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Mit Startzeiten: So könnt ihr UFC 232 am Wochenende mitverfolgen

Runde sechs beginnt am Sonntagmorgen: Jon Jones (l.) trifft fünf Jahre später erneut auf Alexander Gustafsson (Foto: UFC).

Silvester steht an, und damit auch traditionell die letzte UFC-Show des Jahres. Dieses Jahr Mal allerdings nicht wie üblich aus Las Vegas, sondern aus Los Angeles, denn Jon Jones hat mal wieder einen positiven Dopingtest abgegeben. Trotz aller Kontroverse bleibt sein Rückkampf gegen Alexander Gustafsson eines der am heißesten erwarteten Duelle des Jahres. Außerdem mit von der Partie: Namen wie Cris „Cyborg“, Amanda Nunes, Carlos Condit, Chad Mendes und ein gewisser B.J. Penn.

Das Vorprogramm von UFC 232 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm wird vom UFC Fight Pass für einmalig 14,99 Euro sowie von DAZN übertragen. Ein DAZN-Abo kostet monatlich 9,99 Euro, der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen dort keine weiteren Kosten an, auch nicht für das Hauptprogramm.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Sonntag, 30. Dezember, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv): Sonntag, 30. Dezember, 2 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv/DAZN): Sonntag, 30. Dezember, 4 Uhr

Hauptkampf: Jon Jones vs. Alexander Gustafsson

Jon „Bones“ Jones (22-1-0(1)) kämpft, und wie das nun einmal mittlerweile so ist, wenn Jon „Bones“ Jones kämpft, geht das Ganze nicht ohne Chaos über die Bühne. Der vielleicht beste Kämpfer aller Zeiten hat eine positive Dopingprobe abgegeben. Zum dritten Mal. Und auch, wenn laut der UFC alles darauf hindeutet, dass er unschuldig ist, bleibt ein bitterer Beigeschmack.

Das gilt vor allem für die Fans, die UFC 232 live in Las Vegas mitverfolgen wollten, denn Jones‘ fünf Jahre lang erwarteter Rückkampf gegen Alexander „The Mauler“ Gustafsson (18-4) wurde kurzerhand ins 400 Kilometer entfernte Los Angeles verschoben, weil die dortige Sportkommission den Kampf im Gegensatz zu den Kollegen in Nevada auch unter den neuen Umständen kurzfristig freigab.

Was für die Fans vor Ort ein Ärgernis sondergleichen ist, dürfte für diejenigen, die vor den Bildschirmen schauen, kaum etwas an der Vorfreude ändern. Der Rückkampf um den Gürtel im Halbschwergewicht, den Champion Daniel Cormier mit Start des Events zwangsweise vakantieren wird, ist ein Blockbuster, wie die UFC sie selten noch bieten kann.

Das erste Duell im September 2013 war bereits ein Klassiker, bevor das letzte Rundenhorn ertönte. Und obwohl der mehrfach angesetzte Rückkampf nun Jahre später stattfindet als erwartet, ist der Zeitpunkt dafür gar nicht so übel. Keiner der beiden hat seinen Zenit überschritten, wie das oft bei solchen Blockbuster-Duellen der Fall ist, und beide haben ihre letzten Kämpfe überzeugend gewonnen.

Nach Daniel Cormiers kurzem Lauf als Champion ist nun also wieder ein anderer Kämpfer an der Reihe, den Gürtel zu tragen – entweder wird es erneut Jones, der die Gewichtsklasse vor seinen sich mittlerweile über vier Jahre erstreckenden Eskapaden weitere vier Jahre lang dominiert hat, oder Gustafsson, der in all der Zeit immer wieder auf dem zweiten Platz gelandet war, ohne es jemals ganz nach oben zu schaffen.

