UFC News

Machida, Mousasi und "Jacaré" steigen ins Octagon

Mit Lyoto Machida und Gegard Mousasi werden in Jaragua do Sul zwei Spitzen-Kämpfer aufeinandertreffen. (Foto: Tobias Bunnenberg/Groundandpound.de)

Und täglich grüßt das Murmeltier – nicht einmal sieben Wochen ist das neue Jahr alt, und schon schlägt die UFC 2014 zum ersten Mal ihre Zelte in Brasilien auf. Die erste von – laut Dana White – bis zu 13 Veranstaltungen in der Heimat des BJJ, ist dabei vor allem für die Mittelgewichtsklasse interessant, aus deren Spitze gleich vier Kämpfer am Samstag ins Octagon steigen werden.

Der bekannteste Name auf dem Programm ist zweifellos Lyoto Machida. Der ehemalige UFC-Halbschwergewichtschampion kocht momentan zum zweiten Mal in seiner Karriere bis 85 Kilo ab, wo er auf Gegard Mousasi treffen wird. Der Sieger dieses Duells könnte sich am Montag in perfekter Position für einen zukünftigen Titelkampf wiederfinden. Das gleiche Ziel haben die beiden Mittelgewichte im Co-Hauptkampf: sowohl „Jacare“ Souza als auch Francis Carmont wollen ihre Siegesserien mit einem Erfolg gegen einen weiteren bekannten Namen zementieren und sich einen Schritt näher an einen Kampf ums Gold manövrieren. 

Das sieben Kämpfe umfassende Vorprogramm wird kostenlos über UFC.com übertragen. Das Hauptprogramm wird über UFC.tv gestreamt, muss allerdings zum Preis von 8,99 Dollar (ca. 6,57 Euro) gekauft werden.

Lyoto Machida vs. Gegard Mousasi
Neben Vitor Belfort gibt es momentan wenige klare Herausforderer auf Chris Weidmans Thron – das könnte sich am Samstag in Brasilien ändern. Vor allem Lyoto "The Dragon" Machida (20-4) dürfte dank seiner Mischung aus Popularität, seinem ungewöhnlichen Kampfstil und bald möglicherweise zwei aufeinanderfolgenden Siegen im Mittelgewicht gute Chancen auf einen Titelkampf haben. Mit Gegard "The Dreamcatcher" Mousasi (34-3-2) hat er dabei allerdings keine leichte Aufgabe vor den Fäusten – der Niederländer kehrt zwar aus einer knapp einjährigen Pause zurück, stellt seine Gegner dank eines ausgewogenen Kampfstils und einer Menge Erfahrung aber vor ebenso viele Probleme. 

Der unorthodoxe Standspezialist Machida hatte in der UFC zunächst durchschlagenden Erfolg – sechs Siege, u.a. gegen Tito Ortiz und Thiago Silva, brachten ihm 2009 einen Titelkampf gegen Rashad Evans ein. Machida schlug den damaligen Champion in der ersten Runde K.o. und läutete damit laut Kommentator Joe Rogan die „Machida-Ära“ ein. Diese sollte allerdings nichts allzu lange andauern, denn nachdem er seinen Gürtel gegen „Shogun“ Rua nur durch eine kontroverse Punktentscheidung verteidigen konnte, verlor er den Titel im Rückkampf durch K.o. Das Folgejahr lief ebenfalls durchwachsen für den „Dragon“, der zunächst eine knappe Punktentscheidung an „Rampage“ Jackson abgab, dann bei UFC 129 Randy Couture per Crane Kick in Rente schickte, einige Monate später jedoch in einer zweiten Chance auf den Halbschwergewichtsgürtel an Jon Jones scheiterte. 

