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Khalid Taha: "Holloway und Poirier haben meinen Bonus geklaut!"

Foto: Dorian Szücs/GNP1.de

Weil die beiden Hauptkämpfe von UFC 236 derart spektakulär verliefen, dass UFC-Präsident Dana White gleich zweimal Boni für den Kampf des Abends verteilte, ging Khalid Taha - der im Vorprogramm den besten Knock-out des Abends hinlegte - leer aus. Im Schlagwort Podcast wünschte er sich nun, die lukrativen Boni würden eher bei Newcomern als etablierten Top-Verdienern landen.

Vermutlich jeder MMA-Kämpfer würde davon Träumen, auf einer Jahrhundert-Card wie UFC 236 zu kämpfen. Für den Dortmunder Khalid Taha ist dieser Traum wahrgeworden. Im Vorprogramm der Großveranstaltung fuhr er gegen Boston Salmon nach nur 25 Sekunden einen spektakulären K.o.-Sieg ein – eigentlich ein Garant für 50.000 US-Dollar extra. Die UFC belohnt derart besondere Leistungen nämlichen üblicherweise mit einer entsprechenden Bonuszahlung.

Doch Taha wurde Opfer der beiden historischen Hauptkämpfe zwischen Kelvin Gastelum und Israel Adesanya sowie Max Holloway und Dustin Poirier, die allesamt mit Fight-of-the-Night-Boni ausgezeichnet wurden. Weil pro Veranstaltung in der Regel vier Boni ausgezahlt werden – zwei für die Beteiligten des Kampfs des Abends sowie zwei Performance-Boni, meist für Submission und Knock-out des Abends –, alle vier aber diesmal an die vier Hauptkämpfer gingen, ging Taha leer aus.„Holloway und Poirier haben mir auf jeden Fall meinen Bonus weggenommen“ lacht Taha, der die Auszeichnung für Gastelum und Adesanya absolut gerechtfertigt fand, statt einem zweiten Fight-of-the-Night-Bonus für Holloway und Poirier aber lieber seinen K.o. prämiert gesehen hätte. 

„Kelvin Gastelum und Israel Adesanya – Bombenkampf und ich wusste, die kriegen auf jeden Fall den Bonus. Aber trotzdem kann ich bis heute nicht verstehen und ärgere mich echt, warum ich keinen Bonus bekommen habe."

Taha verrät, dass UFC-Präsident Dana White – der ihm zufolge über die Verteilung der Boni selbst entscheidet – die Kämpfer nach dem Wiegen am Vortag des Kampfes noch eingeschworen und angedeutet habe, dass sie sogar zwei Boni an einem Abend abräumen könnten.

Taha selbst habe nach seinem Blitz-Sieg zunächst überhaupt nicht an die Extra-Zahlung gedacht. Erst als Manager Ali Abdelaziz und andere Kämpfer auf ihn zukamen und ihm zu 50.000 Dollar gratulierten, wurde ihm diese Möglichkeit bewusst. Taha erhielt für seinen zweiten UFC-Kampf insgesamt 20.000 Dollar Gage, 10.000 Startgage und 10.000 Siegbonus. 50.000 Dollar Bonus für den besten Knock-out des Abends hätten sein Honorar also mehr als verdreifacht. 

„Ich fand’s ehrlich gesagt sehr ärgerlich (dass ich den Bonus nicht bekommen habe), weil genau die vier Kämpfer den Bonus kassiert haben, die es einfach nicht nötig haben“, so Taha weiter. „Pusht doch lieber ein bisschen die Newcomer, die so viel Geld in ihre Vorbereitung investieren.“

Holloway und Adesanya erhielten beide jeweils 350.000 Dollar für ihre Auftritte, Poirier 250.000 und Gastelum 150.000 Dollar. Gelohnt hat sich der Abend trotzdem für den 27-jährigen Libanesen. Denn zusätzlich zu seiner regulären Gage erhielt er, wie die meisten UFC-Kämpfer, einen inoffiziellen „Locker-Room-Bonus“.

„Dana sagte auch, dass wir nicht traurig sein sollen, wenn wir keinen Bonus bekommen, sondern mal in unsere E-Mails schauen sollen“, so Taha. „Häufig gibt es dann noch einen inoffiziellen Bonus, von dem die meisten nichts wissen.“

Dass er den erhalten hat, verriet er noch mit einem Grinsen. Wie hoch dieser Bonus war, wollte er allerdings nicht verraten.