Abseits aller Kontroversen, der Suspendierungen, abgesagten Termine und verschobenen Austragungsorte bleibt Jones vs. Gustafsson 2 einer der größten Kämpfe, die die UFC momentan ansetzen kann. Wenn die Neuauflage auch nur annähernd an den ersten Kampf herankommt, steht uns eine monumentale Nacht bevor.

Co-Hauptkampf: Cristiane Justino (c) vs. Amanda Nunes

Bei den Männern gibt es mittlerweile zwei Champions, die zwei Titelgürtel gleichzeitig halten konnten: Daniel Cormier und Conor McGregor. Am kommenden Wochenende, bevor Cormier seinen Halbschwergewichtsgürtel in Abwesenheit an Jones oder Gustafsson weitergeben wird, könnte Amanda „Lioness“ Nunes (16-4) die erste Frau werden, die die Höhen eines Doppel-Champions erklimmt. Dazu muss sie allerdings schaffen, was noch keiner Kämpferin in der UFC gelungen ist: Cristiane „Cyborg“ Santos (20-1-0(1)) bezwingen.

Nunes kämpfte sich seit 2013 mit Siegen u.a. gegen Germaine de Randamie, Sara McMann und die Deutsche Sheila Gaff nach oben und holte sich 2016 bei UFC 200 den Bantamgewichtstitel mit einem dominanten Sieg gegen Miesha Tate. Seitdem hat sie das Goldstück drei Mal verteidigt, u.a. gegen Ronda Rousey und Valentina Shevchenko. Jetzt soll der zweite Gürtel her. Ein guter Deal für Nunes, denn ihr zweiter Gürtel würde wohl in wenig Mehrarbeit resultieren, da das Federgewicht im Grunde ausschließlich aus ihrer dominanten Championesse besteht.

Die allerdings hat es in sich. Mit kraftvollem Thaiboxen und einer Physis, die laut ihres Coaches Jason Parillo in diesem Trainingscamp zu mehreren Knockouts gegen männliche Trainingspartner geführt hat, war „Cyborg“ bisher in der UFC unantastbar. Lediglich Holly Holm machte durch Weltklasse-Technik ihre körperlichen Nachteile so weit wett, dass annähernd ein Kampf auf Augenhöhe stattfand. Sie verlor trotzdem nach Punkten.

Jetzt trifft „Cyborg“ wieder auf eine Kämpferin aus dem Bantamgewicht. Dass es dieses Mal die Titelträgerin ist, würde einen Sieg wertvoller machen als die meisten ihrer bisherigen UFC-Erfolge, trotzdem hat Nunes im Vergleich deutlich mehr zu gewinnen – einen zweiten Titel und zusätzlich den der Cyborg-Bezwingerin. Ihren bisherigen Gürtel dürfte sie sogar mit einer Niederlage behalten, im Gegensatz zu ihrer Kontrahentin.

Faszinierend an diesem Kampf ist, dass es durchaus sein könnte, dass „Cyborg“ auch diese Gegnerin so spektakulär und brutal überrennt wie die meisten anderen. Der Unterschied zu den meisten anderen allerdings: Nunes ist bekannt für einen ganz ähnlichen Hang zur Zerstörung wie sie selbst.

Die restlichen Kämpfe von UFC 232

Wie üblich, bietet die UFC zum Jahresabschluss einige große Namen auf. Auf dem Hauptprogramm muss beispielsweise einer der größten Fan-Favoriten der Liga beweisen, dass er noch mithalten kann. Carlos „The Natural Born Killer“ Condit (30-12) ist für einen ganzen Spielfilm aus Highlights bekannt, in den letzten Jahren blieb allerdings der Erfolg aus. Nur zwei seiner letzten neun Kämpfe konnte der bissige Thaiboxer gewinnen, zuletzt verlor er vier Mal hintereinander.