Mit einem Knockout gegen Ryan Bader meldete Machida sich im August 2012 zurück, bevor er nach einer längeren Pause eine knappe Punktentscheidung gegen Dan Henderson einfuhr und schließlich im August 2013 bei UFC 163 eine ebenso knappe Entscheidung an Phil Davis abgeben musste. Mit diesem Ergebnis hatte Machida sich im Halbschwergewicht auf gewisse Weise festgefahren. Klare und knappe Siege, eindeutige und kontroverse Niederlagen – in den vergangenen zwei, drei Jahren war alles dabei. Nur leider nichts, was dem „Dragon“ einen weiteren Titelkampf bis 93 Kilo eingebracht hätte. Gerüchte um einen Wechsel ins Mittelgewicht gab es schon seit Jahren, und der Rückschlag gegen Davis sowie einen Monat zuvor der Titelverlust seines Freundes Anderson Silva dürften im vergangenen Sommer die ausschlaggebenden Gründe gewesen sein, acht weitere Kilos abzukochen. Zwar ist es noch zu früh, um den Erfolg dieses Wechsels wirklich beurteilen zu können, die erste Kostprobe von Machidas leichterer Version seiner selbst machte im Oktober 2013 allerdings bereits einen sehr guten Eindruck: Bei der 30. UFC Fight Night in Manchester schickte Machida seinen Trainingspartner Mark Munoz in der ersten Runde per Head Kick Schlafen.

Gegard Mousasi wird am Samstag erst zum zweiten Mal ins Octagon steigen, gleichzeitig zum ersten Mal seit knapp einem Jahr. Der 28-Jährige ist dank einer Menge Kämpfe bei Dream, Pride, M-1 und Strikeforce seit Jahren ein bekanntes Gesicht in der MMA-Szene, bekam außerhalb der UFC allerdings nicht die Aufmerksamkeit, die er nun generieren kann. 

In seinem Debüt sollte der „Dreamcatcher“ Anfang April 2013 eigentlich auf Alexander Gustafsson treffen, der sich jedoch wenige Tage vor dem Event einen Cut zuzog und nach einigen Tagen der Ungewissheit tatsächlich absagen musste. Die Katastrophe wurde letztendlich von Ilir Latifi verhindert, der während der Fight Week einsprang, sich ansehnlich schlug, aber schlussendlich eine klare Punktentscheidung abgeben musste. Nach dem Kampf wurde Mousasi für seine recht risikoarme Strategie kritisiert, kurze Zeit später stellte sich allerdings heraus, dass Mousasi sich am Knie verletzt hatte, was auch der Grund für seine lange Pause war. Die verpassten wichtigen Kämpfe will der Niederländer mit armenischen Wurzeln nun nachholen, und ein Sieg gegen Machida ist dazu Pflicht.

Ronaldo Souza vs. Francis Carmont
Im Co-Hauptkampf wird sich zwischen Ronaldo “Jacaré” Souza (19-3-0(1)) und Francis “Limitless” Carmont (22-7) entscheiden, welches Mittelgewicht seine aktuelle Erfolgsserie fortsetzen und sich einen Schritt näher an einen Titelkampf herantasten kann.

Der hochdekorierte BJJ-Schwarzgurt Ronaldo Souza ist im Frühjahr 2013 nach einer erfolgreichen Karriere bei Strikeforce, während derer er u.a. Robbie Lawler, Ed Herman und Tim Kennedy bezwingen konnte, mit hohen Ambitionen in die UFC gekommen. Bisher ist “Jacare” auf dem besten Weg, sie zu erfüllen – Chris Camozzi konnte den Attacken des „Alligators“ zwar anfangs noch standhalten, wurde bei UFC on FX 8 nach knapp dreieinhalb Minuten aber nichtsdestotrotz per Arm Triangle Choke zur Aufgabe gezwungen. Mit dem stets ungewissen UFC-Debüt im Rücken fuhr Souza im September dann die richtig großen Geschütze auf und schlug den ehemaligen Titelherausforderer Yushin Okami in Runde eins T.K.o. Ein weiterer derartiger Erfolg würde „Jacaré“ unausweichlich auf die kurze Liste potentieller Titelkandidaten setzen.

