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Mit Startzeiten: So könnt ihr UFC Moncton am Wochenende mitverfolgen

In der Nacht von Samstag auf Sonntag veranstaltet die UFC zum ersten Mal in New Brunswick, Kanada. Moncton mag eine der kleinsten Städte sein, in denen die UFC je zu Gast war, und viele große Namen mögen ebenfalls nicht auf dem Programm stehen, dafür verspricht der Großteil der Ansetzungen, spektakulär zu werden. Außerdem für deutsche Fans interessant: Jessin Ayari und Nasrat Haqparast bestreiten in Moncton wichtige Kämpfe.

Das Vorprogramm von UFC Moncton wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist und auch das Hauptprogramm ab zeigt. Das Hauptprogramm wird außerdem von DAZN übertragen. Ein Abo kostet monatlich 9,99 Euro, der erste Monat ist gratis.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Sonntag, 28. Oktober, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv): Sonntag, 28. Oktober, 2 Uhr
Hauptprogramm (DAZN): Sonntag, 28. Oktober, 3 Uhr (Achtung: Heute Zeitumstellung von 3 auf 2 Uhr)

Hauptkampf: Volkan Oezdemir vs. Anthony Smith

 

Wer sich in Moncton unter UFC-Fans umhört, der erfährt, dass die sich einen anderen Hauptkampf für das Debüt der UFC in ihrer Stadt erhofft hatten. Viele hatten auf einen Titelkampf spekuliert, zumindest aber ein paar der ganz großen Namen an der Spitze des Programms.

Mit Volkan „No Time“ Oezdemir (15-2) und Anthony „Lionheart“ Smith (30-13) haben die Kanadier beides nicht bekommen dafür aber einen relevanten Halbschwergewichtskampf, der aber vor allem für einen spektakulären Knockout aus der einen oder anderen Richtung sorgen dürfte.

Oezdemir hatte in der UFC einen unwahrscheinlichen Aufstieg – nach einem Punktsieg gegen Ovince Saint-Preux knockte der Schweizer aus Frieburg sowohl Misha Cirkunov als auch Jimi Manuwa innerhalb von zwei Monaten jeweils in der ersten Runde aus. Den dadurch verdienten Titelkampf verlor er Anfang des Jahres durch technischen Knockout gegen Daniel Cormier, seitdem hielten ihn rechtliche Probleme und eine gebrochene Nase aus dem Käfig fern.

Angesichts der chaotischen Titelsituation im Halbschwergewicht rund um Jon Jones‘ Rückkehr im Dezember ist nicht ganz klar, worum die beiden am Samstag in Moncton kämpfen. Das sieht Anthony Smith anders, dessen schnelle Erstrundensiege gegen die Ex-Champions Rashad Evans in Chicago und „Shogun“ Rua in Hamburg ihm den Ruf eines Opa-Killers eingebracht haben. Das wird dem Thaiboxer aus Colorado sicherlich nicht gerecht, der sich in den letzten zwei Jahren mit vier Siegen in sechs Kämpfen nach oben gearbeitet hat.

Mit Oezdemir steht ihm nun der prestigeträchtigste Kampf seiner langen Karriere bevor, und obwohl ein Sieg im Duell der K.o.-Schläger ihm wohl kaum direkt einen Titelkampf einbringen würde, käme er Jon Jones oder Alexander Gustafsson, die im Dezember um den Gürtel kämpfen werden, sehr nahe. Keine schlechte Leistung für einen Kämpfer, der 2013 noch nach nur einem Kampf aus der UFC entlassen wurde.

Co-Hauptkampf: Michael Johnson vs. Artem Lobov

Was hätte es für ein Chaos werden können, wenn an dieser Stelle der ursprünglich geplante Kampf stattfinden würde. Eigentlich hätte Artem „The Russian Hammer“ Lobov (13-14-1(1)) hier auf Zubaira Tukhugov treffen sollen, der sich mit seinem Angriff auf Conor McGregor bei UFC 229 allerdings selbst disqualifizierte. Stattdessen darf nun Michael „The Menace“ Johnson (18-13) ran, dessen Team bisher wohl kein Problem mit dem Lobovs hat.

Stilistisch dürfte es auch mit Ersatzgegner ordentlich knallen. Lobov hat eine kurze Reichweite und eine sehr eindimensionale K.o.-Schlag-Strategie, die er in jedem Kampf anwendet, ist aber auch unglaublich zäh. Was ihm Johnson gegenüber in Sachen Multidimensionalität und Schnelligkeit fehlt, macht er zumindest teilweise mit Entschlossenheit und Härte wett.