Jetzt steht ihm mit Michael „Maverick“ Chiesa (14-4) ein Neuankömmling aus dem Leichtgewicht gegenüber, wo der TUF-Sieger einigen Erfolg hatte. Nach Aufgabe-Niederlagen gegen Kevin Lee und Anthony Pettis allerdings – vor letzterem Kampf verpasste er zudem das Leichtgewichtslimit – folgt nun der Wechsel ins Weltergewicht, wo er seinen ersten Sieg seit April 2016 holen will.

Das Hauptprogramm eröffnen zwei Federgewichte an sehr unterschiedlichen Punkten ihrer jeweiligen Karrieren. Chad „Money“ Mendes (18-4) hat in der UFC bereits drei Mal um einen Titel gekämpft und jedes Mal verloren, ist sonst aber einer der erfolgreichsten Kämpfer der Gewichtsklasse und noch immer in der Lage, aufstrebenden Kämpfern die Leviten zu lesen, wie sein Knockout gegen Myles Jury im Juli bewies. In diesem Kampf kehrte Mendes von einer zwei Jahre andauernden Doping-Sperre zurück.

Jetzt muss der 33-Jährige erneut zeigen, dass er noch nicht zu den Alten Hasen zählt, wenn er in Los Angeles von Alexander „The Great“ Volkanowski (18-1) gefordert wird. Der Australier ist nur drei Jahre jünger als Mendes, kämpft aber erst seit 2012 und hat in seinen zwei UFC-Jahren einen respektablen Aufstieg hingelegt. Zwar holt er dort nicht mehr reihenweise Knockouts wie in der regionalen Szene, mit Jeremy Kennedy und Darren Elkins gelangen ihm aber zuletzt sehr solide Siege, die ihm nun diese Chance auf den Durchbruch eingebracht haben.

Auf dem Vorprogramm gibt außerdem eine Legende einmal mehr ihr Comeback. B.J. „The Prodigy“ Penn (16-12-2) war erstmals 2011 zurückgetreten, nach einer sehr deutlichen Niederlage gegen Nick Diaz. Darauf folgten weitere Niederlagen gegen Rory MacDonald, Frankie Edgar, Yair Rodriguez und Dennis Siver, gespickt mit weiteren Rücktritten und Comebacks. Jetzt ist der 40-jährige Hawaiianer erneut zurück, jetzt im Leichtgewicht, zum ersten Mal seit seiner zweiten Niederlage gegen Edgar im August 2010.

Dort wird er auf den TUF-22-Sieger Ryan „The Wizard“ Hall (6-1) treffen, und das ist zumindest ein Kampf, dem Penn-Fans etwas gelassener entgegenfiebern können als den letzten Auftritten des Ex-Champions. Denn zum einen könnte sich gegen den BJJ-Experten Hall auch 2018 noch ein hochwertiger Grappling-Kampf entwickeln, zum anderen ist „The Wizard“ nicht bekannt für brutale Knockouts, sondern eher methodische Arbeitssiege wie die gegen Artem Lobov und Gray Maynard. 


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 232: Jones vs. Gustafsson 2
Samstag, 29. Dezember 2018
Inglewood Forum in Inglewood, Kalifornien, USA

Titelkampf im Halbschwergewicht (DAZN/ufc.tv)
Jon Jones vs. Alexander Gustafsson

Titelkampf im Federgewicht der Damen (DAZN/ufc.tv)
Cristiane Justino (c) vs. Amanda Nunes

Hauptprogramm (DAZN/ufc.tv)
Carlos Condit vs. Michael Chiesa
Ilir Latifi vs. Corey Anderson
Chad Mendes vs. Alexander Volkanowski

Vorprogramm (ufc.tv)
Andrei Arlovski vs. Walt Harris
Cat Zingano vs. Megan Anderson
Douglas Silva de Andrade vs. Petr Yan
B.J. Penn vs. Ryan Hall

Vorprogramm (ufc.tv)
Andre Ewell vs. Nathaniel Wood
Uriah Hall vs. Bevon Lewis
Curtis Millender vs. Siyar Bahadurzada
Brian Kelleher vs. Montel Jackson