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Mit Startzeiten: So könnt ihr UFC 228 am Wochenende mitverfolgen

Masse gegen Länge: Tyron Woodley (l.) will seinen Titel gegen Darren Till verteidigen (Foto: UFC).

Lange stand in der Schwebe, wer Englands erster UFC-Weltmeister werden würde. Mit Michael Bisping erreichte ausgerechnet der dienstälteste und am meisten unterschätzte Brite des Kaders dieses Ziel zuerst. Nach dessen Rücktritt will nun die nächste Generation nachlegen, und mit Darren Till steht ein potentieller Superstar in den Startlöchern, der an diesem Wochenende in Texas Geschichte fortschreiben will. Dazu muss er an einem der explosivsten K.o.-Schläger des Sports vorbei.

Das Vorprogramm von UFC 228 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist, außerdem auf der offiziellen Facebook-Seite der UFC. Das Hauptprogramm ist zum Preis von einmalig 15,49 Euro auf ufc.tv und für 13,49 Euro im Playstation Store erhältlich.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (Facebook/ufc.tv): Sonntag, 8. September, 0 Uhr
Vorprogramm (Facebook/ufc.tv): Sonntag, 8 September, 2 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv/PS4): Sonntag, 8. September, 4 Uhr

Hauptkampf: Tyron Woodley (c) vs. Darren Till

Blöd gelaufen für Colby Covington. Ganze drei Monate hat sein Interims-Titel gehalten, jetzt wird er rechts von Darren „The Gorilla“ Till (17-0-1) überholt, der an Covingtons Stelle Tyron „The Chosen One“ Woodley (18-3-1) um den Weltergewichtsgürtel fordert.

Die meisten Fans dürften sich freuen, denn mit dem wuchtigen Thaiboxer Till erwartet uns an diesem Wochenende wohl ein spektakulärerer Kampf als der, den Ringer-Spezialist Covington abgeliefert hätte. So aber stehen Tills Masse, seine schwere Linke, das Distanzgefühl, der Kampf-IQ und seine Jugend Woodleys Erfahrung, der rechten Bombe, seinem kampferprobten Ringen und dem insgesamt unterschätzten Grappling gegenüber.

Für Till bedeutet sein Titelkampf den Abschluss eines grandiosen Jahres. Nach zwei überzeugenden Kämpfen verletzungsbedingt außer Gefecht gesetzt, kehrte der Brite im Sommer 2017 ins Octagon zurück und schlug Jessin Ayari und Bojan Velickovic nach Punkten. Ein kurzfristig angenommener Kampf gegen Donald Cerrone katapultierte ihn in die Ranglisten, ein knapper Punktsieg gegen Stephen Thompson zu Hause in Liverpool bescherte ihm im Mai die Titelchance.

Als Till ins Rampenlicht zurückkehrte, verabschiedete sich Woodley gerade daraus: Seit einem dominanten Punktsieg gegen Demian Maia im Juli 2017 war der Titelträger der 77-Kilo-Klasse wegen einer Schulterverletzung nicht mehr in Aktion. Jetzt kehrt er gegen einen größeren, motivierten und elf Jahre jüngeren Gegner zurück. Der Lohn des Risikos: Gewinnt er, bringt Woodley sich ins Gespräch um einen Platz unter den besten Weltergewichten aller Zeiten – ein Ziel unter Tills Niveau. Der junge Engländer peilt nichts weniger an, als der beste Kämpfer aller Zeiten zu werden. Gürtel hin oder her.

Co-Hauptkampf: Nicco Montano (c) vs. Valentina Shevchenko

Es hat wohl noch nie in der Geschichte der UFC einen Titelkampf gegeben, der kein Rückkampf war und in dem der Weltmeister derart im Vorhinein abgeschrieben wurde. Das ist auch wenig verwunderlich, denn Valentina „Bullet“ Shevchenko (15-3) ist in der UFC etabliert, hat eine lange Historie im Thaiboxen, besitzt auch im MMA jede Menge Erfahrung und kommt aus einer höheren Gewichtsklasse ins Fliegengewicht.

Nicco Montano (4-2) dagegen kannte vor der 26. „The Ultimate Fighter“-Staffel niemand, deren Sieg ihr im gleichen Atemzug den neu geschaffenen UFC-Fliegengewichtstitel und ein neues Leben einbrachte – bis zu diesem Kampf lebte sie „verdammt arm“, wie sie anschließend offenbarte. Ihr Kampfgeist sollte demnach nicht unterschätzt werden, und selbst im TUF-Haus war die 29-Jährige aus Albuquerque von Anfang an ein Underdog, bis sie im Kampf des Abends des Finales im Dezember Roxane Modafferi den Titelgewinn verhagelte. Seitdem stand Montano verletzungsbedingt nicht mehr im Octagon.

