UFC News

Mit Startzeiten: So könnt ihr UFC on FOX 29 am Wochenende mitverfolgen

Auf Gold-Kurs? Dustin Poirier hat geraden den Lauf seines Lebens (Foto: Florian Sädler).

Der Deal der UFC mit dem TV-Sender FOX läuft aus, und große Geschütze scheint die Liga auf den letzten Metern nicht mehr aufzufahren. Die Show aus der Wüste in Glendale, Arizona zeigt keine ganz großen Stars, aber die hatte die letzte FOX-Show auch nicht. Spannende Kämpfe gab es trotzdem, und auch UFC Glendale verspricht viel: Wenn Dustin Poirier, Justin Gaethje oder Carlos Condit auf dem Programm stehen, dann knallt es fast immer. Das gilt auch für Israel Adesanya, der in seinem erst zweiten UFC-Kampf große Vorschusslorbeeren legitimieren muss.

Das Hauptprogramm von UFC Glendale wird in Deutschland als Teil des Black Pass (3,99 Euro monatlich) von ran Fighting sowie vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Vorprogramm zeigt ausschließlich der Fight Pass.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Samstag. 14. April, 21:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Samstag, 14. April, 0 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 15. April, 2 Uhr

Hauptkampf: Dustin Poirier vs. Justin Gaethje

Trotz seines Erfolges ist es gerade nicht unbedingt leicht, Dustin „The Diamond“ Poirier (22-5-0(1)) zu sein. Bis auf einen Ausrutscher gegen Michael Johnson aus dem Herbst 2016 hat der „Diamond“ eine weiße Weste im Octagon bewahrt und jede Menge überzeugende Siege gegen gute Leute geholt, seitdem er 2015 vom Feder- hoch ins Leichtgewicht gewechselt ist. Ob er dort so bald einen Titelkampf bekommt, ist trotzdem fraglich.

Am Wochenende wird er zumindest erst einmal auf den Mann treffen, der über Umwege in die einzige Kontroverse in Poiriers aktuellem Erfolgs-Lauf involviert ist: Einer der wichtigsten letzten Kämpfe für Poirier war sein Duell mit Ex-Champion Eddie Alvarez bei UFC 211 vergangenen Mai. Poirier schien auf dem Weg zu einem Sieg zu sein, bevor illegale Kniestöße Alvarez‘ das Duell beendeten – nicht als Disqualifikation, sondern als No Contest. Poiriers Kampagne für einen Rückkampf blieb erfolglos, stattdessen kämpfte Justin "The Highlight" Gaethje (18-1) im Dezember gegen Alvarez, verlor eine harte Schlacht – und darf jetzt gegen Poirier ran.

Für Poirier bedeutet das nach seinem imposanten, vorzeitigen Sieg gegen Ex-Champion Anthony Pettis im Dezember zumindest auf den ersten Blick erneut einen Rückschritt, der den Weg zum Titel in kleine Trippelschritte zerlegt. Auf den zweiten Blick aber wird ein Sieg am Samstag trotz der aus Poiriers Sicht unglücklichen Vorgeschichte großen Wert für ihn haben. Gaethjes Niederlage gegen Alvarez war ein starker Kandidat für den Kampf des Jahres, der ehemalige WSOF-Champion ist beliebt und bekannt, weil er seinen Hang zu harten Schlachten genüsslich auslebt, anstatt ihn unter Kontrolle zu halten. Zudem ist FOX immer eine gute Bühne, ein Sieg im Hauptkampf würde Poirier wohl so oder so Reichweite eines Titelkampfes bringen, zumindest auf dem Papier.

Ob das auch für Gaethje gilt, sollte fraglich sein. Aktuell ist er auf Rang sechs der offiziellen Rangliste gesetzt, einen Platz hinter Poirier. Vor dem Kracher gegen Alvarez unbesiegt, hat dieser Rückschlag ihn auf dem Papier aus dem Titelrennen gekegelt. Schon diese prestigeträchtige Ansetzung am Wochenende aber lässt stark vermuten, dass die UFC Gaethje allein wegen seines Kampfstils selbst nach Niederlagen bessere Optionen zukommen lassen wird als anderen Kämpfern. Schlägt er Poirier, dürfte das Ergebnis des Alvarez-Kampfes noch stärker hinter dem Kampfverlauf zurückstehen als ohnehin schon.  

Was beiden Hauptkämpfern von Glendale in den nächsten Monaten in die Quere kommen könnte, ist der Stau an der Spitze der 70-Kilo-Klasse. Khabib Nurmagomedov hat gerade erst den Titel gewonnen, Tony Ferguson war Interims-Champion und Conor McGregor wird auch ein Wörtchen mitreden wollen bei der Klärung des Gold-Dilemmas. Zudem gibt es immer noch Alvarez und auch den Sieger des Kampfes zwischen Edson Barboza und Kevin Lee, die kommende Woche kämpfen werden. Bleibt für Poirier und Gaethje nur, am Wochenende einen an Dramatik nicht zu übertreffenden Knockout zu holen, um Mitbewerber zu übertrumpfen. Die Chancen, dass einem der beiden genau das gelingt, dürften ziemlich gut stehen.

Co-Hauptkampf: Carlos Condit vs. Alex Oliveira

Der „Natural Born Killer“ ist zurück. Richtig zurück, heißt das. Zumindest, wenn man Carlos Condit (30-11) höchstpersönlich Glauben schenkt. Nach einigen harten, von Verletzungen und Niederlagen geprägten Jahren brennt nach eigenen Angaben wieder just das Feuer im ehemaligen Titelherausforderer, das für unvergessliche Momente im Octagon gesorgt hat.