Francis Carmont machte sich im UFC-Mittelgewicht zunächst auf beeindruckende Weise einen Namen, indem er Chris Camozzi dominierte und später Magnus Cedenblad sowie Karlos Vemola per Rear Naked Choke zum Abklopfen zwang. Seitdem hat Carmont zwar nicht verloren, konnte aber nicht mehr derartig überzeugen. Zwar konnte der 32-Jährige nacheinander Tom Lawlor, Lorenz Larkin und Costa Philippou nach Punkten besiegen, die ersten beiden Siege waren aber knapp bis kontrovers. Gegen Philippou bestand bei UFC 165 nach den drei Runden zwar kein Zweifel am Sieger, dennoch ging „Limitless“ auch hier kaum Risiken ein und wurde die meiste Zeit über ausgebuht. 

Der Erfolg gibt Carmont trotzdem Recht - seit 2008 hat der gebürtige Franzose nicht mehr verloren und könnte sich mit einem Sieg gegen „Jacare“ in den Ranglisten weit nach vorne katapultieren. Gleichzeitig darf man gegen Souza einen spannenden Kampf erwarten, denn der Brasilianer wird sich nicht einfach am Käfig festhalten lassen, sondern aller Voraussicht nach aus allen Positionen unnachgiebig zurückfeuern.

Erick Silva vs. Takenori Sato
Im Weltergewicht kommt es am Samstag zu einem Duell zwischen einem Talent mit Anlaufschwierigkeiten und einem Veteranen, der sein langerwartetes UFC-Debüt gibt. 

Mitte 2012 sah es noch so aus, als hätte sich mit Erick „Indio“ Silva (15-4-0(1)) der nächste große Star im Weltergewicht gefunden. Luis Ramos und Charlie Brenneman hatte Silva bis dahin dominiert und innerhalb von zwei Runden ausgeknockt oder Abklopfen lassen. In seinem ersten richtig großen Test allerdings konnte Silva keinen Erfolg mit nach Hause bringen – im Kampf des Abends von UFC 153 stellte sich die langjährige Erfahrung von Jon Fitch als zu viel für Silva heraus. Mit einem 71-Sekunden-Aufgabesieg gegen Jason High brachte Silva sich im Mai des letzten Jahres wieder zurück auf Spur, wurde im Oktober dann allerdings höchst überraschend von Dong Hyun Kim K.o. geschlagen, womit der Hype um den Trainingspartner von Anderson Silva buchstäblich schlagartig abflaute. Am Samstag hat Silva daher vor allem Image-Arbeit zu leisten, genauer gesagt muss er den Grundstein dafür legen. Ein spektakulärer Sieg ist in jedem Fall notwendig, wäre allerdings nur der erste Schritt zurück –zwei imposante Erfolge wird Silva mindestens brauchen, um wieder als ernsthafter Kandidat auf einen Platz an der Spitze des Weltergewichts zu gelten.

Dazu muss er in Jaragua do Sul an Takenori Sato (17-8-7) vorbei. Der 28-jährige Japaner hat seine Karriere mit mäßigen Erfolg gestartet, konnte in jüngerer Vergangenheit aber ansehnliche Erfolge feiern – von seinen letzten zehn Kämpfen hat er acht gewonnen und hat zwei Unentschieden erkämpft. Der langjährige King of Pancrase wird sein Können nach einer bisher ausschließlich in Japan ausgefochtenen Karriere nun auch dem westlichen Publikum präsentieren können, ein Gegner wie Silva für das eigene Debüt ist allerdings immer eine harte Nuss. Falls der Trainingspartner von Ryo Chonan, Kazushi Sakuraba u.A. den Brasilianer allerdings im eigenen Land bezwingen kann, dürfte ihm das eine Menge lange vermisster Aufmerksamkeit einbringen.

Viscardi Andrade vs. Nicolas Musoke
Im Weltergewicht werden am Samstag zwei junge und aufstrebende Talente aufeinanderstoßen. Einer der beiden könnte mit einer überzeugenden Leistung am Samstag den nächsten Schritt auf dem Weg zu den wirklich prestigeträchtigen Kämpfen gehen. 

