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Mark Hunt erstattet Anzeige gegen die UFC, Dana White und Brock Lesnar

Seit Monaten beschwert sich Mark Hunt öffentlich über den laschen Umgang der UFC mit Dopingsündern. Jetzt geht das Schwergewicht, das in seinem letzten Kampf eine Niederlage gegen den später positiv getesteten Brock Lesnar einstecken musste, in die Vollen. Am Dienstag hat Hunt eine Anzeige gegen die UFC, UFC-Präsident Dana White und Lesnar erstattet.

„Ich will, dass die UFC versteht, dass es nicht okay ist einfach so weiterzumachen, wie sie es machen“, sagte Hunt gegenüber ESPN. „Sie erlauben es den Typen, das zu tun. Sie hatten die Chance, ihm das Geld wieder wegzunehmen, weil er ein Betrüger ist, aber sie haben es nicht getan. Was für eine Nachricht ist das denn für die Jungs und Mädchen, die mal kämpfen wollen? Die Nachricht ist: 'Du musst einfach nur betrügen und es ist okay'. Wenn du in der Gesellschaft ein Verbrechen begehst, bezahlst du dafür. Warum ist es im MMA anders? Es zerstört das Geschäft, also ist es sogar noch schlimmer. Sie müssen dafür zur Verantwortung gezogen werden.“

Hunts letzter Kampf fand im Juli vergangenen Jahres bei UFC 200 statt. Gegen den nach fast fünf Jahren zurückkehrenden Brock Lesnar musste der frühere Kickboxer eine Punktniederlage einstecken. Im Anschluss wurde bekannt, dass Lesnar sowohl vor dem Kampf als auch am Kampftag verbotene Substanzen in seinem Blutkreislauf hatte. Die Begegnung wurde daraufhin in ein No Contest abgewandelt, Lesnar wurde zudem für ein Jahr gesperrt und musste 250.000 Dollar Strafe zahlen.

In seiner Anzeige wirft Hunt der UFC nun vor, zusammen mit der USADA aus Profitgier den fairen Wettkampf in den Hintergrund gerückt zu haben und durch Ausnahmeregelungen mitschuldig an der Vermehrung des Dopings im MMA-Sport zu sein. Des Weiteren beschuldigt Hunt die UFC, Lesnar eine Ausnahmegenehmigung gegeben zu haben, da man wusste oder es einfach nicht von Interesse war, dass Lesnar illegale Substanzen zu sich genommen hat. Laut den Anti-Doping-Richtlinien der UFC müssen zurückkehrende Kämpfer eigentlich vier Monate vor ihrem Comeback jederzeit für unangekündigte Dopingtestes bereitstehen. Für Lesnar gab es aber eine Ausnahmegenehmigung, sodass erst einen Monat vor seinem Kampf auf Doping getestet werden konnte.

Hunt erhofft sich mit der Anzeige finanzielle Entschädigungen in Millionenhöhe.  

„Ich wollte nicht in dieser Position sein“, sagte Hunt. „Ich bin jetzt in einer merkwürdigen Situation, weil ich immer noch unter Vertrag stehe. Die Fans sagen zu mir: 'Mark, du wusstest doch, dass er stofft'. Ich wusste es nicht. Du schaust ihn an und denkst dir, dass er vermutlich was nimmt, aber man beurteilt ein Buch nicht nach seinem Einband. Mir reicht es jetzt. Ich habe den Kampf verloren, meine Fans waren enttäuscht. Ich habe um eine Vertragsauflösung gebeten, aber das geht nicht. Ich muss, wie alle anderen auch, arbeiten.“

Hunt soll am 4. März bei UFC 209 gegen Alistair Overeem kämpfen. Zwei Gegner hat Hunt seit seiner Niederlage gegen Lesnar bereits abgelehnt, da die UFC keine zusätzliche Klausel gegen Dopingsünder in den Kampfvertrag aufnehmen wollte. Ob der Kampf gegen Overeem in Anbetracht der aktuellen Situation stattfinden wird, bleibt abzuwarten.