Wenn das stimmt, dann dürfte uns am Wochenende ein garantierter Kracher bevorstehen. Eigentlich hätte Condit in Glendale auf Matt Brown treffen sollen, der sich jedoch das Kreuzband riss und von Alex „Cowboy“ Oliveira (18-4-1(2)) ersetzt wurde, der sich aber ebenso einen Namen für spektakuläre Kämpfe gemacht hat.

Für Condit könnte dieses Duell die wichtigste Wegmarke seiner restlichen Karriere bedeuten. Der ehemalige WEC-Champion arbeitete sich in der UFC mit spektakulären Siegen und stets unterhaltsamen Kämpfen an die Spitze des Weltergewichts vor, gewann 2012 sogar den Interims-Titel und forderte anschließend Georges St. Pierre um den offiziellen Gürtel heraus. Diesen Kampf verlor Condit, und seitdem bleibt der bis dahin gewohnte Erfolg aus. Nur zwei von acht Kämpfen hat er seit jenem Abend im November 2012 gewonnen.

Zuletzt verlor der mittlerweile 33-Jährige sogar dreimal hintereinander. Auf eine denkbar knappe Punktniederlage in einem spektakulären Titelkampf gegen Robbie Lawler folgte eine schnelle Aufgabe-Niederlage gegen Demian Maia, eine längere Pause und schließlich im vergangenen Dezember eine Punktniederlage gegen Neil Magny, über die es nicht viel zu sagen gibt außer, dass in jenem Kampf kein „Natural Born Killer“ zu sehen war.

So richtig war er an jenem Abend nicht bei der Sache, gibt auch Condit heute zu, und auch die lange Pause davor habe nicht geholfen. Matt Brown beziehungsweise nun Alex Oliveira dagegen, gab Condit zu Protokoll, hätten im Gegensatz zu Magny wieder das Potential, das Beste aus ihm herauszuholen. Gegen beide würde Condit nämlich von der ersten bis zur letzten Sekunde unter enormem Druck stehen und hätte keine Gelegenheit dazu, sich mental aus dem Octagon zu verabschieden.

Oliveira ist seit 2015 Teil der UFC und konnte dort in drei sehr aktiven Jahren sieben von elf Kämpfen gewinnen. Auf vorzeitige Siege gegen Tim Means und Ryan LaFlare folgte zwar im Dezember eine Niederlage gegen Yancy Medeiros, allerdings war dieses Duell einer der besten Kämpfe des Jahres. Allzu weit hat diese Niederlage den „Cowboy“ also nicht zurückgeworfen, der Samstag mit einem Sieg gegen den auf Rang 12 gelisteten Condit in die Rangliste einziehen könnte.

Die restlichen Kämpfe von UFC Glendale

Action verspricht auf dem Hauptprogramm neben den beiden Hauptkämpfen vor allem der Mittelgewichts-Kampf zwischen Israel „The Last Stylebender“ Adesanya (12-0) und Marvin „The Italian Dream“ Vettori (12-3-1). Vettori arbeitete sich in der italienischen Szene hoch und schnappte sich schließlich mit einem Aufgabe-Sieg gegen UFC-Veteran Igor Araujo seinen Vertrag beim Marktführer. Dort holte er seitdem zwei Siege, verlor einen Kampf und erreichte ein Unentschieden. Soll es weiter nach oben gehen, muss am Wochenende ein deutlicher Sieg her.

Adesanya dagegen debütierte erst im Februar in der UFC, sorgte dabei jedoch für ungleich größere Schlagzeilen, indem er Rob Wilkinson knapp zwei Runden lang durch den Käfig jagte, bevor er ihn ausknockte. Der ehemalige Profi-Boxer und Glory-erfahrene Kickboxer, der bereits gegen Namen wie Bogdan Stoica und Simon Marcus gekämpft hat, ist im Stand eine K.o.-Maschine, die mit Kreativität und Durchschlagskraft bisher jeden Sieg auf diese Weise geholt hat. Setzt Adesanya an diesem Wochenende erneut ein Statement, dieses Mal auf der großen FOX-Bühne, dann dürften wir im Laufe des Jahres noch einiges hören vom „Last Stylebender“.  

Zuvor werden im Fliegengewicht zwei ehemalige Titel-Herausforderer aufeinandertreffen. Wilson Reis (22-8) scheiterte vergangenes Jahr an Demetrious Johnson, bei John „Chicano“ Moraga (18-6) ist die Niederlage schon fünf Jahre her. Trotzdem gehören beide zu den Spitzenkämpfern in der 56-Kilo-Klasse und sind entsprechend in der Top Ten gelistet. Während Reis (6) zuletzt gegen Henry Cejudo verlor, hat Moraga (10), der in Glendale vor einem Heimspiel steht, seine letzten beiden Kämpfe gewonnen. Der Sieger dürfte sich am Rande der Top 5 wiederfinden und könnte im weiteren Jahresverlauf noch den Sprung in jenen elitären Zirkel schaffen.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC on FOX 29: Poirier vs. Gaethje
Samstag, 14. April 2017
Gila River Arena in Glendale, Arizona, USA


Hauptprogramm (ran Fighting)
Dustin Poirier vs. Justin Gaethje
Carlos Condit vs. Alex Oliveira
Israel Adesanya vs. Marvin Vettori
Michelle Waterson vs. Cortney Casey

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Tim Boetsch vs. Antonio Carlos Junior
Muslim Salikhov vs. Ricky Rainey
Wilson Reis vs. John Moraga
Krzystof Jotko vs. Brad Tavares

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Gilbert Burns vs. Dan Moret
Shana Dobson vs. Lauren Mueller
Dhiego Lima vs. Yushin Okami
Arjan Bhullar vs. Adam Wieczorek
Matthew Lopez vs. Alejandro Pérez
Luke Sanders vs. Patrick Williams