Viscardi Andrade (17-5) war Teil der zweiten brasilianischen TUF-Staffel, schied jedoch gegen William Macario aus dem Turnier aus. In seinem ersten offiziellen UFC-Kampf konnte er dafür Bristol Marunde nach nur 96 Sekunden ausknocken und sich damit einen perfekten Start seiner Octagon-Karriere sichern. Am Wochenende bekommt er die Chance, seinen zweiten Sieg in der UFC und seinen achten in Folge einzufahren. 

Nicolas „Nico“ Musoke (11-2) wird bei der 36. UFC Fight Night zum zweiten Mal ins Octagon steigen – sein Debüt gab er im vergangenen Oktober bei der 30. Ausgabe des Formats in Manchester. Mit nur drei Wochen Vorbereitungszeit sprang der junge Schwede gegen Alessio Sakara ein und überraschte nach nur knapp drei Minuten mit einem blitzschnellen Armbar, der Sakara zur Aufgabe zwang. Am Samstag will Musoke sich selbst übertreffen und nicht nur gewinnen, sondern dabei auch noch eine ganze Arena zum Schweigen bringen, indem er den Lokalmatadoren Andrade besiegt. 

Charles Oliveira vs. Andy Ogle
Sowohl Charles Oliveira (16-4-0(1)) als auch Andy „Little Axe“ Ogle (9-3) haben ihren jeweils letzten Kampf verloren und brauchen am Samstag einen beeindruckenden Sieg, um sich mit ein, zwei weiteren Erfolgen im Laufe des Jahres wieder aus der Masse der Federgewichte abheben zu können.

Oliveira wirkte zunächst wie ein zukünftiger Star, als er 2010 in die UFC kam und dort innerhalb von eineinhalb Monaten Darren Elkins und Efrain Escudero zur Aufgabe brachte. Je hochklassiger die Gegner wurden, desto weniger Erfolg konnte der schlaksige Brasilianer allerdings für sich verbuchen, was nach Niederlagen gegen Jim Miller und Donald Cerrone einen Wechsel ins Federgewicht zur Folge hatte. Dort fand Oliveira zunächst mit Siegen gegen Eric Wisely und Jonathan Brookins einen guten Einstieg, musste sich dann allerdings Cub Swanson und Ex-Leichtgewichtschampion Frankie Edgar geschlagen geben. Dem Verlauf seiner bisherigen Karriere nach zu urteilen, müsste am Samstag gegen Andy Ogle wieder ein Sieg folgen, allerdings hat der unscheinbare Brite bisher öfter als ein Mal die Wettquoten schlagen können.

Schon während der 15. TUF-Staffel ging Ogle stets als Underdog in seine Kämpfe, konnte allerdings gegen Brendan Weafer und Mike Rio gewinnen, bevor er schließlich von Al Iaquinta aus dem Turnier gekegelt wurde. Im September 2012 debütierte Ogle dann in der „echten“ UFC, musste jedoch eine sehr knappe Punktentscheidung an Akira Corassani abgeben. Sein zweiter Auftritt war dafür umso überzeugender, als er im Februar 2013 den favorisierten Josh Grispi eindeutig auspunktete. Ebenso eindeutig fiel das Urteil der Punktrichter dann jedoch auch im vergangenen Oktober aus, nachdem er von Cole Miller die vollen 15 Minuten lang unter Kontrolle gehalten wurde.

Vorprogramm:
Der letzte Kampf des Vorprogramms wird im Leichtgewicht zwischen Cristiano Marcello (13-5) und Joe Proctor (8-2) ausgetragen. Marcello war dank seines Postens als früherer Trainer des berühmt-berüchtigten Chute Boxe Camps, dem u.a. Wanderlei Silva und „Shogun“ Rua angehörten, einer langen Karriere sowie einer gefilmten Schlägerei hinter den Kulissen von Pride FC schon recht bekannt, als er 2012 ins TUF-Haus einzog. Eine K.o.-Niederlage gegen Justin Lawrence ließ seine TUF-Titelträume jedoch unerwartet schnell platzen. Seine Laufbahn in der UFC war generell bisher nicht so erfolgreich, wie er es sich gewünscht hätte. Einer K.o.-Niederlage gegen seinen jetzigen Trainingspartner Sam Sicilia folgte ein kontroverser Punktsieg gegen Reza Madadi sowie eine Niederlage gegen Kazuki Tokudome. Gegen Joe Proctor sollte er am Samstag also tunlichst gewinnen, um auch weiterhin Teil der UFC zu bleiben. 

