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Mit Startzeiten: So könnt ihr UFC Sao Paulo am Wochenende mitverfolgen

Knaller-Kampf als Notlösung: Thiago Santos (l.) trifft auf Eryk Anders (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de).

Das Octagon ist mal wieder zu Gast in Brasilien, und die MMA-Götter haben es nicht gut gemeint mit Fight Night Nummer 137. Vom ursprünglichen Hauptkampf ist nichts übriggeblieben, auch der Co-Hauptkampf wurde dezimiert. Und doch: Mit Thiago Santos, Eryk Anders, Alex Oliveira, Renan Barao, Francisco Trinaldo u.v.m. steht für Action-Fans genug Potential auf dem Programm, damit sich das Einschalten lohnen dürfte.

Das Vorprogramm von UFC Sao Paulo wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist, außerdem auf der offiziellen Facebook-Seite der UFC. Das Hauptprogramm zeigt der Fight Pass.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (Facebook/ufc.tv): Samstag, 15 September, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (Facebook/ufc.tv): Samstag, 15 September, 2:30 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv): Samstag, 15. September, 4:30 Uhr

Hauptkampf: Thiago Santos vs. Eryk Anders

Der Hauptkampf von UFC Sao Paulo ist die dritte Ansetzung, die an der Spitze der Fight Night 137 steht. Jimi Manuwa hätte hier eigentlich auf Glover Teixeira treffen sollen, Letzterer verletzte sich jedoch und wurde von Thiago „Marreta“ Santos (18-6) ersetzt, der dafür aus dem Mittel- ins Halbschwergewicht wechselte.

Dann verletzte sich auch Manuwa, bereits in Brasilien anwesend, und wurde von Eryk „Ya Boi“ Anders (11-1) ersetzt, der ebenfalls normalerweise eine Gewichtklasse tiefer antritt. Das Ergebnis: Zwei schlagstarke Mittelgewichte, die sich ohne große Vorbereitung und ohne großen Gewichtscut die Fäuste um die Ohren schlagen werden. Dürfte spannend werden.

Trotz der kurzen bis nicht vorhandenen Vorbereitungszeit ist dieser Kampf eine große Chance für Beide. K.o.-Maschine Santos (acht Knockouts in der UFC) kann mit zuletzt fünf Siegen in sechs Kämpfen im Rücken in seinem ersten UFC-Hauptkampf eine Menge Aufmerksamkeit auf sich ziehen und sich wieder für das Kaliber großer Gegner empfehlen, an denen er bisher gescheitert ist: seinerzeit Uriah Hall, Gegard Mousasi und zuletzt David Branch.

Anders dagegen kann nach der knappen Niederlage gegen Lyoto Machida in seinem ersten UFC-Hauptkampf im Februar in Brasilien die Dämonen austreiben und mit einem Sieg gegen Santos zeigen, dass er eben doch eine relevante Macht im Mittelgewicht ist. Dieses Potential hat er mit drei Siegen innerhalb eines Jahres angedeutet, jetzt muss er nachlegen.

Auch, wenn fraglich ist, was dieser Kampf im Halbschwergewicht den Beiden ranglistentechnisch in ihrer eigentlichen Gewichtsklasse bringen wird, kann sich also niemand in Sao Paulo eine Niederlage leisten.

Nicht zuletzt deshalb dürften sich auch die Fans zu den Gewinnern dieser Ansetzung zählen. Zur Veranschaulichung sei ein Streifzug durch die letzten Kämpfe der beiden empfohlen, beispielsweise Santos‘ Spinning-Wheel-Kick-Knockout gegen Jack Marshman ansehen und Anders‘ One-Punch-K.o. gegen Rafael Natal.

Co-Hauptkampf: Alex Oliveira vs. Carlos Pedersoli Jr.

Auch der zweite Hauptkampf in Sao Paulo ist von Verschiebungen nicht verschont geblieben. Dieses Mal allerdings war keine Verletzung schuld, sondern UFC Buenos Aires im November. Dorthin wurde Neil Magny versetzt, anstatt in Sao Paulo gegen Alex „Cowboy“ Oliveira (19-4-1(1)) anzutreten, der stattdessen nun Bud Spencers Enkel vor den Fäusten hat.

Oliveira ist ein Action-Garant, der auf den Beinen und am Boden gleichermaßen gefährlich ist und diese Fähigkeiten u.a. in vorzeitige Siege gegen Tim Means, Ryan LaFlare und Carlos Condit umgemünzt hat.
Jetzt trifft er auf Carlos „Semento“ Pedersoli Jr. (11-1) – zunächst ein Rückschritt, der aber nach Magnys Absage aus der Not heraus geboren wurde. Der Italiener ist der Enkel des gleichnamigen Schauspielers, der der Welt als Bud Spencer bekannt werden sollte.

