraktion, ich bin der beste Kämpfer“, gab sich Diaz weiter selbstbewusst. „Es ist das ganze System, das versucht, mich unten zu halten.“

Diaz‘ Rechtsanwälte werden gegen das NSAC-Urteil Beschwerde einlegen, es ist jedoch unbekannt, wie lange dieser Vorgang dauern wird. Zunächst muss Diaz die Geldstrafe zahlen, außerdem ist seine Lizenz, in Nevada kämpfen zu dürfen aufgehoben bis zum 31. Januar 2020 – fünf Jahre nach UFC 183. Darüber hinaus darf Diaz keine Lizenz erwerben, bei anderen Kämpfern in der Ecke zu stehen: „Mein Bruder hat demnächst einen Kampf. Wollt ihr mir sagen, dass ich nicht mal mehr in der Ecke meines Bruders stehen darf, wenn er wieder in den Ring steigt? Das ist kein Sport, das ist Krieg, das ist Kriegskunst“, so Diaz weiter. „Er geht da rein und kämpft um sein Leben und ich kann nicht mal mitkommen und neben ihm stehen? Sie nehmen mir nicht nur Geld, sondern auch das Recht, für meinen kleinen Bruder da zu sein.“

Diaz´ Gegner bei UFC 183 war Anderson Silva, gegen den Diaz nach Punkten verlor. Silva wurde ebenfalls positiv auf verbotene Substanzen getestet, allerdings nicht wie Diaz auf Marihuana, sondern auf anabole Steroide. Silva, früherer UFC-Champion im Mittelgewicht, musste 380.000 Dollar für seinen positiven Test zahlen, wurde aber nur ein Jahr suspendiert. Nick Diaz war wegen des unterschiedlichen Strafmaßes verblüfft – besonders, da Steroide grundsätzlich als leistungssteigernd angesehen werden, Marihuana dagegen nicht. „Ich habe noch nie in meinem Leben Steroide genommen“, so Diaz. „Ich kenne all die Kämpfer und die nehmen alle Steroide. Ich bin die einzige Person in diesem Sport, die nicht Steroide nimmt.“

Bis Diaz´ Vertreter einen Rechtsweg gefunden haben, um das Urteil anzufechten, muss er warten und vom Rande des Geschehens zusehen, wie sich die Situation entwickelt. Diaz hat vor, zunächst BJJ und Boxen zu unterrichten, eigentlich aber will er natürlich so bald wie möglich selbst wieder Kämpfen: „Ich denke, ich muss mich bis nächstes Jahr aus dem Geschehen halten. Wenn überhaupt, werde ich nur große Kämpfe machen. Jeder, der grade versucht zu erzählen, dass er der beste Kämpfer der Welt im Mittelgewicht ist… Wir wissen es gerade nicht. Ich bin ziemlich sicher, dass ich das bin. Ich bin absolut davon überzeugt, dass ich das bin.“