UFC News

Johny Hendricks' verpasster Titelkampf? „Zum Teil sind die Fans Schuld“

Den UFC-Gürtel durfte Johny Hendricks nur kurz sein Eigen nennen: Die Schuld der Fans? (Foto: Florian Sädler/GNP1.de).

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Johny Hendricks‘ Standpunkt klar, was seinen nächsten Kampf angeht: Keine Titelchance, kein Johny Hendricks. Nächste Woche wird „Bigg Rigg“ bei UFC 192 in den Käfig steigen – gegen Tyron Woodley, und ohne einen Gürtel auf dem Spiel. Hendricks hat einige etwas eigenwillige Theorien, warum er sich doch zu diesem Kampf hat breitschlagen lassen.

Vor wenigen Tagen bereits hatte Hendricks uns noch im exklusiven Interview erzählt, dass es ihm mittlerweile egal sei, ob er den Titelkampf bekommt: „Ich habe sechs Monate meiner Karriere (mit Warten) verschwendet“, so ehemalige UFC-Champion. „Dafür habe ich keine Zeit. Ich will kämpfen, ich will wieder in den Käfig und weiterkämpfen.“

Eigentlich hatte Hendricks bei UFC 189 im Juli in dem Wissen am Octagon gesessen, dass er als nächstes gegen den Sieger des Titelkampfes zwischen Robbie Lawler und Rory MacDonald antreten würde – daraus wurde nichts. Im Interview mit MMAJunkie hat Hendricks daher kürzlich noch einen draufgesetzt: „Es ist nicht einmal so sehr die Schuld der UFC. Es ist auch die Schuld der Fans“, beschwert sich der Ex-Champion. „Jedes Mal, wenn sie die Fans nach ihrer Meinung fragen, wollen die etwas anderes.“

So ganz hat Hendricks es scheinbar noch nicht überwunden, dass eine Handvoll knapper bis kontroverser Punktentscheidungen verhindert haben, dass er seit 2013 an der Spitze einer der am härtesten umkämpften Gewichtsklassen der UFC steht. Bei UFC 167 verlor er umstritten gegen Georges St-Pierre, bei UFC 181 knapp ein Jahr später verlor er ähnlich knapp seinen Gürtel an Robbie Lawler, den er einige Monate zuvor im Kampf um St-Pierres vakanten Titel geschlagen hatte – knapp nach Punkten, wohlgemerkt.

Lawler indes thront immer noch ganz oben – nach seinem Sieg gegen Hendricks im Dezember 2014 verteidigte der Veteran seinen neuen Gürtel in einem Kandidaten für den Kampf des Jahres gegen Rory MacDonald.

Nach den beiden zehrenden Schlachten gegen ihn, glaubt Hendricks, hat Lawler mittlerweile gar kein Interesse daran, ihm eine weitere Chance zu gewähren: „Es ist frustrierend, weil ich (nach meinem Titelgewinn gegen Lawler) verletzt war. Ich komme zurück und Lawler hat (in der Zwischenzeit gegen Jake Ellenberger und Matt Brown) gekämpft. Dann kämpfen wir wieder und ich glaube, ich gewinne. Aber ich verliere den Kampf aus irgendeinem verrückten Grund, richtig?“

„Dann kämpfe ich gegen jemand anderen, er kämpft gegen jemand anderen und anstatt zu mir zu sagen ‚Du hast dir den nächsten Titelkampf verdient‘, hält ihn die Angst, den Gürtel zu verlieren, davon ab, wieder gegen mich zu kämpfen.“

Am 3. Oktober bekommt Hendricks die Chance, seinen Frust an Tyron Woodley abzubauen. Keine einfache Aufgabe, denn Woodley ist, wie Hendricks, ein starker Ringer mit Dynamit in den Fäusten. Das Risiko könnte sich aber auszahlen für Hendricks – falls er Woodley bei UFC 192 schlagen kann, dürfte endgültig niemand mehr zwischen ihm und einem weiteren Titelkampf stehen. Ob er sich nun darum schert oder nicht.