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Mit Startzeiten: So könnt ihr UFC 230 am Wochenende mitverfolgen

Louisiana vs. Texas: Daniel Cormier (l.) trifft auf Derrick Lewis (Foto: UFC).

Zum dritten Mal kommt die UFC am Samstag in den berühmten Madison Square Garden im Herzen Manhattans. So stark besetzt wie die ersten beiden Besuche dort ist UFC 230 nicht, ein paar Schmankerl bietet der Kampfabend aus dem Big Apple aber dennoch. So ist Derrick Lewis allein immer das Einschalten wert, und an diesem Wochenende bekommt er in Form von Daniel Cormier etwas, das ihm vor nicht allzu langer Zeit kaum jemand zugetraut hätte: einen Titelkampf in der UFC. Außerdem mit von der Partie: Chris Weidman, „Jacare“ Souza und K.o.-Virtuose Israel Adesanya.

Das Vorprogramm von UFC 230 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist und für zusätzlich einmalig 14,99 Euro auch das Hauptprogramm zeigt. Das Hauptprogramm wird außerdem von DAZN übertragen. Ein Abo kostet monatlich 9,99 Euro, der erste Monat ist gratis.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Samstag, 3. November, 23:15 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv): Sonntag, 4. November, 1 Uhr
Hauptprogramm (DAZN/ufc.tv): Sonntag, 4. November, 3 Uhr

Hauptkampf: Daniel Cormier (c) vs. Derrick Lewis

 

Einen MMA-Kampf sollte man hier nicht erwarten, wenn man Derrick „The Black Beast“ Lewis (21-5) Glauben schenkt. Eher eine wilde Schlägerei, denn das, und nicht die gemischten Kampfkünste, seien sei seine Kernkompetenz.

Und damit ist der K.o.-Schläger aus Texas bisher gut gefahren. Neun seiner letzten zehn Kämpfe hat er gewonnen, unter anderem gegen Travis Browne, Marcin Tybura und zuletzt gegen Alex Volkov. Dabei waren es nie Ringen, Bodenkampf oder Kondition, die ihm zum Sieg verholfen haben, sondern Kämpferherz und Dynamit in den Fäusten.

Jetzt trifft er auf Daniel "DC" Cormier (21-1-0(1)), nachdem die UFC auf die lautstarke Kritik am zeitweilig geplanten Hauptkampf zwischen Sijara Eubanks und Valentina Shevchenko unter Druck geraten war, einen größeren Kampf an die Spitze ihrer NYC-Show zu setzen.

Cormier hat sich im Laufe von wenigen Jahren vom Olympia-Ringer zu einem der besten MMA-Kämpfer der Welt gemausert. Ringen, Boxen, Kondition und ein daraus resultierender Kampfstil, der seine Gegner unter einen Druck setzt, dem bisher nur Jon Jones gewachsen war, haben Cormier in dessen Abwesenheit den Gürtel im Halbschwergewicht und im Juli zusätzlich den Schwergewichtstitel eingebracht.

Den holte er mit einem furiosen Knockout gegen Stipe Miocic. Ein Jahr nach seiner zweiten Niederlage gegen Jones hat „DC“ das Narrativ seiner Karriere damit vollständig gedreht – statt ewiger Zweiter ist er jetzt Champion in zwei Gewichtsklassen. Gleichzeitig. Lewis ist trotzdem zuversichtlich, dass er Cormier am Samstag bezwingen und Schwergewichtsweltmeister der UFC werden kann.

Sollte das passieren, freuen sich wohl vor allem die Bewohner von Houston. Ein lokales Popeyes-Chicken-Restaurant gibt nämlich am Sonntag zwischen 12 und 14 Uhr kostenloses Fast Food aus, falls der Texaner am Samstag den Titel holt. 

Co-Hauptkampf: Chris Weidman vs. Ronaldo Souza

Eigentlich wollte Chris „The All American“ Weidman (14-3) am Samstag gleich zwei Dämonen austreiben. Zum einen den seines mittlerweile drei Jahre zurückliegenden Titelverlusts gegen Luke Rockhold, zum anderen den seiner zwei Jahre alten K.o.-Niederlage gegen Yoel Romero bei seinem letzten Auftritt im Madison Square Garden.

Übrig bleibt nur Letzterer, denn Rockhold sagte den Rückkampf verletzt ab. Eingesprungen ist Ronaldo „Jacare“ Souza (25-6-0(1)), der seinerseits zu Protokoll gab, das Duell mit Weidman als Rückkampf zu sehen. Denn einen solchen hat der Brasilianer noch nie verloren, außerdem habe Weidman so viele seiner Freunde besiegt, dass er das Gefühl habe, ihm tatsächlich bereits gegenübergestanden zu haben.

Damit spielt „Jacare“ auf Weidmans Zeit als Champion an, in der dieser seinen Gürtel gegen Anderson Silva, dem er ihn auch abgenommen hatte, gegen Lyoto Machida und Vitor Belfort verteidigte. Nach der Niederlage gegen Rockhold aber ging es für den gelernten Ringer bergab, es folgten weitere Rückschläge gegen Romero und Gegard Mousasi.