Fetzen kann er sich ähnlich gut wie sein Großvater, und dass er dafür keine große Vorbereitung braucht, hat ihn in an diesen Punkt seiner Karriere gebracht.

Nachdem er vergangenen April zunächst bei Cage Warriors 93 UFC-Veteran Nicolas Dalby schlug, sprang er kurz darauf bei UFC Liverpool ein und bezwang Brad Scott in einem spektakulären Kampf. Ein solcher dürfte ihn nun auch gegen den brasilianischen Cowboy erwarten – erneut hinter feindlichen Linien und ohne große Vorbereitung.

Die restlichen Kämpfe von UFC Sao Paulo

Auf dem Hauptprogramm steht Ex-Bantamgewichtskönig Renan „Barao“ Pegado (34-6) an dem Punkt jeder einstmals illustren Karriere, an dem niemand stehen will. Gegen einen so gefährlichen wie unbekannten Gegner, den er zu seinen besten Zeiten wohl mühelos zerlegt hätte – in diesem Fall mit Andre „Mr. Highlight“ Ewell (13-4) sogar ein UFC-Neuling – könnte der frühere Weltmeister endgültig in die Belanglosigkeit abrutschen, nachdem er seit 2014 nur zwei von sieben Kämpfen gewinnen konnte.

Ewell dagegen würde sich mit einem Sieg gegen den vor Jahren noch so dominant scheinenden Inhaber eines der besten Erfolgsläufe aller Zeiten (33 Kämpfe in Folge ungeschlagen zwischen 2005 und 2014) trotzdem noch einen kleinen Namen machen. Der 30-jährige Kalifornier ist in 17 Kämpfen nur vier Mal über die Distanz gegangen – ob es nun ein Königs-Comeback oder die Wachablösung gibt: Knallen dürfte es so oder so.

Auch Antonio Rogerio „Minotouro“ Nogueira (22-8) braucht dringend einen Sieg. In Sao Paulo trifft er auf „Smile‘n“ Sam Alvey (33-10-0(1)), der nach einem missglückten Gewichtscut ins Mittelgewicht in diesem Jahr hoch ins Halbschwergewicht wechselte. Dort bezwang er 2018 bereits Marcin Prachnio und Gian Villante.

Jetzt stellt er sich in dessen Heimatland dem mittlerweile 42-jährigen Nogueira, der zuletzt etwas weniger aktiv war. Etwas sehr. Im November 2016 war „Little Nog“, Zwillingsbruder von MMA-Legende Rodrigo „Big Nog“ Nogueira, letztmalig zu sehen – in der gleichen Arena, in der er jetzt auf Alvey treffen wird.

Gegen Ryan Bader ging es hier nicht gut aus, in der dritten Runde ihres Rückkampfes von 2010 ging Nogueira auf die Bretter, es war die dritte Niederlage in vier Kämpfen. Seit 2013 hat Nogueira fünf Mal gekämpft, Alvey stand seit seinem UFC-Debüt ein Jahr später 15 Mal im Octagon.

Zuvor wird Evan „3D“ Dunham (18-7-1) nach neun Jahren in der UFC seine MMA-Handschuhe an den Nagel hängen, nachdem er in Sao Paulo gegen Francisco „Massaranduba“ Trinaldo (22-6) zum letzten Mal ins Octagon gestiegen ist. Sowohl Dunham als auch Trinaldo sind immer für einen spannenden Kampf zu haben, unabhängig vom Ergebnis also dürfte sich dieses Leichtgewichtsduell lohnen.  


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 137: Santos vs. Anders
Samstag, 22. September 2018
Ginásio di Ibirapuera in Sao Paulo, Brasilien

Hauptprogramm (ufc.tv)
Thiago Santos vs. Eryk Anders
Alex Oliveira vs. Carlo Pedersoli Jr.
Sam Alvey vs. Antonio Rogerio Nogeira
Renan Barao vs. Andre Ewell
Randa Markos vs. Marina Rodriguez

Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv/Facebook)

Charles Oliveira vs. Christos Giagos
Francisco Trinaldo vs. Evan Dunham
Luis Henrique vs. Ryan Spann
Augusto Sakai vs. Chase Sherman

Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv/Facebook)
Sérgio Moraes vs. Ben Saunders
Mayra Bueno Silva vs. Gillian Robertson
Thales Leites vs. Hector Lombard
Elizeu Zaleski dos Santos vs. Luigi Venramini
Livia Renata Souza vs. Alex Chambers