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Matt Mitrione nach Hague-Tod: UFC-Kämpfer brauchen eine finanzielle Absicherung!

Matt Mitrione (Foto: Michael Maddox/Wikimedia Commons)

Der plötzliche Tod des früheren UFC-Schwergewichts Tim Hague beschäftigt die MMA-Szene weiter. Der Kanadier hatte vergangenen Freitag in einem Box-Kampf eine Hirnblutung erlitten, an der er am Sonntag verstarb. Neben der Box-Kommission Edmontons, die untersucht, wie ein Kämpfer mit Hagues Vorgeschichte überhaupt zugelassen wurde, denken auch MMA-Kämpfer an die Folgen des tragischen Todes. So auch Matt Mitrione, ein früherer Gegner Hagues.

„Es ist einfach hart“, sagte Mitrione in der MMA Hour. „Es wäre schon bitter, wenn ich nicht gegen ihn gekämpft hätte. Aber ich habe gegen ihn gekämpft, ihn kennengelernt. Das sowas auch noch um den Vatertag passiert. Diese Sache ist auf so vielen Ebenen zum Kotzen. Da fragt man sich auch, wie kann man da noch weiterkämpfen? Aber es ist mein Job. Ich könnte auch als Fensterputzer abstürzen oder so.“

Die beiden Schwergewichte trafen sich 2011 im Octagon. Mitrione siegte durch Knockout und beendete damit die UFC-Karriere Hagues, der daraufhin nach Kanada zurückkehrte und weiter als Lehrer arbeitete. Nach zahlreichen Knockouts im Käfig tauschte er im vergangenen Jahr die Faustschützer gegen Box-Handschuhe und trat gelegentlich in den Ring, um sein Gehalt aufzubessern. Das wurde ihm nun zum Verhängnis.

„Ich habe von seinem Facebook-Post gehört, dass er sich ein wenig was dazuverdienen wollte, um mit seinem Sohn einen schönen Vatertag zu haben“, so Mitrione weiter. „Das ist zum Kotzen. Da gibt es keine Beschönigung. Es ist einfach der Horror. Ich weiß, wie stolz er auf seinen Sohn war, wie stolz er war, ein Vater zu sein. Er war echt ein guter Mensch, das ist einfach zum Kotzen.“

Mitrione denkt dabei jedoch nicht nur über seine persönlichen Entscheidungen nach, sondern fordert erneut eine Kämpfergewerkschaft, die Kämpfer auch nach ihrer Karriere finanziell absichert, damit sie nicht weiterhin ein gesundheitliches Risiko eingehen müssen, um sich irgendwo ein paar Dollar dazuzuverdienen:

„Das sollte ein großer Aufruf sein, sich in einer Gewerkschaft zu organisieren. Schaut euch einfach an, was mit Tim passiert ist, was jetzt mit einem Sohn passiert. Wir sollten so gut bezahlt werden, wie wir nur können. Es besteht die Chance, dass man nach einem Kampf nie mehr derselbe ist. Das hier ist genau das Szenario. Ob man stirbt, oder danach aufgrund einer Verletzung nicht mehr alles machen kann, wir brauchen eine finanzielle Absicherung dafür. Wer in der UFC gekämpft hat, sollte eine Versicherung für solche Fälle haben.“

Mitrione gehört zu den lautstärksten Verfechtern einer Kämpfer-Gewerkschaft. "Meathead" steht mittlerweile bei Bellator MMA unter Vertrag und kämpft am Samstag gegen Fedor Emelianenko.