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Jose Aldo: „McGregor kämpft um einen Spielzeug-Gürtel“

Jose Aldo (Foto: Mark Bergmann)

Wegen einer Rippenverletzung wird UFC-Federgewichtschampion Jose Aldo am 11. Juli nicht den heiß erwarteten Megafight gegen Conor McGregor bestreiten können. Ersetzt wird er von Chad Mendes, der nun im Hauptkampf von UFC 189 gegen McGregor um den Interims-Titel kämpfen wird. Von McGregors und der UFC musste Aldo für seine Absage eine Menge Kritik einstecken. Nun äußerte sich der Brasilianer zum ersten Mal selbst zur Situation, mit diesem ausführlichen Statement.

"Drei Monate lang habe ich dreimal am Tag trainiert. Ich habe Zeit und Geld investiert, Trainingspartner aus Brasilien und anderen Ländern eingeflogen, um das beste Trainingslager meines Lebens zu haben und am 11. Juli für meine achte Titelverteidigung bereit zu sein. Leider habe ich mir während des Trainings eine Rippe gebrochen, was ein ärztliches Gutachten beweist. Ich wurde damit gezwungen, den Kampf abzusagen und das macht mich sehr traurig. Nur ich, meine Familie, Trainer und Teamkollegen wissen, wie hart ich trainiert habe, um Brasilien erneut zu vertreten.

Ich habe meine Entscheidung aus Respekt für die UFC und meine Fans getroffen, die mich heute als den gewichtsklassenübergreifend besten Kämpfer der Welt ansehen. Ich kann nicht kämpfen, wenn ich nicht hundertprozentig fit bin, mit einer Rippenverletzung, die sich mit jedem Treffer verschlimmern kann. Viele haben mir geraten, trotzdem zu kämpfen, weil so viel Geld für mich auf dem Spiel steht. Aber ich verkaufe mich nicht selbst, für kein Geld der Welt. Ich kämpfe aus Liebe und für mein Land, Geld ist zweitrangig. Geld ist wie ein Schatten: Wenn du ihm hinterherläufst, bekommst du es nicht. Aber wenn du voran marschierst, dann folgt es dir. Geld ist irgendwann alle, aber dein Vermächtnis, die Taten, die dich zu einem Teil der Geschichte werden lassen, die zählen am meisten.

Ich bin seit April 2011 UFC-Champion und habe den Gürtel in vier Jahren siebenmal verteidigt. Und ich werde ihn noch in diesem Jahr ein achtes Mal verteidigen, im Schnitt sind das also zwei Verteidigungen im Jahr. Und dabei rede ich nicht mal von der WEC, die, wie die UFC, ebenfalls von Zuffa geführt wurde. Dort wurde ich 2009 Champion und habe meinen Gürtel in weniger als einem Jahr zweimal verteidigt. Deshalb verstehe ich nicht, warum die UFC einen Interims-Gürtel für meine Gewichtsklasse einführt, mit der Begründung, dass ich fünfmal einen Kampf abgesagt habe.

Hätte ich diese Kämpfe bestritten, wären das 12 Titelverteidigungen in vier Jahren gewesen, drei pro Jahr. Kein anderer UFC-Champion hat das getan. Kaum ein UFC-Champion schafft drei Verteidigungen im Jahr. Das kann also nicht der Grund sein, warum man nun einen Interims-Gürtel einführt. Aber die UFC ist ein Unternehmen, ich kann mich also nicht beschweren. Aber einverstanden bin ich damit nicht. 

Was meinen Gegner angeht, der mir geraten hat, mich zusammenzureißen und wie ein Mann zu kämpfen: Was soll ich zu einem Mann sagen, der einen Charakter aus einer TV-Serie imitiert (Travis Fimmel, aus 'Vikings')? Vielleicht will er wirklich jemand anderes sein, weil er sich dafür schämt, wer er wirklich ist? Er imitiert die Sprüche, den Look und sogar die Tattoos dieses Schauspielers. Er ist tatsächlich ein Künstler, aber kein Kampfkünstler, sondern nur ein billiger Komiker. Sein Verhalten ist respektlos, gegenüber dem Schauspieler und gegenüber echten Sportlern. Er sollte auf einer Bühne stehen, nicht im Octagon. Das Octagon ist mein Reich und es gibt nur einen wahren König - und zwar mich! Wenn er eine Rolle spielen will, dann die des Narren. 

Wenn er Mendes schlägt, bekommt er nichts als einen Spielzeug-Gürtel, den er dann seinen besoffenen Kumpeln zeigen kann, in den Bars seiner Heimat. Denn nichts anderes ist ein Interims-Gürtel: ein Spielzeug. Ich bin der wahre Champion."

Mit folgenden Röntgenbildern will Aldo zudem belegen, dass seine Rippe - entgegen des Urteils der amerikanischen UFC-Ärzte - tatsächlich gebrochen ist: