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Mark Hunt: Die UFC füllt sich die Taschen mit unserem Blut

Mark Hunt (Foto: Planeta Octagono/Creative Commons)

Auch zwei Wochen nach der Veranstaltung beschäftigen die Ereignisse um UFC 200 noch die Gemüter. Ein Kämpfer, der sich nicht mehr beruhigen will, ist Mark Hunt. Der Samoaner stand im vorletzten Kampf Brock Lesnar gegenüber und unterlag nach Punkten. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war Lesnar sowohl vor als auch während des Kampfes gedopt. Für Hunt ist das Ende der Fahnenstange erreicht.

„Brock Lesnars Doping ist nur ein weiterer Grund, warum wir endlich eine Gewerkschaft brauchen,“ so Hunt auf seiner Seite MarkHunt.TV. „Die UFC macht die Regeln so, wie sie sie gerade brauchen. Erst das Reebok-Ding, dann die Ausnahmegenehmigung für Lesnar. […] Man muss sich nur anschauen, wie die UFC mit Ariel Helwani umgegangen ist, weil er die Brock-Story als erster veröffentlicht hat. Erst als die anderen Medien die UFC zur Räson gerufen haben, hat seine Akkreditierung zurückerhalten. Diese Typen tun, was sie wollen. Aber Kämpfer weigern sich immer noch, andere Kämpfer zu unterstützen, wenn wir über den Tisch gezogen werden.

Obwohl er offiziell noch im UFC-Kader stand, wurde Lesnar vor UFC 200 wie ein neu verpflichteter Kämpfer behandelt. Das bedeutet, dass er nicht wie üblich in den vier Monaten vor einem Kampf von der USADA getestet werden kann. Stattdessen gab der WWE-Wrestler insgesamt sechs Proben vor seinem Kampf gegen Hunt ab. Die Ergebnisse der positiven Probe lagen allerdings erst nach UFC 200 vor. Hunt hatte bereits vor dem Pay-Per-View Lesnar des Dopings verdächtigt, aber angegeben, es sei ihm egal und er werde ihn trotzdem ausknocken.

„Sie sagen, sie wollen den Sport sauberer machen, aber ich habe meine Gesundheit jetzt schon zwei Mal gegen Betrüger aufs Spiel gesetzt, seit die USADA mit uns arbeitet. Mir wurde vor der Einigung über den Kampf gesagt, sie testen Brock. Aber als er auftaucht, sieht man, dass er bis oben hin vollgestofft ist und dann finde ich nach dem Kampf heraus, dass er gedopt war. Es ist lächerlich. Die UFC hat mich seitdem nicht mal kontaktiert. Das zeigt, dass es ihr egal ist. Als sie McGregor aus dem Programm genommen haben, war es ihnen egal. Sie brauchten einen großen Namen, um den Event zu verkaufen. Es gab Ausnahmen für Brock, aber nicht für Conor. Ich verstehe das einfach nicht.“

Ursprünglich hätte Conor McGregor im Hauptkampf von UFC 200 auf Nate Diaz treffen sollen. Nachdem sich der Ire weigerte, an der Promo-Tour teilzunehmen, wurde er aus dem Programm gestrichen und erst durch den Rückkampf zwischen Jon Jones und Daniel Cormier ersetzt, bevor das Comeback von Lesnar die Veranstaltung komplettierte, um den Verlust des Quoten-Königs aufzufangen. Für Hunt nur eine Scharade, um den Verkaufspreis der UFC noch ein wenig zu erhöhen.

„Diese Typen haben ihre Taschen mit unserem Blut gefüllt, wenn man mich fragt. Sie haben diese Summen verdient, keine Frage. Sie haben die UFC aus dem Nichts zu dem gemacht, was sie heute ist. Aber die meisten Kämpfer verdienen fast nichts und erhalten keine Sozialleistungen. Es muss ein System geben, in welchem die Entscheidungen vorher wenigstens mit den Kämpfern abgesprochen werden und diese aufeinander aufpassen können. Wir setzen unsere Gesundheit aufs Spiel und unseretwegen schauen sich die Fans diesen Sport an. Wir brauchen eine Gewerkschaft, damit unsere Stimme gehört wird.“

Hunt würde sich sogar vorstellen, eine Gewerkschaft anzuführen. Angst vor Repressalien durch die UFC hat der 42-Jährige nicht.

„Ich habe mein Leben lang ums Überleben gekämpft, ob zuhause, im Ring oder Käfig. Die UFC macht mir keine Angst. Sie wollten mich nicht einmal in der UFC haben und ich bin immer noch da. Ich weiß nicht, wie es in den USA ist, aber in Australien stehen die Arbeiter füreinander ein. Ein paar Jungs haben darüber geredet, aber man braucht einen, der vorangeht. Ich würde das gerne machen. Andere Kämpfer, die das hier hören oder lesen, schreibt mich an. Wir machen was. Ich werde niemanden mit hineinziehen, bevor wir nicht alles geklärt haben, aber kommt auf mich zu und lasst uns etwas bewegen!“