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Josh Koscheck: „Dana White ist eine Bitch"

Dana White und Josh Koscheck (Fotos: Florian Sädler u. Tobias Bunnenberg/GnP1.de).

„Ich habe einen empfindliche Seite für die Jungs aus der ersten Staffel.“ Diesen Satz hat man in den letzten Jahren häufiger von UFC-Präsident Dana White gehört, wenn mal einer der Teilnehmer der ersten „The Ultimate Fighter“-Staffel unter Feuer geriet. Umgekehrt scheint die Sympathie nicht mehr überall vorhanden zu sein, wie jetzt der langjährige UFC-Veteran Josh Koscheck im Zuge einer Schimpftirade gegen seinen Ex-Boss bewies.

Die letzten Tage waren ein PR-technischer Albtraum für White. Ob ihn das allzu sehr stört, dürfte fraglich sein, aber allem voran die überraschende Kündigung des langjährigen Cutmans „Stitch“ Duran und Whites darauffolgender Umgang mit der Kritik an dieser Entscheidung haben seinem Stand bei vielen MMA-Fans einen harten Schlag verpasst. Auch Josh Koscheck kann man zu dieser Gruppe zählen, wie der frühere UFC-Titelherausforderer kürzlich in einem Interview mit Bleacher Report frei heraus zugab.

„Wie kann man Respekt für einen Typen haben, der ein Unternehmen leitet und dann auf Twitter völlig ausrastet und dort Leute so nennt, wie er sie genannt hat“, wundert sich Koscheck, nachdem White vergangene Woche einige kritische Fans online angefeindet und lächerlich gemacht und dies mit den Worten „Wenn du Mist über mich redest, kommt der direkt zu dir zurück“ gerechtfertigt hatte. „Ich finde das kindisch“, so Koscheck. „Er ist der Präsident eines großen Unternehmens, einer milliardenschweren Firma, und dann legt er ein derartiges Verhalten an den Tag? Ein Roger Goodell (Kommissionär der National Football League, d. Red.) würde solche Dinge niemals tun.“

„Und auch Scott Coker (Bellator Geschäftsführer, d. Red.) würde niemals seinen Twitter-Account anschmeißen, um Leuten zu sagen, dass sie komisch oder fett aussehen. Oder ‚Wir haben all die Jahre so viel Geld von dir bekommen, danke dafür.’ Komm schon, das ist peinlich. Ich will für so jemanden nicht arbeiten.“

„Das ist nur meine Meinung, aber ich denke, dass Dana einfach nur das öffentliche Sprachrohr der Fertittas (UFC-Eigentümer, d. Red.) ist“, so Koscheck weiter. „Er ist deren kleine Bitch, ihr Laufbursche. Sie verlieren jeden Tag Fans wegen seinem Verhalten. Die UFC hat einen tollen Job gemacht. Sie haben diesen Sport aufgebaut. Sie haben eine Menge Geld investiert und ein großes Risiko auf sich genommen. Ich respektiere es, dass sie sich den Arsch aufgerissen haben. Aber es gibt eben auch Dinge, die ich einfach nicht respektieren kann.“

Koschecks Kommentare kommen etwas überraschend, immerhin hat der mittlerweile 37-Jährige von 2005 bis Anfang dieses Jahres bei der UFC unter Vertrag gestanden, dort 25 Kämpfe bestritten und dank eines polarisierenden Charakters sowohl sich selbst als auch der Promotion jede Menge Geld eingebracht. Nachdem er zuletzt jedoch fünf Mal hintereinander verloren hatte – zuletzt innerhalb eines Monats gegen Jake Ellenberger und Erick Silva – wechselte Koscheck zu Bellator MMA, wo für ihn bisher noch kein Kampf offiziell ansteht.

Laut Koscheck war der Wechsel jedoch keinesfalls eine alternativlose Verzweiflungsaktion, sondern durchaus eine bewusste Entscheidung: „Ich hatte schon eine ganze Zeit lang vor, meinen UFC-Vertrag loszuwerden (…). Selbst, wenn ich nie wieder in den Käfig gestiegen wäre, hätte ich aus diesem Vertrag herausgewollt, damit ich fertig mit denen bin.“ Wie auch immer Koschecks Karriere bei der Konkurrenz verlaufen wird, eine Rückkehr ins Octagon sollte man nach diesen Sätzen jedenfalls nicht mehr erwarten.