Aus dem „tiefsten Tief“, wie er es formulierte, befreite Weidman sich vergangenen Juli mit einem Aufgabe-Sieg gegen Kelvin Gastelum. Verletzungsbedingt seitdem nicht mehr aktiv gewesen, steht ihm nun Souza gegenüber.

Der musste sein eigenes Tief verarbeiten: Vergangenes Jahr wurde er von Robert Whittaker ausgeknockt, verletzte sich danach und nahm stark an Gewicht zu. Die BJJ-Koryphäe mit Dampf in den Fäusten aber kämpfte sich zurück und knockte im Januar Derek Brunson aus. Im Mai folgte eine knappe Punktniederlage gegen Kelvin Gastelum. Mit einem Sieg gegen Ex-Champion Weidman will der Top-5-Abonnent jetzt zurück ins Titelgeschehen.

Die restlichen Kämpfe von UFC 230

Das Programm von UFC 230 ist auf dem Papier nicht mit dem von UFC 205 und UFC 217 zu vergleichen, den ersten beiden Events im Madison Square Garden. Einige Kämpfe sollten sich dennoch lohnen, so zum Beispiel das Mittelgewichtsduell zwischen Derek „The One“ Brunson (18-6) und Israel „The Last Stylebender“ Adesanya (14-0), das in den letzten Wochen jede Menge Aufmerksamkeit bekommen hat.

Brunson, von seinem Gegner wenig liebevoll in „Bumson“ umbenannt, ist ein gelernter Ringer, der sich in seine K.o.-Power verliebt hat und damit mal imposante Siege beispielsweise gegen Uriah Hall oder Lyoto Machida holt, mal aber auch mit fliegenden Fahnen untergeht, so zum Beispiel gegen Robert Whittaker oder zuletzt im Januar gegen „Jacare“ Souza.

Adesanya, ein hoch talentierter Thaiboxer, ehemaliger Profiboxer, Glory-Veteran und ungeschlagener MMA-Kämpfer, will die Lücken im Stil seines Gegners aufzeigen und seinen vierten UFC-Sieg seit seinem Debüt im Februar holen. Im Octagon bezwang der freche Neuseeländer bisher Rob Wilkinson, Marvin Vettori und Brad Tavares – mit einem weiteren Erfolg dürfte er sich in unmittelbare Nähe der Top 5 vorarbeiten.

Action verspricht auch der Federgewichtskampf auf dem Vorprogramm zwischen Shane „Hurricane“ Burgos (10-1) und Kurt Holobaugh (17-5-0(1)). Burgos stürmte als ungeschlagenes Talent mit zehn Siegen, davon acht vorzeitige, ins Rampenlicht, bevor er im Januar im „Fight of the Night“ von UFC 220 von Calvin Kattar ausgeknockt wurde.

Holobaugh kämpfte sich nach nur einem Kampf in der UFC mit Siegen gegen Namen wie Desmond Green, Yosdenis Cedeno und Gesias Cavalcante erst in Dana White’s Contender Series und von dort in die UFC. Zurück im Octagon, wurde er prompt ausgeknockt. Gegen Burgos, der nach seiner ersten Niederlage selbst ein Statement setzen will, steht er nun also mit dem Rücken zur Wand.

Einen Kampf später wird im Leichtgewicht Lando "Groovy" Vannata (9-3-1) ins Octagon zurückkehren. Der 26-Jährige schlug im Juli 2016 Wellen, als er als kurzfristiger Ersatz beinahe Tony Ferguson ausknockte und im Dezember den Veteranen John Makdessi mit einem Wheel Kick in eine andere Dimension trat. Kurioserweise sollte dieser Triumph bis heute sein einziger Sieg in der UFC bleiben - zwei Niederlagen und ein Unentschieden folgten.

Nach seinem Abschied vom Team Jackson-Winkeljohn, wo die Stimmung ihm seit Längerem nicht mehr gepasst haben soll, will Vannata nun wieder so befreit aufkämpfen wie in seinem Debüt. Dafür steht ihm Matt "The Steamrolla" Fravola (6-1) gegenüber, der seinerseits immer für Action zu haben ist. Einem Aufgabe-Sieg bei Dana White's Contender Series folgte eine K.o.-Niederlage gegen Marco Polo Reyes in seinem UFC-Debüt im Januar.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 230: Cormier vs. Lewis
Samstag, 3.
November 2018
Madison Square Garden in New York City, New York, USA

Titelkampf im Schwergewicht (DAZN/ufc.tv)
Daniel Cormier (c) vs. Derrick Lewis

Hauptprogramm (DAZN/ufc.tv)
Chris Weidman vs. Ronaldo Souza
David Branch vs. Jared Cannonier
Karl Roberson vs. Jack Marshman
Derek Brunson vs. Israel Adesanya

Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv)
Jason Knight vs. Jordan Rinaldi
Sijara Eubanks vs. Roxanne Modafferi
Julio Arce vs. Sheymon Moraes
Ben Saunders vs. Lyman Good

Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv)
Matt Frevola vs. Lando Vannata
Shane Burgos vs. Kurt Holobaugh
Brian Kelleher vs. Montel Jackson
Adam Wieczorek vs. Marcos Rogério de Lima