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Michael McDonald muss Pause einlegen, hat kein Geld für Kampfvorbereitung

Michael McDonald (Foto: Dorian Szücs)

Im Juli stand der frühere UFC-Titelherausforderer Michael McDonald noch im Hauptkampf einer UFC-Veranstaltung. Nun musste der 26-Jährige eine Pause verkünden. Der Grund: McDonald hat nicht genügend Geld für eine Kampfvorbereitung.

„Ich versuche gerade genug Geld zu verdienen, um meine Rechnungen zu bezahlen und noch etwas Geld für ein Trainingscamp zu sparen“, sagte McDonald, der momentan einem normalen Job nachgeht, gegenüber ESPN. „Und es ist hart, weil man ja nicht weiß, ob das Trainingscamp dann perfekt läuft und man weiß ja nie, ob man das Geld investiert und der Gegner dann vielleicht absagt.“

McDonald kämpft bereits seit 2011 für die UFC, trat 2013 sogar um den Interims-Titel im Bantamgewicht an. Neunmal stand „Mayday“ im Octagon, fünfmal sahnte er eine Bonuszahlung ab. Zuletzt musste er sich im Juli John Lineker durch K.o. geschlagen geben.  

Im Interview mit ESPN erklärte McDonald, in seinem letzten Kampf etwa 53.000$ von der UFC bekommen zu haben. Der Betrag setzte sich aus 23.000$ Antrittsgage, 25.000$ Bonus, da es sich um einen Hauptkampf handelte, sowie 5.000$ durch das Reebok-Sponsoring zusammen.  

Nach Abzug von Steuern, Trainingskosten und weiteren Ausgaben hatte McDonald von den 53.000$ nur noch etwa ein Drittel zur Verfügung. Das Geld hätte ihm bis Dezember zum Leben gereicht und gleichzeitig ein Trainingscamp finanziert. Dann zog sich McDonald aber eine Nackenverletzung zu, konnte keinen Kampf annehmen und hat nun nicht genug Geld für eine Vorbereitung übrig. 

„Mein Ziel ist es zu kämpfen, aber ich muss meine Habseligkeiten behalten“, sagte McDonald. „Ich habe mir schon einmal Geld geliehen und da haben sich 15.000$ Schulden angehäuft, um wie ein professioneller Sportler trainieren zu können. Und ich habe mir Verletzungen zugezogen und alles verloren, zwei Mal. Ich habe mein zuhause verloren und musste wieder zu meinen Eltern ziehen. Das Schlimme ist, dass man einfach nie weiß, ob das Geld reicht. Du bekommst diesen Batzen Geld und sagst dir 'Hoffentlich ist das genug'. Sagen wir, ich habe 20.000$ auf dem Konto. Da denke ich, dass das reicht, fange an mir den Arsch aufzureißen, verletze mich und muss operiert werden. Wenn ich wieder gesund bin, habe ich noch 5.000$. Was passiert, wenn ich mich wieder verletze? Ich hatte schon drei Hand-Operationen, musste zwei Jahre pausieren. Man rutscht dabei so sehr in die Schulden.“

McDonald hat die UFC bereits Anfang Januar über seine Situation informiert. Nach mehreren Gesprächen konnte ihm aber noch nicht geholfen werden.

„Eigentlich wollte ich dazu überhaupt nichts sagen“, so McDonald. „Wenn Leute ihren Mund aufmachen und sagen, dass sie nicht genug bezahlt bekommen, scheinen sie von der Bildfläche zu verschwinden. Aber ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich nichts zu verlieren habe. Die UFC zahlt momentan nicht meine Rechnungen.“

In seinem UFC-Vertrag stehen noch einige Kämpfe. Die Gefahr ist also groß, dass - vorausgesetzt er kann sich mit seinem Zweitjob genug Geld für die Vorbereitung ansparen -  er auch nach seinem nächsten Kampf wieder mit überaus knappen Finanzen zu kämpfen hat. Und auch wenn die Situation vielleicht unbefriedigend scheint, will McDonald die Karriere als Kämpfer nicht an den Nagel hängen.

„Ich werde weiter kämpfen und UFC-Champion werden“, sagte McDonald. „Das ist mein Traum. Ich will meinen Traum leben. Ich bin mir sicher, dass ich auch Arzt werden und besseres Geld verdienen könnte. Ich bin intelligent genug dafür. Aber ein Kämpfer zu sein, war immer mein Traum. Wenn das alles dafür nötig ist, tue ich es.“