UFC News

Nach Schnittwunde bei Dopingprobe: Anthony Pettis will USADA verklagen

Anthony Pettis (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de)

Am Samstag steht Anthony Pettis wieder im Käfig, um sich nach seiner letzten Niederlage wieder auf die Siegerstraße zurück zu kämpfen. Doch das Duell mit Carlos Diego Ferreira ist nicht der einzige Kampf, den Pettis derzeit bestreiten muss, denn der frühere Leichtgewichts-Champion liegt mit der USADA im Clinch.

„Ich musste kompromittiert kämpfen“, erklärte Pettis in einem Interview mit ESPN. „Ich habe der USADA die Möglichkeit gegeben, alles wieder in Ordnung zu bringen, aber jetzt geht es vor Gericht. Ich werde sie verklagen.“

Was war passiert? Am Kampftag vor dem Duell gegen Nate Diaz im Sommer trat Pettis wie gewohnt zur Dopingprobe an. Eine erste Probe war nicht verwendbar, da Pettis zuvor so stark rehydriert hatte, dass die Probe verwässert war. Eine Stunde später sollte es zur zweiten Dopingprobe kommen.

Dabei schnitt sich Pettis an der Flaschenöffnung und verletzte sich so schwer an der rechten Hand, dass er später genäht werden musste. Für den Stunden später anstehenden Kampf wurde die Wunde mit Wundkleber versorgt und bandagiert, die Bandage vor dem Kampf jedoch wieder entfernt, um keine Regeln zu brechen.

Pettis erklärte, dass er sich daraufhin nicht aufwärmen konnte, daher habe er auch gegen Diaz „wie ein Amateur“ gekämpft und dann nach Punkten verloren. Sein Trainer Duke Roufus habe ihn angefleht, den Kampf abzusagen, doch Pettis wollte die Chance, gegen Diaz zu kämpfen, nicht verlieren.

„Ich wünschte, er hätte nicht gekämpft“, sagte Duke Roufus gegenüber MMAFighting. „Es hat seine Leistung leider klar beeinflusst. Er konnte keine Faust ballen und auch nicht richtig grapplen, dafür brauchte er seinen Daumen.“ Roufus beschrieb den sonst ruhigen Pettis zudem als panisch und verärgert. Nicht die beste mentale Voraussetzung, um in den Kampf zu gehen.

Vor seinem anstehenden Duell gegen Carlos Diego Ferreira kann Pettis trotz des Ärgers die Klage, die noch nicht eingereicht wurde, ausblenden. Sobald UFC 246 vorbei ist, will er jedoch seine juristischen Pläne verfolgen.

„Ich will nicht, dass das einem anderen Kämpfer passiert“, so Pettis weiter. „Wir müssen manche Regeln ändern. Wir sollten die Urinprobe nach dem Kampf abgeben. Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte ich mich nicht mit dieser Wunde vor meinem Kampf beschäftigen müssen.“

Laut Pettis‘ Manager werden auch die UFC und der Flaschenhersteller Berlinger benannt. Die USADA dürfte der anstehenden Klage gelassen entgegenblicken. Gemäß Regelwerk dürfen Mitarbeiter der USADA den Kämpfern nur den verschlossenen Karton mit den Flaschen der Dopingprobe überreichen und dürfen weder die Verpackung öffnen, noch die Flaschen berühren, damit bis zur fertigen Abgabe der Probe nur der Kämpfer in Kontakt mit den Flaschen kommt.