Wenn es in der UFC für sie weitergehen soll, brauchen beide einen Sieg. Für Lobov steht es im Octagon 2-4, zuletzt verlor er gegen Cub Swanson und Andre Fili. Johnson hat seit Jahren gegen nichts als Top-Gegner gekämpft, aber auch fünf seiner letzten sieben Kämpfe verloren, unter anderem gegen Nate Diaz und Khabib Nurmagomedov.

Beide Kämpfer sind besser als ihre Bilanzen, nicht zuletzt, weil sie regelmäßig in Feuerwerke verwickelt werden und Kämpfe verlieren, die sie hätten gewinnen können. Das ist ein gutes Rezept, um sich am Samstag einmal mehr in eine Materialschlacht verwickeln zu lassen, die Bilanzen vergessen lässt.

Die restlichen Kämpfe von UFC Moncton

UFC Fight Night Nummer 138 ist leicht zu übersehen, die Action aber sollte stimmen im Osten Kanadas. Nicht zu vergessen sind außerdem die beiden Deutschen, die in Moncton wichtige Kämpfe bestreiten.

Den Anfang macht Jessin „Abacus“ Ayari (16-4), der im ersten Kampf des Abends gegen Stevie „Braveheart“ Ray (21-8) sein Leichtgewichtsdebüt gibt. Fast eineinhalb Jahre nach seiner Punktniederlage gegen Darren Till kehrt der mittlerweile verheiratete Nürnberger eine Gewichtsklasse tiefer in den Käfig zurück, und mit dem Schotten Ray steht ihm ein Härtetest bevor, der ihm im Erfolgsfall aber einen perfekten Einstand in die dicht bevölkerte 70-Kilo-Klasse bescheren und ihn dort ein gutes Stück vorwärtsbringen sollte.

Ebenfalls für das Vorprogramm angesetzt (ca. 2:30 Uhr deutscher Zeit) ist Nasrat Haqparasts (9-2) dritter Auftritt in der UFC. Nach seinem dominanten Sieg gegen Marc Diakiese im Juli bei UFC Hamburg kehrt der 23-Jährige schon wieder in den Käfig zurück. Zwar mag die Ansetzung gegen Thibault „GT“ Gouti (12-4), der vier von fünf Kämpfen in der UFC verloren hat, überraschend sein – unterschätzen darf man den taffen Franzosen aber nicht, der im Octagon bisher ausschließlich starke Gegner vor den Fäusten hatte.

Auch das restliche Programm in Moncton verspricht, unterhaltsam zu werden. So mag Gian Villante (16-10) zwar ein unbelehrbar eindimensionaler Kickboxer und Ed „Short Fuse“ Herman (23-13) alt sein, beide können aber so gut einstecken, wie sie austeilen können. Da die Kämpfe der beiden meist auch stark auf genau diese beiden Aktivitäten hinauslaufen, dürfte dieses Halbschwergewichtsduell zwar keinen baldigen Titelherausforderer, dafür aber eine ordentliche Keilerei bieten.

Ähnliches gilt für das Federgewichtsduell zwischen Calvin Kattar (18-3) und Chris Fishgold (17-1-1), wobei die beiden hier keine alternden Veteranen, sondern aufstrebende Talente sind. Kattar musste sich in der UFC bisher nur Renato Moicano geschlagen geben, nachdem er Shane Burgos und Andre Fili bezwingen konnte. Der Brite Fishgold gibt sein UFC-Debüt nach sieben Siegen in Folge, von denen nur einer über die Punkte zustande kam.

Im Weltergewicht sollte sich zudem das Duell zwischen Nordine Taleb (14-5) und Sean „Tarzan“ Strickland (19-3) lohnen. Beide hatten zuletzt einen guten Lauf, der in ihrem jeweils letzten Kampf zum Halten kam. In Moncton soll es jetzt wieder aufwärts gehen, und der Startschuss dafür dürfte sehenswert werden.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 138: Volkan vs. Smith
Samstag, 27. Oktober 2018
Avenir Center in Moncton, New Brunswick, Kanada

Hauptprogramm (DAZN)
Volkan Oezdemir vs. Anthony Smith
Michael Johnson vs. Artem Lobov
Misha Cirkunov vs. Patrick Cummins
Andre Soukhamthath vs. Jonathan Martinez
Gian Villante vs. Ed Herman
Alex Garcia vs. Court McGee

Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv)
Nordine Taleb vs. Sean Strickland
Thibault Gouti vs. Nasrat Haqparast
Calvin Kattar vs. Chris Fishgold
Sarah Moras vs. Talita Bernardo

Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv)
Te’Jovan Edwards vs. Don Madge
Arjan Bhullar vs. Marcelo Golm
Stevie Ray vs. Jessin Ayari