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Kläger beziffern Schaden durch UFC auf bis zu 1,6 Milliarden

Dana White (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Die angedachte Sammelklage gegen die „Monopolstellung der UFC“ geht im neuen Jahr in die nächste Runde. Bei einer Verhandlung am Freitag beantragten die klagenden Ex-Kämpfer, darunter Cung Le, Nate Quarry und Jon Fitch, dass ihre Klage als Sammelklage verhandelt wird. Die UFC wiederum beantragte die Streichung mehrerer Zeugenaussagen. Das Forbes-Magazine fasste die nächste Runde vor Gericht zusammen.

Zwischen 700 Millionen und 1,6 Milliarden Dollar. Diese Summe soll UFC-Kämpfern aufgrund der Monopolstellung der UFC in den Jahren 2010 bis 2016 entgangen sein, wenn man den Experten Prof. Andrew Zimbalist, Guy Davis und Dr. Hal Singer glaubt, die von den Klägern als Zeugen angeführt wurden. Zu diesen Ergebnissen kamen die drei Experte nach verschiedenen Analysen der Geschäftsentwicklung der UFC sowie der Gagen der Kämpfer. Eine Summe die, sollten die Kläger Recht bekommen, durch eine zusätzliche Bestrafung auf den dreifachen Wert ansteigen könnte, also bis zu 4,8 Milliarden Dollar und damit mehr als der Kaufpreis, für die die UFC 2016 den Besitzer wechselte.

Die UFC beantwortete die Analysen der drei Experten mit eigenen Anträgen, die Zeugenaussagen der drei nicht zuzulassen. Insbesondere Zimbalist stand auf der Abschussliste, seine Analyse wurde als „spekulativ und unzuverlässig“, sogar als „Minderwissenschaft“, bezeichnet. Der Wirtschaftsprofessor hatte in seinem Modell die Anteile der Spielergehälter an den Einnahmen der großen vier US-Sportligen NBA, NHL, MLB und NFL sowie im Boxen mit dem Anteil verglichen, den die UFC ihren Kämpfern als Gagen auszahlt.

Die endgültige Kalkulation von Zimbalist wurde wieder aus dem Protokoll gestrichen, da die UFC Gegenpunkte vorbringen konnte, dass die vier Ligen aufgrund der Vertragsstrukturen der Athleten, die zudem ihre Verträge durch eine Gewerkschaft verhandeln lassen, nicht mit der UFC vergleichbar seien und Zimbalist nur die Gagen eines einzigen Box-Promoters (Golden Boy) herangezogen habe, zudem nur im Zeitraum der letzten zweieinhalb Jahre.

Die spannendere Debatte scheint sich um das Modell von Hal Singer zu drehen, dessen Kalkulation die Entwicklung der UFC-Umsätze im Vergleich zu den Gagen der Kämpfer beleuchtete. So seien die Gagen nicht im gleichen Verhältnis wie die Umsätze angestiegen und so auf Kämpferseite ein Schaden in Höhe zwischen 700 Millionen und 1,6 Milliarden Dollar entstanden. Der UFC-Experte kam trotz Anwendung der gleichen Rechenmethode auf keinen entstandenen Schaden.

Die Kläger strengen darüber hinaus an, eine Monopolstellung der UFC festzustellen, die diese über wettbewerbsbeschränkende Maßnahmen erzielt haben soll. Dabei werden unter anderem die Laufzeiten der Verträge, ihre Exklusivität, sowie die Möglichkeit der UFC, mit Angeboten der Konkurrenz gleichzuziehen, als Argumente angeführt. Dank dieser Monopolstellung sei die UFC in der Lage gewesen, die Kämpfergagen auf Minimalniveau zu halten, so die Anschuldigung der Kläger.

Die nächste Hürde ist ein Antrag, als Sammelklage zugelassen zu werden. Damit würden nicht nur die klagenden Kämpfer Ansprüche gegen die UFC geltend machen können, sowie jede Person, die vom Sachverhalt in gleicher Weise betroffen ist. Entsprechende Anträge wurden am Freitag gestellt. Weiter geht es mit einer Sitzung im April, dann wird die UFC ihrerseits Anträge vorbringen.