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Kansas will Open Scoring im MMA einführen

David Zawada nach dem knappen Urteil gegen ihn in Hamburg (Foto: Dorian Szücs/GNP1.de)

Der MMA-Sport ist voll von umstrittenen und teilweise katastrophalen Punktrichterentscheidungen. Immer wieder überraschen Punktrichter die Kämpfer, Experten und Fans mit ihren Wertungen, zuletzt mussten die Punktrichter von Texas nach UFC 247 viel Kritik einstecken. Nun will der US-Bundesstaat Kansas als Pionier vorangehen und als erster Staat das Open Scoring im MMA anbieten.

Wie die Boxkommission des Staates über ihren Kommissar Adam Rohrbach ESPN mitteilen ließ, will die KAC den MMA-Organisationen, die in ihrem Staat veranstalten, die Möglichkeit anbieten, ein Open Scoring im MMA zu verwenden. In diesem Wertungssystem sollen die Zwischenstände nach jeder Runde veröffentlicht werden, sodass sich die Kämpfer und Betreuer darauf einstellen können. Derzeit werden keine Zwischenstände mitgeteilt, sondern erst nach Abschluss des Kampfes veröffentlicht.

Wie das Open Scoring eingesetzt wird, soll den jeweiligen Organisationen überlassen werden. Diese sollen darüber entscheiden können, wie oft und bei welchen Kämpfen es zum Einsatz kommt, sowie wer in der Halle über die Zwischenstände informiert wird. So könnte man etwa bei den Fans weiterhin die Spannung hochhalten und nur die Betreuer über die Zwischenstände informieren.

Invicta FC kündigte bereits an, bei der kommenden Veranstaltung am 6. März in Kansas City das Open Scoring einzusetzen. „Wenn wir dabei helfen können, den Sport in eine positive Richtung zu schieben, versuchen wir es“, erklärte Invicta-Geschäftsführerin Shannon Knapp.

Open Scoring wird im Kampfsport unter anderem bei der Kickbox-Promotion Glory eingesetzt. Auch der Box-Weltverband WBC nutzt vereinzelt das Open Scoring, wobei dabei nach der vierten und achten Runde Zwischenstände veröffentlicht werden.

„Ich bin nicht im Kampfsport aufgewachsen, aber ich war mein ganzes Leben lang Sport-Fan“, erklärte Rohrbach weiter. „Ich war immer verblüfft, warum Kämpfer und Fans bis zum Schluss nicht wissen, wie es in einem Kampf steht. Keiner konnte mir bisher erklären, warum das so ist.“

Kämpfer wie Dominick Reyes oder James Krause, die am Samstag jeweils eine knappe Punktniederlage bei UFC 247 einstecken mussten, befürworteten auf Nachfrage die Einführung des Open Scorings. Mahnende Worte gibt es jedoch auch schon, schließlich könnten Kämpfer mit dem Wissen um den Punktestand vor der letzten Runde einfach vor dem Gegner flüchten und dem Kampf aus dem Weg gehen.