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Klare Ansage: GSP spricht sich gegen extremes Abkochen aus

Georges St. Pierre (Foto: Florian Sädler)

Die US-Anti-Dopingbehörde USADA wird ab Oktober das Rehydrieren mithilfe von Infusionen verbieten. Das soll es erschweren, Dopingmissbrauch zu verschleiern und Athleten zwingen, weniger Gewicht zu machen. Experten und Kämpfer streiten sich über Sinn und Unsinn der neuen Regelung. UFC-Superstar Georges St. Pierre ist klar dafür, wie er im exklusiven Interview mit GNP-TV verriet.  

„Ich halte das für eine gute Sache, um ehrlich zu sein“, so St. Pierre. „Wenn du ein bestimmtes Gewichtslimit nicht schaffst, solltest du in deiner eigenen Gewichtsklasse bleiben. So viele Kämpfer machen wirklich unglaublich viel Gewicht. Ich habe immer um die 86 Kilo gewogen und dann rund zehn Kilo abgenommen. Das ist ja verglichen mit den heutigen Weltergewichten, die mit über 90 Kilo herumlaufen, noch wirklich wenig. Ich fand das schon immer faszinierend. Heute geht es nicht mehr nur darum, wer der Bessere ist, sich besser vorbereitet hat, heute spielt Technologie eine sehr große Rolle. Je mehr man Technologie aber erlaubt, das Ergebnis eines sportlichen Wettkampfes zu beeinflussen, um so weniger wichtig sind Talent und Fähigkeiten. Deshalb denke ich, das Verbot ist eine gute Sache, die Infusionen gehören verboten. Natürlich müssen sich die Leute an die neue Regel erst einmal anpassen, aber das sollte kein Problem sein, wenn jeder es richtig angeht. Diese Infusionen können im Übrigen auch genutzt werden, um Doping zu verschleiern – auch deshalb sollten sie verboten werden.“

Kritiker behaupten, Kämpfer würden trotzdem nicht mit dem extremen Abkochen aufhören, das Infusionsverbot ein ausreichendes Reyhdrieren aber unmöglich machen, was die Leistungsfähigkeit der Sportler senkt, die Knock-out-Gefahr erhöht und den Sport somit gefährlicher macht. 

Befürworter setzen sich dafür ein, mehr Gewichtsklassen in der UFC einzuführen, damit jeder Kämpfer in seiner natürlichen Gewichtsklasse antreten kann. Zwischen den einzelnen Gewichtsklassen der UFC liegen zwischen vier und 27 Kilo. Vor allem zwischen den höheren Limits sind die Sprünge teils gigantisch. Von mehr als den derzeit acht Gewichtsklassen für Männer und zwei für Frauen hält St. Pierre jedoch nichts.

„Ich weiß nicht so recht. Ich glaube nicht, dass die UFC dafür schon bereit ist. Das würde ja auch neue Champions bedeuten, mehr Titel, so GSP. Aus Geschäftssicht ist das natürlich eine gute Idee, aber für mich persönlich, meinen Körper, wäre es kein Problem auch ohne Infusionen bis 77 Kilo anzutreten. Das würde mich nicht stören. Das würde rein gar nichts ändern.“

St. Pierre ist 2013 auf unbestimmte Zeit vom MMA-Sport zurückgetreten, hat als Aktiver aber selbst Infusionen zum Rehydrieren genutzt.

„Ich habe das schon benutzt, wie viele andere auch“, bestätigt er. „Die Infusionen enthalten Kochsalzlösung, viele Footballspieler nutzen das regelmäßig. Aber wenn es verboten ist, ist es eben verboten, da kann man nichts machen. Und ich denke, das ist auch gut so.“

Im Video spricht St. Pierre außerdem über die Verfilmung des "Kickboxer"-Remakes, in der er mitspielt, verrät ein wenig zu seiner Rolle und erklärt, dass er sogar Schauspielunterricht nimmt, um in Hollywood mithalten zu können.