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Jones: Dass die Leute mich hassen, ist befreiend!

Jon Jones (Foto: Legendashow)

Wenn Jon Jones Karriere einmal endet, wird man ihn nicht nur als talentiertestes Halbschwergewicht der MMA-Geschichte in Erinnerung behalten, sondern auch als jemanden, der sein Talent nicht nur einmal wegwarf, um schlechte Entscheidungen zu treffen. Der 30-Jährige selbst ist sich vor dem Rückkampf gegen Daniel Cormier seiner Geschichte bewusst und geht erwachsen damit um. Ein Vorbild will er weiterhin sein.

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Ein altes Sprichwort, dessen Wahrheitsgehalt auch Jon Jones derzeit zu schätzen weiß, wie er in einer Telefonkonferenz vor UFC 214 am kommenden Samstag angab. Ausschlaggebend für das Umdenken war das Promo-Material zu seinem Rückkampf gegen Daniel Cormier, in dem sein Fall vom Champion zum vorbestraften Doping-Sünder thematisiert wurde.

„Als ich den Trailer das erste Mal gesehen habe, habe ich mich nicht wohl damit gefühlt“, so Jones. „Da werde ich mit Aussagen von 2011 zitiert, dass ich nie etwas tun würde, um dem Image des Sports zu schaden. Das war ehrlich. Ich habe nie vorgehabt, irgendwann der Böse zu sein, wirklich. Ich bin irgendwo vom Weg abgekommen. Ich habe angefangen, Spaß zu haben und zu feiern und dabei immer noch gewonnen. Ich habe es als selbstverständlich gesehen. Ehrlich, ich wollte wirklich andere Menschen inspirieren und ein Vorbild sein.“

Jones glaubt immer noch, dass er Menschen als Vorbild dienen kann und sei es nur als Inspiration für andere, die genau wie er vom richtigen Weg abgekommen sind und Dämonen bekämpfen mussten, um am Ende wie Phönix aus der Asche wieder aufzusteigen.

„Ich glaube, meine Geschichte kann andere Menschen, die Scheiße gebaut haben, inspirieren. Die Leute können realisieren, dass es nicht vorbei ist. „Wenn Jon Jones von dieser Scheiße zurückkommen und am Ende den ultimativen Sieg holen und wieder der Champion sein kann, der er immer hätte sein können, dann kann ich das auch.“ Ich bin froh, dass man mich als Lachnummer benutzen kann oder als was auch immer, auch wenn es nur eine einzige Person inspiriert. Wenn es nur einen Menschen gibt, der wegen meiner Geschichte weiterkämpft und nicht aufgibt, dann bin ich froh, in dieser Position zu sein.“

Der frühere Champion hat seinen Frieden mit seiner Geschichte abseits des Käfigs gemacht. Dem Kokain, dem Autounfall mit Fahrerflucht, der Doping-Geschichte wegen verunreinigter Potenzpillen. Deswegen macht es ihm auch nichts aus, dass Cormier immer wieder auf seinen Eskapaden herumreitet, wenn sich beide gegenüberstehen.

„Mir war irgendwann einfach alles egal. Ich habe nur noch für mich gelebt. Aber das Promo-Video, das war ehrlich. Verdammt, alle Beweise sind in diesem Zeitstrahl, es ist alles da und ich habe das alles geschaffen. Es ist alles öffentlich“, so Jones.

„Und das ist ein befreiendes Gefühl, dass so viele Leute mich als ein Stück Scheiße sehen. Dass ich echt zu mir selbst sein kann und Verantwortung für die Dinge übernehme, die falsch gelaufen sind. Ich fühle mich so frei. Es ist ein großartiges Gefühl, ich zu sein. Jon Jones, der Versager. Jon Jones, der Großartige. Egal, wie man mich auch sieht, es ist toll, ich zu sein. Am Leben. Ob man mich liebt oder hasst, es ist ein großartiges Gefühl, relevant zu sein.“