Mit der gleichen zerstörerischen Wucht, die im Februar in ihrem Fliegengewichts-Debüt Priscila Cachoeira überrollt hat, will Shevchenko nun Montanos Titel an sich reißen. Der Titelkampf ist ihr zweiter Anlauf auf UFC-Gold, nachdem sie im September zum zweiten Mal knapp bis kontrovers nach Punkten an Amanda Nunes gescheitert war. Dieses Mal soll es nicht über die volle Distanz ins Einflussgebiet der Punktrichter gehen.

Die restlichen Kämpfe von UFC 228

Der Fokus von UFC 228 mag auf dem Hauptkampf liegen, bis hinunter zu den ersten Kämpfen des Abends aber zieht sich eine Reihe vielversprechender Duelle durch das Programm. Besonders heiß erwartet wird der vierte UFC-Kampf von Zabit „ZaBeast“ Magomedsharipov (15-1). Der 27-jährige Dagestaner hat mit seinem furios-unorthodoxen Kampfstil im Eiltempo eine große Fangemeinde aufgebaut und gilt als eines der besten Talente des Sports.

Auch, wenn die Ansetzung gegen den ähnlich kreativ kickenden und schlagenden Yair Rodriguez wegen einer Verletzung des Letzteren ins Wasser fiel, verspricht der neue Kampf noch immer reichlich Action. Brandon „Killer B“ Davis (9-4) mag nicht das Niveau haben, auf das Magomedsharipov eigentlich abgezielt hatte, geht aber gerne nach vorne und kann einstecken. Voraussetzung genug für einige spektakuläre Minuten.

Action verspricht auch der Weltergewichts-Kampf zwischen Abdul Razak „Judo Thunder“ Alhassan (9-1) und Niko „The Hybrid“ Price (12-1-0(1)). Beide können trotz bisher recht weniger UFC-Kämpfe dort zusammen sechs Knockouts vorweisen und scheuen auch nie vor den dazu passenden Materialschlachten. 

Nicht ganz so viel Schlagkraft, dafür aber jede Menge Herz und Implikationen für das Titelgeschehen im Strohgewicht der Damen bietet das Duell zwischen Jéssica „Bate Estaca“ Andrade (18-6) und Karolina „Polish Princess“ Kowalkiewicz (12-2). Ob sich die physisch extrem starke Brasilianerin oder die technisch raffinierte Polin durchsetzt – der Siegerin winkt ein Kampf gegen Weltmeisterin Rose Namajunas. Deren letzte Niederlage übrigens gegen Kowalkiewicz zustandekam.

Auf dem Vorprogramm finden sich ebenfalls jede Menge potentiell spektakuläre Kämpfe. Am temporeichsten und zudem mit Bedeutung für die Rangliste im Bantamgewicht dürfte der Kampf zwischen Jimmie „El Terror“ Rivera (21-2) und John „The Magician“ Dodson (20-9) werden. Niederlagen gegen Marlon Moraes warfen beide zuletzt zurück, jetzt soll mit einem Statement in Dallas wieder Kurs in Richtung Spitzenplatz genommen werden.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 228: Woodley vs. Till
Samstag, 8. September 2018
American Airlines Center in Dallas, Texas, USA

Titelkampf im Weltergewicht (ufc.tv/PS4)
Tyron Woodley (c) vs. Darren Till

Titelkampf im Fliegengewicht der Damen (ufc.tv/PS4)
Nicco Montano (c) vs. Valentina Shevchenko

Hauptprogramm (ufc.tv/PS4)
Zabit Magomedsharipov vs. Brandon Davis
Jéssica Andrade vs. Karolina Kowalkiewicz
Abdul Razak Alhassan vs. Niko Price

Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv/Facebook)
Carla Esparza vs. Tatiana Suarez
Aljamain Sterling vs. Cody Stamann
Jimmie Rivera vs. John Dodson
Charles Byrd vs. Darren Stewart

Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv/Facebook)
Diego Sanchez vs. Craig White  
Jim Miller vs. Alex White
Irene Aldana vs. Lucie Pudilova
Jarred Brooks vs. Roberto Sanchez