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Josh Barnett vom Doping-Vorwurf freigesprochen

Kam mit einem blauen Auge davon: Josh Barnett (Foto: Dorian Szücs/GNP1.de)

Premiere in der Zusammenarbeit zwischen der UFC und der USADA. Zum ersten Mal ist ein Kämpfer nach einem positiven Test ohne Sperre davongekommen. Josh Barnett konnte glaubhaft nachweisen, dass sein positiver Test auf ein verunreinigtes Supplement zurückzuführen ist, daher sprach die USADA nur eine öffentliche Rüge aus, ohne das Schwergewicht zu sperren.

15 Monate nach seinem positiven Test kann Josh Barnett wieder ans Kämpfen denken, denn die Angelegenheit mit der USADA ist damit ad acta gelegt. Der 40-Jährige muss für seinen positiven Test aus dem Dezember 2016 keine weitere Sperre absitzen. Dies gab die USADA in einer Stellungnahme bekannt.

Barnett wurde im Dezember positiv auf das verbotene Mittel Ostarine, auch als Enobosarm, getestet, einem selektiven Androgenrezeptor-Modulator. Mit diesem Mittel, das in der Wirkung dem eines anabolen Steroids ähnelt, soll Muskelschwund verhindert werden. Wie sich bei der USADA-Untersuchung herausstellte, nahm Barnett den Wirkstoff unwissentlich mit dem Mittel Tributestin ein, einem legalen Testosteron-Booster. Die USADA untersuchte weitere verschlossene Proben des Mittels und fand auch dort den Wirkstoff, obwohl er nicht auf dem Etikett oder der Packungsbeilage angegeben war.

Barnett konnte bei der Anhörung vor allem dadurch überzeugen, da das Schwergewicht alle verwendeten Ergänzungsmittel notierte und sogar Proben einzelner Packungen behielt, falls die Kommission nachfragen sollte. Ein Glücksfall, denn genau diese Genauigkeit kommt Barnett nun zu Gute. Die Kommission stellte fest, dass Barnett alles in seiner Macht Stehende getan hatte, um sich vollumfänglich über die eingenommenen Mittel und deren Wirkstoffe zu informieren und einen Dopingverstoß zu vermeiden.

Zwar wurde Barnett nicht komplett freigesprochen, die USADA bezifferte seine Schuld jedoch auf das „unterste Ende der Skala“ und sprach nur eine Rüge aus, da Barnett aufgrund des Verfahrens über ein Jahr lang nicht in den Käfig steigen konnte. Barnett ist nicht der erste UFC-Kämpfer, der der USADA beweisen konnte, dass er nicht wissentlich gedopt hatte. Allerdings ist der Amerikaner der erste, der komplett ohne Sperre davonkommt.

In den vergangenen Jahren hatten sich auch Yoel Romero oder Tim Means nach einer Anhörung und verunreinigten Ergänzungsmitteln auf kurze Sperren geeinigt. Auch Barnett wurde eine verkürzte Sperre von nur einem Jahr angeboten, so gesehen hat der Amerikaner mit seinem Vorgehen sogar noch drei Monate verloren. Dass er den Vorwurf beseitigen konnte, dürfte für den „Warmaster“, der in der Zwischenzeit wieder in den Wrestling-Ring stieg, allerdings deutlich wichtiger gewesen sein, schließlich ist Barnett mit seiner Doping-Vergangenheit kein Kind von Traurigkeit.