UFC News

José Aldo: „Begraben und einen Felsen darüber gerollt“

José Aldo sieht Frankie Edgar als Sprungbrett zurück zum Titelgürtel (Foto: Florian Sädler).

Nur noch wenige Tage, dann kehrt der erste Federgewichts-Champion in der Geschichte der UFC ins Octagon zurück. José Aldo nähert sich damit einem Wendepunkt seiner Karriere – der Brasilianer muss sich vom Boden aufrappeln, nachdem er in Form eines 13-Sekunden-Knockouts gegen Conor McGregor im vergangenen Dezember eine ebenso überraschende wie demütigende Niederlage hinnehmen musste.

Allzu aufgewühlt ist Aldo vor seinem großen Comeback-Kampf allerdings nach eigener Aussage nicht: „Ich denke nicht (über die Niederlage) nach“, so der 29-Jährige während einer Presse-Telefonkonferenz am Dienstag. „Es ist ein Teil der Vergangenheit.“

Statt auf McGregor fokussiert sich der Ex-Champion auf seinen alten und neuen Gegner Frankie Edgar, den er bereits 2013 knapp nach Punkten schlagen konnte: „Ich denke jetzt ausschließlich an Frankie Edgar und daran, meinen nächsten Kampf zu gewinnen. Ich schaue nicht gerne auf die Vergangenheit und zerbreche mir den Kopf darüber. Es ist vorbei, es ist Vergangenheit. Ich habe es begraben und einen Felsen darüber gerollt. Ich schaue immer nur nach vorne.“

Dank dieser Mentalität können wir laut Aldo am 9. Juli bei UFC 200 eine verbesserte Version seiner selbst im Käfig erwarten, nachdem der Brasilianer in der Vergangenheit häufig dafür kritisiert wurde, nur das nötigste zu tun, um seine oftmals überforderten Gegner über die Punkte zu schlagen.

„Ich habe mein Training geändert, ich habe ein paar neue Dinge probiert. Viel im Stand und viel Grappling. Ich habe die beiden Disziplinen besser verbunden. Ich habe innegehalten und darüber nachgedacht, was mich an die Spitze gebracht hat, zur Weltmeisterschaft, und ich habe entschieden, genau diese Dinge (wieder) zu tun. Ich werde aggressiver sein und zeigen, dass ich den Kampf wirklich gewinnen will.“

Gewinnen will Aldo vor allem wegen der Belohnung für einen Sieg: Gegen Edgar geht es um den Interimsgürtel im Federgewicht, was bedeutet, dass der Sieger von UFC 200 planmäßig als nächstes gegen Conor McGregor antreten wird, nachdem dieser im August bei UFC 202 im Weltergewicht seine eigene Chance auf Revanche für die überraschende Niederlage aus dem März gegen Nate Diaz bekommt.

Obwohl Aldo nach eigener Aussage nicht mehr über die Schmach gegen den Iren im vergangenen Dezember nachdenkt, bleibt ein zweites Duell trotzdem auch weiterhin sein Ziel: „Wir kämpfen um den nächsten Titelkampf. Ich wollte einen sofortigen Rückkampf, also ist das hier der nächste Schritt, bevor ich meinen Gürtel zurückbekomme.“

„(Ich will) meinen Gürtel zurück haben. Ich denke nur darüber nach (…). Das ist meine größte Motivation. Es macht keinen Unterschied, wer der Gegner ist, Frankie oder sonst wer. Mich motiviert die Aussicht, den Gürtel zu holen.“

Neue Herausforderungen erwartet Aldo von Edgar indes nicht. Obwohl seit ihrem ersten Duell bei UFC 156 mittlerweile knapp dreieinhalb Jahre vergangen sind, sieht Aldo trotz dessen aktueller Siegesserie kaum Verbesserungen im Kampfstil seines Gegners: „Ich sehe keinen großen Unterschied. Er ist für mich immer noch der Gleiche. Er hat sich jetzt nur besser an den Gewichtscut gewöhnt, das ist alles. Er macht aber noch immer die gleichen Dinge und bewegt sich immer noch wie vorher.“ 

„Wir sind zwei gute, erfahrene Kämpfer, die überall gefährlich sind, aber ich bin gut in Form. Wenn ich die Gelegenheit bekomme, werde ich den Kampf (dieses Mal) früher beenden, aber ich bin auch bereit, fünf Runden zu gehen.“