Gleiches gilt allerdings auch für Proctor, obwohl dieser momentan 1-1 im Octagon steht. Auch er fand über die 15. TUF-Staffel seinen Weg in die UFC und überzeugte dort mit einem K.o.-Sieg gegen Jeremy Larsen. Bei UFC on Fox 5 folgte jedoch eine recht eindeutige Punktniederlage gegen Ramsey Nijem, und als recht unbekannter Kämpfer, der aus einer über einjährigen Pause kommt, könnte der Trainingspartner von Joe Lauzon am kommenden Samstag um seinen Job im Octagon kämpfen. 

Im Leichtgewicht wird Rodrigo Damm (11-6) versuchen, seine UFC-Karriere nach einem durchwachsenen Start in Fahrt zu bringen. Einem Aufgabe-Sieg gegen Anistavio Medeiros folgte 2012 eine knappe Punktniederlage gegen Antonio Carvalho und später ein ebenso knapper Punktsieg gegen Mizuto Hirota. Nachdem Nierensteine einen Kampf gegen Hacran Dias kurzfristig ins Wasser fallen ließen, entschied sich der 34-Jährige seiner Gesundheit zuliebe, zurück ins Leichtgewicht zu wechseln. Dort wird er nun auf Ivan „Batman“ Jorge (25-3) treffen, der seine sechs Erfolge umfassende Siegesserie im September mit einem Sieg gegen Keith Wisniewski in der UFC weitergeführt hat. Nach einer in den letzten Jahren sehr aktiven Karriere in der brasilianischen Jungle Fight-Organisation will „Batman“ nun auch im Octagon durchstarten, und dazu ist ein Sieg gegen Damm Pflicht.


Ebenfalls im Leichtgewicht wird Francisco „Massaranduba“ Trinaldo (13-3) versuchen, nach seiner überraschenden Niederlage gegen Piotr Hallmann im September ein erfolgreiches Comeback zu geben. Das massive Leichtgewicht startete seine UFC-Karriere mit einer Niederlage gegen Gleison Tibau sowie Siegen gegen Delson Heleno, C.J. Keith und Mike Rio, bevor ihn der Rückschlag gegen Hallmann etwas aus der Bahn kegelte. Gegen Jesse „The Body Snatcher“ Ronson (13-3) muss er nun Wiedergutmachung leisten. Gleiches gilt für den Kanadier, der sein UFC-Debüt gegen Michel Prazeres nach Punkten verlor, das er sich kurioserweise mit Siegen über Gegner mit den Nachnamen Ricci, St. Pierre und Healy verdient hatte (allerdings nicht deren Octagon-versierte Namensvetter).

Zwei talentierte Bantamgewichtler stehen ebenfalls in Jaragua do Sul auf dem Programm: Yuri „Marajó“ Alcantara (28-5-0(1)) stand im vergangenen August vor der größten Chance seines Lebens, als er auf dem Hauptprogramm der 26. UFC Fight Night gegen Urijah Faber antrat. Anfangs sah es sogar so aus, als würde der Grappler mit ordentlich Dampf in den Fäusten die Überraschung schaffen, Fabers Erfahrung zahlte sich aber letztendlich aus und rettete ihm eine Punktentscheidung. Ein knappes halbes Jahr später wird „Marajó“ nun versuchen, an frühere Erfolge, wie seinen K.o.-Sieg gegen Ricardo Lamas in der WEC, anzuknüpfen. Dazu muss er an Wilson Reis (17-4) vorbei, der hier seinen zweiten UFC-Kampf bestreitet. Reis debütierte nach einer mal mehr, mal weniger erfolgreichen Karriere bei Bellator MMA und einigen kleineren Organisationen im September bei der UFC und konnte mit Ivan Menjivar gleich einen respektierten Veteranen schlagen. In seinem zweiten Kampf bekommt der BJJ-Schwarzgurt ein noch größeres Kaliber vor die Fäuste – ein Sieg wäre entsprechend viel Wert für den 29-Jährigen.

Im Federgewicht wird Felipe „Sertanejo“ Arantes (15-6-1(2)) auf Maximo „Maxi“ Blanco (9-5-1(1)) treffen. Bei Arantes haben sich die Ergebnisse in der UFC bisher stets abgewechselt. Einer Niederlage in seinem Debüt gegen Yuri Alcantara folgten ein Sieg gegen Antonio Carvalho, ein Unentschieden, ein weiterer Sieg und zuletzt eine Punktniederlage gegen Kevin Souza. Blanco ist einerseits für seine K.o.-Power, andererseits für die unschönen Zwischenfälle in seinen Kämpfen bekannt. Während in der frühen Phase seiner Karriere vor allem ersteres in Form von sechs vorzeitigen Siegen durch (T.)K.o. für offene Münder sorgte, waren es zuletzt vor allem Regelverletzungen, die ihm Sympathiepunkte bei den Fans und Siege kosteten. Schon durch einen illegalen Headkick gegen Pat Healy und Zaun-Greifen gegen Sam Sicilia fiel Blanco in der Vergangenheit negativ auf, bevor ein illegales Knie gegen Akira Corassani ihm im vergangenen April sogar per Disqualifikation einen Sieg kostete.

Im Weltergewicht wird nach Yuri der zweite Alcantara-Bruder ins Octagon steigen – Ildemar „Marajó“ Alcantara (19-6) startete seine UFC-Karriere 2013 im Halbschwergewicht, wo er Wagner Prado zur Aufgabe brachte. Seitdem konnte er Leandro Silva schlagen und wurde von Igor Araujo ausgepunktet, beides in seiner Heimat, Brasilien. Dort wird er auch am Samstag wieder in den Käfig steigen, wo er auf den russischen UFC-Neuling Albert Tumenov (12-1) treffen wird. Der 22-Jährige ist seit acht Kämpfen ungeschlagen und konnte alle bis auf einen dieser Siege durch (T.)K.o. einfahren. Zuletzt brachte ihm ein Sieg gegen den Schweizer Yasubey Enomoto im Oktober das Ticket in die UFC ein.

Eröffnet wird der zweite UFC-Event in Jaragua do Sul von einem Federgewichtsduell zwischen Douglas „D’Silva“ Silva de Andrade (22-0-0(1)) und Zubair Tuhugov (15-3). Beide Kämpfer sind aufstrebende Talente, wobei Tuhugov neben einer soliden Bilanz vor allem mit seinem Alter von erst 23 Jahren punkten kann. Silva dagegen besticht mit einer höchst beeindruckenden Siegesserie von 22 Erfolgen am Stück, von denen 18 durch (T.)K.o. zustande gekommen sind. 

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 36: Machida vs. Mousasi
Samstag, 15. Februar 2014
Arena Jaraguá in Jaraguá do Sul, Santa Catarina, Brasilien

Hauptprogramm (ufc.tv)
Lyoto Machida vs. Gegard Mousasi
Ronaldo Souza vs. Francis Carmont
Erick Silva vs. Takenori Sato
Viscardi Andrade vs. Nicholas Musoke
Charles Oliveira vs. Andy Ogle

Vorprogramm (ufc.com)
Cristiano Marcello vs. Joe Proctor
Rodrigo Damm vs. Ivan Jorge
Francisco Trinaldo vs. Jesse Ronson
Yuri Alcantara vs. Wilson Reis
Felipe Arantes vs. Maximo Blanco
Ildemar Alcantara vs. Albert Tumenov
Douglas Silva de Andrade vs. Zubair Tuhugov